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Chemikalien auf der Bekleidung
Einer Praktikantin wird etwas Cola oder Soja-Sauce auf den Ärmel gegossen. Wieder
zurück bei den anderen erzählt sie, dass sie beim Hantieren mit
Chemikalienabfällen etwas verschüttet hat.
Lernziel:
Es muss so rasch wie möglich die betroffene Bekleidung abgelegt werden.
Das kann möglicherweise jedoch auf heftigen Widerstand stoßen,
denn wer möchte schon mehr oder weniger entblößt vor etlichen
Gaffern stehen. Die Praktikantin hat deshalb die Anweisung, das Ablegen der Bekleidung unter
gar keinen Umständen zuzulassen.
Meist entspinnen sich bei dieser Übung zeitraubende Diskussionen:
"Zieh' das jetzt aus!" "Nein!!!" die letztendlich in Handgreiflichkeiten
münden. In diesem Augenblick muss der Übungsleiter abbrechen. Mit
einer kleinen Denkpause finden die Praktikanten dann doch schnell die richtige
Lösung: Rücksichtnahme auf die für das Opfer höchst
unangenehme Situation und entweder das rasche Entfernen aller Gaffer oder
Verbringen des Opfers in einen nahegelegenen Raum, wo es ungestört ist.
Auch das Hinzuziehen einer Vertrauensperson des Opfers kann die notwendigen Maßnahmen
sehr beschleunigen.
Hinweise:
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Für das "Opfer" muss ein entsprechendes langärmliges T-Shirt
o.ä.
gestellt werden. Die Farbe sollte möglichst hell sein, damit die braune
Farbe gut zu sehen ist. Als Übungsleiter braucht man folglich auch die eigene
häusliche Waschmaschine, um das T-Shirt für die nächste
Übung vorzubereiten.
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Es ist klar, dass die Rolle des Opfers in diesem Fall von einer Frau gespielt
werden muss. Männern würde es nichts ausmachen, den Pullover
auszuziehen. Man könnte theoretisch auch die Hose eines männlichen
Trägers bekleckern, aber es
wäre wegen der bei diesem Kleidungsstück notwendigen Passform
schwieriger, ein für das mitgebrachte Kleidungsstück passendes
Opfer zu finden.
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Das Video macht u.a. sehr deutlich: Eine wichtige Sicherheitsmaßnahme ist das
Vorhalten von Ersatzkleidung. Auch weniger spektakuläre Fälle sind dann
kein Problem, weil man das verunreinigte Kleidungsstück eben einfach austauscht.
Und die Praktikantin im Video? Die gäbe ihr T-Shirt bestimmt leichteren Herzens
her, müsste sie nicht befürchten, ohne Oberteil spätestens bei der
Heimfahrt mit dem Bus aufzufallen, sondern wüsste den rettenden Ersatz im
Garderobenspind. Wenn Praktikanten nachdrücklich aufgefordert werden, sich
Ersatzkleidung (inkl. Unterwäsche) in den Spind zu legen, reagieren sie
bei einem derartigen Unfall oft schon selbständig schnell und richtig.
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