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T. Lehmann | Letzte Aktualisierung: 09.11.2005 | Links   
Dr. T. Lehmann
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Schutzhandschuhe

Jeweils die Mittelfinger von Einmal-Handschuhen aus Nitril bzw. Latex werden für einige Minuten in Aceton bzw. in Cyclohexan eingetaucht. Der in Aceton eingetauchte Nitrilhandschuh ist danach deutlich angegriffen, der Latexhandschuh dagegen unversehrt. In Cyclohexan ist umgekehrt der Latexhandschuh unbeständig, während der Nitrilhandschuh unversehrt bleibt.       
Nitrilhandschuh nach Eintauchen des Mittelfingers in Aceton
Nitrilhandschuh nach Eintauchen des Mittelfingers in Aceton. Der Mittelfinger ist deutlich aufgequollen. (Beachten Sie die jetzt deutlich höhere Dicke des noch vorhandenen Stumpfes.) Das Material lässt sich jetzt leicht mit der Hand in kleine Stückchen zerreissen.

Lernziel:

Den universell geeigneten Schutzhandschuh gibt es nicht. In einem Praktikum, bei dem hunderte von Chemikalien verwendet werden müssen, wird man Kompromisse schließen müssen. In der Regel ist ein kurzfristig wirksamer Spritzschutz vollkommen ausreichend. Billigere Handschuhe sind besser als teure, weil sie leichteren Herzens weggeworfen werden, wenn sie kontaminiert sind. Den Praktikanten sollte man entsprechende Informationsmöglichkeiten benennen.

Weitere Hinweise:

Man kann reden, so viel man will - es passiert leider doch immer wieder: Praktikanten nehmen nicht den richtigen, sondern einfach irgendeinen Handschuh. Beliebt sind wegen des höheren Tragekomforts vor allem die Einmalhandschuhe, obwohl gerade diese wegen der dünnen Wandstärke bei mangelnder Chemikalienresistenz besonders kritisch sind. Einmal mehr bewährt sich hier der Umgang mit farbigen Substanzen, da man es hier deutlich sieht, wenn der Handschuh etwas durchgelassen hat.        Ungeeignete Handschuhe
Auf dem Foto ist es leider nicht sehr deutlich zu erkennen: Die Finger der Hand sind stark gelb gefärbt. Die Substanz ist hier durch den Handschuh gelangt, ohne dass es zu Änderungen der Materialeigenschaften gekommen ist. (Z.B. rissig oder spröde werdend.)

 

Wie lange Praktikanten einen Handschuh verwenden, hängt entscheidend von deren Kostenbeteiligung ab. Haben sie die Handschuhe auf eigene Kosten zu beschaffen, so werden diese meist auch dann noch weiter verwendet, wenn dies hygienisch nicht mehr tragbar ist. Werden sie dagegen kostenfrei vom Institut gestellt, so werden sie nach dem Tragen oft achtlos in eine chemikalienverseuchte Ecke gelegt und werden allein aus diesem Grund unbrauchbar. Hier gilt es, eine ausgewogene Balance zu finden, bei der die Praktikanten einerseits kostenbewusst handeln, andererseits die notwenige Ausgabe für neue Handschuhe nicht scheuen.

 

Bei nur eingeschränkter Resistenz des Handschuhmaterials kann man die Schutzwirkung stark verbessern, indem man über einen Einmalhandschuh einen weiteren Handschuh trägt. Zweckmäßig wird dies bei einem Versuch trainiert, bei dem ein entsprechender Gefahrstoff verwendet oder erhalten wird. (z.B. Umgang mit Anilin) Dabei ist dann natürlich auf die konsequente Anwendung dieser Schutzmaßnahme zu achten.        Verstärkter Schutz durch zweiten Handschuh
In diesem Bild werden 2 Latex-Handschuhe übereinander getragen. Man kann aber auch zwei verschiedene Materialien kombinieren. Ist der äußere Handschuh kontamniert, ist genug Zeit, ihn abzulegen, ohne dass etwas auf die Haut gelangt. Der äußere Handschuh wird bei entsprechender Chemikalieneinwirkung verworfen, der innere, wenn er durchgeschwitzt ist.

Handschuhe sollten nur dann getragen werden, wenn dies unbedingt notwendig ist. Unter dem ständig getragenen Handschuh schwitzt die Haut und quillt auf. Nach einer wissenschaftlichen Untersuchung ist die Gefahr einer Hautresorption von Stoffen in diesem Fall besonders groß. Ist der Handschuh für die verwendeten Gefahrstoffe nicht vollkommen undurchlässig, so kann es sogar zu einer stärkeren Gefährdung kommen, als dies ohne das Tragen des Handschuhs der Fall gewesen wäre.