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Personenbrände
Man sprüht sich zunächst etwas Kohlendioxid selbst gegen die
Hand. Dann wird das Auditorium eingesprüht.
Wenn man aus 10 cm Entfernung gegen die Hand sprüht, gibt es
schlimme Erfrierungen, da das Löschmittel mit -78°C aus dem
Löschkopf austritt. Schon aus einem knappen Meter Entfernung ist ein
kurzer Löschstoß aber nicht mehr gefährlich, selbst wenn
sich hinterher wie hier im Bild eine kleine Menge Trockeneis auf der Hand
befindet. Bei der vorgeschriebenen Entfernung von 1,5 bis 2 Metern sind
Erfrierungen ausgeschlossen - ja man kann sogar den Kopfbereich "unter
Beschuss nehmen", wobei man aber zur Vorbereitung der Praktikanten beim Körper
beginnen sollte. (Man kann davon ausgehen, dass dann alle im entscheidenden Augenblick
sowieso die Augen zukneifen, den Atem anhalten und sich abwenden oder den Arm
vor das Gesicht halten. Trotz dieser Abwehrmaßnahmen wird das Besprühen
stets mit viel Gekicher quittiert.)
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Lernziel:
Die wirksamste Methode zur Löschung von Personenbränden ist der
Feuerlöscher. Er ist wirksam, nicht ortsfest (Löschbrause) und
es bedarf keinerlei Kooperation des Opfers (Löschdecke).
Hinweise:
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Inzwischen macht sich ja Gott sei Dank doch die Erkenntnis breit, dass Brandopfer
beim
Besprühen mit dem Kohlendioxidlöscher keine Erfrierungen erleiden,
wenn man den Löschabstand nicht ins Absurde verkürzt. Selbst wenn
der Abstand zu klein ist, so ist ganz klar zu sagen, dass
ein überlebendes Opfer mit Erfrierungen besser ist als ein totes Opfer
ohne! Zur Zeit sind noch gewisse Rückzugsgefechte derjenigen zu hören,
denen das Löschen mit dem Kohlendioxidlöscher immer noch nicht geheuer
ist. Man hört dann, dass man nur "streifend am Körper vorbei" oder
"nicht ins Gesicht" zielen soll. Aber wenn die Haare brennen, nutzt es nichts,
den Löscher auf den Bauch zu halten. Also gilt: Schritt zurück,
genau da hin zielen, wo es brennt und dann den Hebel voll
durchdrücken!
Die "Richtlinien für Laboratorien" sehen in
§
9.2.4 vor, das Kleiderbrände mit dem zuerst erreichbaren
Feuerlöscher zu bekämpfen sind.
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Wirkungsvoll ist dieser Versuch, wenn man dafür eine volle
Löscherladung verwendet und alle Anwesenden damit besprüht. Erkennbar
ist dies viel mehr als man bei vorangegangenen
Löschversuchen von Brandherden üblicherweise benötigt
hat.
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Das Ablöschen brennender Personen kann man zusätzlich auch
üben lassen.
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Zur Toxizität von Kohlendioxid:
In einem Labor von 10 x 7 m Grundfläche und 3,50 m Raumhöhe erzeugt
ein einzelner entleerter 2-kg-Feuerlöscher bei angenommener Gleichverteilung
eine Raumluftkonzentration in der Größenordnung von 0,5 bis 1
Vol% in der Atemluft. Die tatsächliche Konzentration dürfte
örtlich, vor allem am Boden kurzzeitig etwas höher liegen. Es ist
davon auszugehen, dass der im Labor vorgeschriebene Luftwechsel binnen Minuten
wieder zu einer Normalisierung der Kohlendioxidkonzentration führt.
Erste gesundheitliche Beeinträchtigungen
zeigen sich bei einer Konzentration von etwa 4 Vol% in Form von allmählich
einsetzenden Kopfschmerzen. Oberhalb von 8 % treten Sauerstoffmangelsymptome
bis hin zu Bewusstlosigkeit und Ersticken auf. Dass ein im Labor entleerter
Löscher zu Gesundheitsgefährdungen führt, ist danach so gut
wie ausgeschlossen.
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Ganz anders ist aber die Situation, wenn etwa eine Materialverwaltung durch
eine Kohlendioxid-Löschanlage geschützt ist. Hier wird im Brandfall
der Gesamte Bereich mit Kohlendioxid geflutet. Hier hilft wegen der akuten
Lebensgefahr nur die sofortige Flucht.
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