Link: Institut für Chemie
Chemie Lehr- und Lernhilfen
 FU-Siegel
Startseite der Chemie Lehr- und Lernhilfen Suche Kontakt Kontakt
FU-Siegel
T. Lehmann | Letzte Aktualisierung: 06.11.2005 | Links   
Dr. T. Lehmann
zurück zu:
• Index Unterweisung
Laborausstattung

• Frontschieber
• Glasbruchvermeidungskunde
• Stativmaterial
• Gerüche im Labor
• Sicherheitsschrank
• Fluchtwege


Schutzausrüstung

• Schutzhandschuhe
• Kittel


Flaschen

• Flaschenverschlüsse
• Kunststoffflaschen
• Kunststoffummantelte Flaschen


Chemikalien

• Betriebsanweisung
• Verschütten von Chemikalien
• Reaktionsfähigkeit von Natrium


Brände

• Flammpunkt
• Zündtemperatur
• Explosionsgrenzen
• Kühlschrankexplosionen
• Sauerstoffausschluss
• Oberflächenvergrößerung
• Lösungsmitteldämpfe
• Brandauslösung durch Rundkolben


Löschen von Bränden

• Löschen von Bränden
• Kein Wasser verwenden
• Geht Wasser doch?
• Fettexplosion
• Brandrückschlag
• Personenbrände
• Metallbrände


Oxidationsmittel

• Oxidation mit Sauerstoff
• Flüssiger Sauerstoff
• Oxidationsmittel


Erste Hilfe

• Augenverletzung
• Schnittverletzung
• Chemikalien auf derBekleidung
• Inhalationsverletzung
• Personenbrand

 

Gerüche im Labor

Es gibt viele Gründe, warum es im Praktikantenlabor nach Chemikalien riechen kann. Keinesfalls ist das immer die "Schuld" der Praktikanten. Muffig oder eben nach Abwasser kann es riechen, wenn ein Bodeneinlauf oder der Siphon eines wenig genutzen Ausgussbeckens ausgetrocknet ist, so dass der Geruchsverschluss nicht mehr funktioniert. Das passiert besonders leicht, wenn die durch das Verhältnis von Zu- und Abluft bedingten Luftdruckverhältnisse im Labor nicht optimal sind.

Eine andere Geruchsquelle sind Pumpenabluftleitungen. Schnell rutscht mal ein lose in den Abzug verlegter Schlauch heraus und fällt auf den Boden, wodurch die Pumpenabgase nunmehr in die Raumluft geblasen werden. Heimtückischer sind bestimmte Überdruckventile von Membranpumpen. Solche Ventile sind notwendig bei nachgeschalteten Kondensatabscheidern mit Kühlern aus Glas, die bersten können, wenn der Abluftweg hinter dem Kühler aus irgendeinem Grund blockiert sein sollte, da die Pumpen nicht nur gut saugen, sondern auf der Abluftseite auch einen beträchtlichen Druck aufbauen können. Abbildung 1 zeigt ein solches Überdruckventil in Form einer breiten Siliconmanschette (a), die auf den Glasstutzen aufgezogen ist und dort eine kleine Öfnung abdeckt und verschließt. Da das Silicon nicht vollkommen widerstandsfähig gegenüber den abgepumpten Dämpfen ist, kommt es mit der Zeit zu Materialveränderungen. Das Silicon wird blind. (Siehe die markierte weiße kreisförmige Fläche auf der Manschette in Abbildung 2.) Schließlich reisst das Silicon an der betreffenden Stelle ein. Üblicherweise geschieht das sehr plötzlich, so dass das Labor sozusagen "aus heiterem Himmel" anfängt zu stinken. In diesem Fall muss die alte Manschette gegen eine neue ausgetauscht werden. Abbildung 3 zeigt das Überdruckventil in zerlegtem Zustand. Man erkennt am Stutzen die kleine Öffnung im Glas (siehe Pfeil).

Nun, was hat das alles mit Unterweisung zu tun?

Sicher ist das Auswechseln der Siliconmanschette zunächst einmal Aufgabe der Assistenten. Allein die Tatsache, dass man sich um solche Missstände augenblicklich kümmert, hat aber schon eine Vorbildfunktion für die Praktikanten. Diese sollten auch alsbald wenigstens in die Beobachtung solcher möglicher Fehlerquellen mit einbezogen werden. Helfen tut es z.B., nebenstehende Bilder in einer praktikumsbegleitenden Lehrveranstaltung vorzuführen sowie einen erklärenden Aushang im Labor anzubringen, der natürlich adressatenbezogen formuliert sein muss, was nicht unbedingt den gleichen "Berliner-Schnauze-Tonfall" erfordern muss, wie das anzuklickende Beispiel.

Sehr wahrscheinlich gibt es in anderen Praktika andere typische Geruchsquellen. Dann muss man die Praktikanten eben genau vor denen warnen.

       Intaktes Überdruckventil
       Schadhaftes Überdruckventil
       Zerlegtes Überdruckventil