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Schnittverletzung
Das "Opfer" wird mit einem dünnen Schlauch präpariert, der vom
Halskragen
durch den Ärmel hindurch geführt wird, so dass das eine Ende an
einem Finger endet und dort durch etwas Klebefilm fixiert wird. An das andere
aus dem Kragen herausragende lange Ende wird eine 100-ml-Spritze mit einer
roten Farbstofflösung angeschlossen. Durch die Spritze kann durch einen
zweiten Helfer die
Farbstofflösung durch den Schlauch hindurchgedrückt werden, so
dass sie eine Schnittverletzung am Finger simuliert. Das Opfer erhält
die Anweisung "kein Blut sehen" zu können und im Verlaufe der Behandlung
allmählich mit immer schwerer werdendem Atem und immer weicheren Knien
"schlapp zu machen".
Lernziele:
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Rasches Handeln, beruhigend auf das Opfer einwirken.
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Erkennen des drohenden Kollapses. Handeln durch Rückenlage des Opfers
mit leicht erhöhten Beinen und entlasteten Kniegelenken.
Hinweise:
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Die Farbstofflösung muss folgenden Kriterien genügen:
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Es sollte kein Gefahrstoff sein. (z.B. Kongorot)
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Es sollte sich um keinen Farbstoff handeln, der Textilien stark färbt.
Die Lösung sollte die Blutfarbe auch nur andeuten, also nicht zu stark
konzentriert sein. Eine Möglichkeit ist Orange II. Dies war zwar mal
ein Textilfarbstoff, allerdings nur für tierische Fasern (Wolle, Seide).
Auf Baumwolle oder Kunstfasern in geringem Umfang gelangtes Orange-II ist
leicht wieder auswaschbar. Da Orange-II ein beliebter Praktikumsversuch ist,
kann man ein derartiges Präparat gleich einer sinnvollen Verwendung
zuführen.
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Das Opfer sucht man sich am besten nach der Bekleidung aus: Auf jeden Fall
Baumwolle, möglichst dunkle Farbe und abgetragen. (z.B. ausgewaschene
Jeans.) Man schützt das Opfer während der Übung zusätzlich,
indem man dort, wo es vermutlich seinen Schwächeanfall erleiden wird,
möglichst kein "Blut" auf dem Boden tropfen lässt.
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Die Übung dauert längere Zeit, die das Opfer mit möglichst
guten schauspielerischen Leistungen überbrücken muss.
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Wer so einen Fall noch nicht in der Realität erlebt hat, kann die Dramatik
einer solchen Situation vieleicht nicht nachvollziehen. Es ist tatsächlich
so, dass auch ausgewachsene Mannskerle bei einem banalen Heftpflasterunfall
zusammenklappen können. (Es ist deshalb ganz reizvoll, als Opfer
möglichst einen großen kräftigen Praktikanten auszuwählen.)
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Die Übungsteilnehmer sind zuvor instruiert worden, die Schnittwunde zur
Selbstreinigung ruhig einen Augenblick ausbluten zu lassen und sodann statt eines
endgültigen Verbandes zunaechst einmal eine sterile Wundauflage auf die Wunde zu
legen und einen mäßigen Druck auf die Wunde auszuüben. (Das geht
natürlich nur, wenn kein Fremdkörper in der Wunde steckt, was aber bei den
laborüblichen Verletzungen so gut wie nie der Fall ist.) Durch den Druck kommt die
Blutung binnen Minuten zum Stehen. Wenn man zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest
verbunden hat, hat man den Vorteil, dass man die Wundauflage noch einmal vorsichtig
abheben und die nunmehr nicht blutende Wunde wesentlich besser beurteilen kann, ob
ev. doch eine Erste-Hilfe-Stelle hinzuzuziehen ist, z.B. um die Wunde zu nähen.
Im Video erkennt man deutlich, dass die Ersthelferin genau in dieser Weise verfahren
will. Da das Opfer jedoch zu kollabieren droht, treten alle diese Überlegungen
zunächst in den Hintergrund und es wird folgerichtig doch erst einmal fest
verbunden.
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