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Kühlschrankexplosionen
Abbildung der nach der nebenstehenden Anleitung mit Heißkleber
zusammengebauten Teile.
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Eine möglichst transparente Kleinbild-Filmdose wird am Boden aufgebohrt,
um ein an den Enden auf ca. 5 mm Länge abisoliertes 2-adriges Kabel
einzuführen. Das Kabel wird mit der Heißklebepistole dicht eingeleimt.
Das andere Ende des Kabels wird an einen Piezo-Zünder angeschlossen.
Am besten fertigt man dazu aus einer Plastikspritze geeigneter Größe
eine Art Griff, indem man das Kabel dort in die Spritze einführt, wo
normalerweise die Kanüle aufgesteckt wird (gfls. aufbohren!) und auf
der anderen Seite den Piezozünder nach dem Anschließen der Kabel
ebenfalls mit der Heißklebepistole einleimt. In die geöffnete
Filmdose wird mit einer weiteren Spritze ein kleines Tröpfchen (ca.
5 mg) Aceton gegeben und die Dose mit dem Deckel fest verschlossen. Man
lässt kurz equilibrieren und zündet dann mit dem Piezo-Zünder.
Der Deckel springt mit lautem Knall ab. (Versuch nach Viktor Obendrauf,
Graz)
Lernziele:
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Explodierende Gasgemische eingeschlossen in einem Behältnis erzeugen
einen hohen Druck. Wie der Deckel der Filmdose so kann auch eine
Kühlschranktür durch den Explosionsdruck meterweit wegfliegen.
Für eine explosionsfähige Atmosphäre in einem
handelsüblichen Kühlschrank reichen z.B. 10 ml verdampfter
Diethylether.
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Die Kälte des Kühlschranks schützt nicht vor der
Explosionsfähigkeit. Erstens kann der Kühlschrank auch mal versagen
und sich dabei auf Raumtemperatur erwärmen. Zweitens haben manche
Lösemittel sehr tiefe Flammpunkte.
Diethylether hat z.B. einen Flammpunkt von -40 °C und kann deshalb auch
im Tiefkühlfach leicht explosionsfähige Dampf-Luftgemische geben.
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Kühlschränke im Labor müssen entsprechend
explosionsgeschützt ausgestattet sein. Man kann dazu handelsübliche
Haushaltskühlschränke verwenden, wenn die vorhandene Innenbeleuchtung
ausgebaut, die Abtauautomatik stillgelegt und eine ev. im Inneren vorhandene
Temperaturregeleinrichtung nach draußen verlegt worden ist.
Hinweise:
Den gleichen Effekt kann man auch mit drei Tröpfchen Nagellackentferner
erreichen. Das zeigt, dass sich auch unter Haushaltschemikalien Gefahrstoffe befinden.
Weiteres Anschauungsmaterial:
| Entweder verfügt die betriebseigene Sicherheitsabteilung über
eigenes Bildmaterial oder man findet es selbst in einschlägigen
Fachzeitschriften. Jedenfalls lassen sich Bilder von explodierten
Kühlschränken gut dazu nutzen, den Praktikanten die Gefahr drastisch
vor Augen zu führen. Kühlschrankexplosionen gehören zu den
schwersten Laborunfällen. |
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| Die Gefahren beim Einstellen von Chemikalien in Kühlschränke
sind schnell ausgemacht: Nicht gasdicht verschlossene Gefäße (z.B.
nur mit Alufolie abgedeckte Bechergläser) oder wie im nebenstehenden
Beispiel der ins Tiefkühlfach gestellte Kolben, der, da das Fach nicht
hoch genug ist, gegen die Wand gelehnt wird. Schnell entsteht durch Vereisung
der Kolbenwand eine sehr glatte Oberfläche, die den Kolben bei geringster
Erschütterung, z.B. durch Öffnen oder Schließen der
Tür, umkippen lassen. Da der Stopfen nicht gesichert ist, kann das zu
einem Abfallen des Stopfen führen und dann sättigt sich das Fach
in kurzer Zeit mit dem austretenden Lösungsmitteldampf. |
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| Relativ sicher werden Rundkolben im Kühlschrank aufbewahrt, wenn
man sie in ein Becherglas stellt und den Stopfen mit einer Klammer gegen
Herausfallen schützt. Dies vereinfacht obendrein das Problem der
Kennzeichnung des Kolbens, denn nun kann man in das Becherglas auch noch
einen Zettel mit den nötigen Angaben hineingeben. Sehr bewährt
hat sich dazu ein kleines
Formular, mit dem man auch eine
Reaktionsapparatur
kennzeichnen kann, wenn sie samt Inhalt nach Praktikumsschluss stehenbleiben
muss. |
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| Kein Beispiel aus dem Praktikum, sondern ein Mitarbeiterkühlschrank,
in dem gleich etliche Kolben angelehnt oder liegend, mit ungesicherten Stopfen und mit
zweifelhafter Kennzeichnung gelagert werden. Ein zeigenswertes Beispiel,
wie man es nicht machen soll. |
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