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T. Lehmann | Letzte Aktualisierung: 04.11.2005 | Links   
Dr. T. Lehmann
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Personenbrände

Man sprüht sich zunächst etwas Kohlendioxid selbst gegen die Hand. Dann wird das Auditorium eingesprüht.

 

Trockeneis auf der Hand nach Besprühen mit dem Kohlendioxidlöscher
Wenn man aus 10 cm Entfernung gegen die Hand sprüht, gibt es schlimme Erfrierungen, da das Löschmittel mit -78°C aus dem Löschkopf austritt. Schon aus einem knappen Meter Entfernung ist ein kurzer Löschstoß aber nicht mehr gefährlich, selbst wenn sich hinterher wie hier im Bild eine kleine Menge Trockeneis auf der Hand befindet. Bei der vorgeschriebenen Entfernung von 1,5 bis 2 Metern sind Erfrierungen ausgeschlossen - ja man kann sogar den Kopfbereich "unter Beschuss nehmen", wobei man aber zur Vorbereitung der Praktikanten beim Körper beginnen sollte. (Man kann davon ausgehen, dass dann alle im entscheidenden Augenblick sowieso die Augen zukneifen, den Atem anhalten und sich abwenden oder den Arm vor das Gesicht halten. Trotz dieser Abwehrmaßnahmen wird das Besprühen stets mit viel Gekicher quittiert.)

Lernziel:

Die wirksamste Methode zur Löschung von Personenbränden ist der Feuerlöscher. Er ist wirksam, nicht ortsfest (Löschbrause) und es bedarf keinerlei Kooperation des Opfers (Löschdecke).

Hinweise:

  • Inzwischen macht sich ja Gott sei Dank doch die Erkenntnis breit, dass Brandopfer beim Besprühen mit dem Kohlendioxidlöscher keine Erfrierungen erleiden, wenn man den Löschabstand nicht ins Absurde verkürzt. Selbst wenn der Abstand zu klein ist, so ist ganz klar zu sagen, dass ein überlebendes Opfer mit Erfrierungen besser ist als ein totes Opfer ohne! Zur Zeit sind noch gewisse Rückzugsgefechte derjenigen zu hören, denen das Löschen mit dem Kohlendioxidlöscher immer noch nicht geheuer ist. Man hört dann, dass man nur "streifend am Körper vorbei" oder "nicht ins Gesicht" zielen soll. Aber wenn die Haare brennen, nutzt es nichts, den Löscher auf den Bauch zu halten. Also gilt: Schritt zurück, genau da hin zielen, wo es brennt und dann den Hebel voll durchdrücken!

    Die "Richtlinien für Laboratorien" sehen in § 9.2.4 vor, das Kleiderbrände mit dem zuerst erreichbaren Feuerlöscher zu bekämpfen sind.
     

  • Wirkungsvoll ist dieser Versuch, wenn man dafür eine volle Löscherladung verwendet und alle Anwesenden damit besprüht. Erkennbar ist dies viel mehr als man bei vorangegangenen Löschversuchen von Brandherden üblicherweise benötigt hat.
     
  • Das Ablöschen brennender Personen kann man zusätzlich auch üben lassen.
     
  • Zur Toxizität von Kohlendioxid:
    In einem Labor von 10 x 7 m Grundfläche und 3,50 m Raumhöhe erzeugt ein einzelner entleerter 2-kg-Feuerlöscher bei angenommener Gleichverteilung eine Raumluftkonzentration in der Größenordnung von 0,5 bis 1 Vol% in der Atemluft. Die tatsächliche Konzentration dürfte örtlich, vor allem am Boden kurzzeitig etwas höher liegen. Es ist davon auszugehen, dass der im Labor vorgeschriebene Luftwechsel binnen Minuten wieder zu einer Normalisierung der Kohlendioxidkonzentration führt.

    Erste gesundheitliche Beeinträchtigungen zeigen sich bei einer Konzentration von etwa 4 Vol% in Form von allmählich einsetzenden Kopfschmerzen. Oberhalb von 8 % treten Sauerstoffmangelsymptome bis hin zu Bewusstlosigkeit und Ersticken auf. Dass ein im Labor entleerter Löscher zu Gesundheitsgefährdungen führt, ist danach so gut wie ausgeschlossen.
     

  • Ganz anders ist aber die Situation, wenn etwa eine Materialverwaltung durch eine Kohlendioxid-Löschanlage geschützt ist. Hier wird im Brandfall der Gesamte Bereich mit Kohlendioxid geflutet. Hier hilft wegen der akuten Lebensgefahr nur die sofortige Flucht.