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Flammpunkt
Experiment 1:
- Ein Stück Grillkohle wird mit flüssigem Grillkohleanzünder
getränkt und - zum Beweis, dass der Grillkohleanzünder "funktioniert" -
ganz normal angezündet. Zur häufigen Verblüffung der Zuschauer
lässt sich der gleiche Grillanzünder in eine Petrischale ausgegossen
nicht entzünden. Das gelingt erst nach Anwärmen auf der Heizplatte.
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Hier wird gerade die Grillkohle mit dem Grillanzünder getränkt.
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Experiment 2:
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Eine Kerze mit Docht läßt sich normal entzünden. Eine Kerze
ohne Docht (Teelicht im Alutöpfchen) auch, wenn nur das gesamte Material
in der Bunsenflamme
über den Flammpunkt hinaus erhitzt wird. Setzt man das brennende
Teelichttöpfchen auf ein Eisbad, so verlischt die Flamme alsbald wieder.
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Das Teelicht wurde gerade auf dem Eisbad abgesetzt. Noch etwa 5 Sekunden, dann
ist die Flamme aus.
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Lernziele:
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Der Flammpunkt ist diejenige Temperatur, bei der der sich über der
Flüssigkeit anreichernde Dampf die untere Explosionsgrenze erreicht
und also zündfähig wird.
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Brandherde lassen sich durch Abkühlen löschen - auch ohne dass
die Sauerstoffzufuhr abgeschnitten wird. Ist der Flammpunkt unterschritten,
verlischt die Flamme, weil nicht mehr genug Brenngas "nachgeliefert" wird.
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Der Flammpunkt ist das Kriterium zur Einstufung der Feuergefährlichkeit
von Flüssigkeiten: Alle Flüssigkeiten, die einen Flammpunkt unterhalb
Raumtemperatur (< 21 °C) haben, sind mit dem Flammensymbol zu
kennzeichnen. Diese Stoffe
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kann man also bei Raumtemperatur z.B. mit einem Streichholz anzünden
und
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sie erzeugen an der Luft (z.B. offene Flasche) eine solche Menge Dampf, dass
eine explosionsfähige Atmosphäre entsteht.
Ein Blick auf den flüssigen Grillkohleanzünder zeigt denn auch
konsequenterweise, dass dieser nicht mit dem Flammensymbol gekennzeichnet ist.
Hinweise
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Warum brennt eigentlich der Grillkohleanzünder auf der Grillkohle?
In der Kohle ist der Anzünder in kleinen Hohlräumen gefangen, die sich
bei Kontakt mit einer Flamme lokal schnell auf die notwendige Temperatur
aufheizen. Nimmt man ein möglichst großes Stück Grillkohle,
so kann man sehr schön beobachten, dass das Feuer zunächst nur an der
angezündeten Stelle brennt und sich nur langsam über die gesamte Kohle
in dem Maße ausbreitet, in dem sich die Oberfläche auf den Flammpunkt
erwärmt. Tränkt man demgegenüber ein Stück Kohle in einem
leicht entzündlichen Lösemittel, so steht diese beim Anzünden
blitzartig in voller Fläche in Flammen.
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In der Praxis können
Lösemittel mit einem Flammpunkt dicht über Raumtemperatur
(Flp. < 30 °C) auch noch relativ leicht angezündet werden,
da jede
Zündquelle eine lokale Erhitzung verursacht, die in diesen Fällen
ausreichend ist, um in einem genügend großen Bereich lokal den
Flammpunkt zu überschreiten. Bei Flammpunkten oberhalb von 30 °C wird
die Zündfähigkeit
aber schnell widerwillig bzw. ist ganz verschwunden.
Zusatzversuch:
2 aus Alu-Profilen gebaute schmale Wannen werden mit Ethanol bzw.
2-Butanol randvoll gefüllt. Ethanol hat einen Flammpunkt dicht
unterhalb Raumtemperatur (15 °C), 2-Butanol dicht darüber
(25 °C). Sehen Sie sich das unterschiedliche Zündverhalten
in den Videos an!
Es funktioniert
nicht?
Wenn der Effekt der Flammenausbreitung langsamer vonstatten gehen soll,
kann man auf 1-Butanol (Flammpunkt: 34 °C) ausweichen.
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Aerosole lassen sich auch dann leicht zünden, wenn der Flammpunkt erheblich
über Raumtemperatur liegt. Die Zündquelle erhitzt dabei ein einzelnes
Tröpfchen so stark, dass es verbrennen kann. Dies setzt wiederum genug
Energie frei, um benachbarte Tröpfchen auf die notwendige Temperatur
aufzuheizen. Auf diese Weie wird z.B. das normalerweise sehr
zündunwillige Heizöl durch Versprühen zündfähig gemacht.
Zur Demonstration kann man noch einmal den Grillkohlenanzünder bemühen,
der aus einem Zerstäuber versprüht, an einer Zündquelle mit
fauchender Flamme verbrennt.
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