Eine ausgediente kunststoffummantelte Flasche, die möglichst stark gebraucht
aussieht und eine sehr saubere neue Flasche werden den Praktikanten vorgezeigt
mit der Frage, welche der beiden Flaschen sie bevorzugen würden, um darin
eine Säure einzufüllen und aufzubewahren. Natürlich entscheiden
sich die Praktikanten für die saubere Flasche. Man nimmt darauf die
ummantelte Flasche und wirft sie hoch in die Luft. In der Regel übersteht
sie den Aufschlag auf dem Boden vollkommen unbeschadet. Erst bei kräftigen
Hammerschlägen zerbricht das Glas, wobei aber der Kunststoffmantel intakt
bleibt und zuverlässig verhindert, dass Splitter durch die Gegend fliegen.
Im Ernstfall wäre auch vom Inhalt wenig bis gar nichts nach außen
gelangt.
Lernziel:
Kunststoffummantelung ist eine effektive Sicherheitsmaßnahme.
Hinweise:
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Viele aggressive Chemikalien werden in kunststoffummantelten Flaschen vertrieben.
Dazu zählen z.B. Brom, Salpetersäure, Bortrifluorid-etherat,
Phosphortribromid, Chlorsulfonsäure u.v.m. Oft sieht die
Kunststoffummantelung der geleerten Flasche sehr mitgenommen aus, weil
außen herabgelaufene "letzte Tropfen" nicht abwaschbare Spuren hinterlassen
haben.
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Der Schutz durch die Kunststoffhülle ist derart effektiv, dass beim Zerschlagen
mit dem Hammer bis auf die obligatorische Schutzbrille bedenkenlos auf
jede zusätzliche Splitterschutzmaßnahme verzichtet werden kann.
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Kunststoffummantelte Flaschen oder Geräte kann man auch gesondert kaufen.
Sie sind allerdings sehr teuer.
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Die Chemikalienspuren auf der linken Flasche sind nicht
abwaschbar. Das kommt daher, dass das enthaltene Brom die Kunststoffhülle angeätzt
hat. Rechts zum Vergleich eine normale, saubere Flasche.

Die linke Flasche nach ein paar kräftigen Hammerschlägen. Die Glaswand ist
fast
vollflächig zerstört. Dennoch behält das Gebilde durch die
Kunststoffhülle seine Form und bleibt vollständig oder wenigstens im wesentlichen
dicht.
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