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Explosionsgrenzen
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In drei zylindrische Glasgefäße (4,5 x 50 cm) werden jeweils 2
Tropfen, 15 Tropfen bzw. ein Überschuß (1-2 ml) Diethylether gegeben,
ein Rührfisch oder ein Kork- oder Gummistopfen hinzugefügt und das
Gefäß mit
Alufolie verschlossen. Durch Hin- und Herkippen wird der Inhalt durchmischt
(der Stopfen dient dabei als "Mischkugel")
und nach senkrechtem Einspannen und Entfernen der Aluminiumfolie entzündet.
Die erste Probe zündet gar nicht (Gemisch zu mager). In der zweiten
Probe fährt mit lautem Ton eine Stichflamme hinunter (Explosionsbereich).
In der dritten Probe brennt das Gasgemisch dagegen ruhig ab, wobei die Flamme
beim Einsinken in das Gefäß recht bald wegen Sauerstoffmangel
verlischt. (Gemisch zu fett) Es läßt sich zeigen, dass das letzte
Gefäß immer noch Etherdampf enthält, indem dieser in eine
Kristallisierschale ausgegossen und entzündet wird.
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Benötigte Geräte

Das Gemisch ist zu fett. Die sich in die tiefe vorarbeitende Flamme
verlischt alsbald wegen Sauerstoffmangel.

Effektvolles Umgießen des Etherdampfes

Das ist der Beweis: Der Ether ließ sich umfüllen.
Die Verdunkelung des Raumes dient nur der besseren Sichtbarmachung auf dem
Foto. Der Versuch kann genau so gut auch bei Tageslicht durchgeführt werden.
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Lernziele:
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Kennenlernen des Explosionsbereichs. Technische Anwendung ist der Automotor,
bei dem heutzutage eine elektronische Regelung dafür sorgt, das Luft
Und Kraftstoff im exakten Verhältnis gemischt werden (Lamda-Wert = 1)
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Dämpfe von organischen Lösemitteln sind schwerer als Luft. Sie
können sich deshalb am Boden anreichern und sich an einer weit entfernten
Zünquelle entzünden. Von dieser Regel gibt es eine deutliche Ausnahme:
Methan ist deutlich leichter. Darüber hinaus verhalten sich ein paar Gase
oder Dämpfe indifferent, weil sie ähnlich schwer wie Luft sind:
Acetylen, Ethylen, Methanol. Die Praktikanten sollen versuchen herauszubekommen,
warum das so ist: Gase haben im Idealfall das gleiche Molvolumen, weshalb das
Gasgewicht durch das Gewicht eines einzelnen Teilchens bestimmt wird. Das
Aufzeigen solcher ursächlichen Zusammenhänge ist sehr wichtig:
- Elerntes Fachwissen lässt sich auch in der Arbeitssicherheit anwenden.
- Praktikanten sollten sich nicht naiv über die immer gleiche Angabe
in den Sicherheitsdatenblättern wundern, dass irgendein Stoff XY
Dämpfe entwickelt, "die schwerer als Luft sind und sich über weite
Flächen am Boden ausbreiten und an weit entfernten Stellen zünden
können".
Hinweise:
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Bei anderen Gefäßvolumina sind ist der Explosionsbereich (2. Probe)
durch Ausprobieren zu ermitteln. Die zylindrische Bauform der Gefäße
ist wichtig für den Ton bei der 2. Probe und für das Verlöschen
der Flamme in der übersättigten dritten Probe.
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Das Umgießen des Etherdampfes ist für die Praktikanten jedes Mal
ein lustiger Schaueffekt.
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Zur Demonstration der Kriechfähigkeit von Lösemitteldämpfen aufgrund
ihres hohen Gewichts gibt es noch einen weiteren
Versuch.
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