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Über das unbeaufsichtigte Rührenlassen von ApparaturenOrt:
Universität **** Institut für Organische Chemie, 2. Obergeschoß BrandausbruchsstelleAbzug Zeitpunkt des Brandausbruchs bzw. der BrandentdeckungAußerhalb der Arbeitszeit Personen anwesend?Nein BrandmeldungAutomatisch durch Thermodifferentialmelder BrandursacheBei Dauerversuch über Nacht wurde brennbare Flüssigkeit in einem Glaskolben durch Magnetrührer gerührt. Der Rührfisch hat wahrscheinlich den Glaskolben zerschlagen. Die Dämpfe der Flüssigkeit entzündeten sich an dem nicht explosionsgeschützten Rührer und setzten ein ebenfalls im Abzug stehendes Ölbad in Brand. BrandumfangGroßbrand in der Wirkungsphase Der Brand griff über den horizontalen Deckenzwischenraum und den vertikalen Installationsschacht mit Abluftkanälen auf die Abluftzentrale im Dachgeschoß und dann auf die anderen Installationsschächte über. Der Brand im Abzug führte zur Entzündung der über diesem im Deckenzwischenraum verlegten horizontalen Abzugsabluftkanäle aus schwerentflammbaren Polypropylen. Der Brand wurde über diesen Kanal und über den vertikalen Kanal im Installationsschacht in die Abluftkammer der Dachzentrale gezogen. Die über den Schächten befindlichen Schalldämpferkulissen gerieten durch den Wärmestau in Brand und setzten auch die anderen Schächte in Brand. Löschmittel4 C-Rohre SchädenCa 3 Millionen DM Schäden an Geräten, Einrichtungen, Installationen und am Bauwerk einschließlich der Maßnahmen zur Sicherung der nicht vom Brand betroffenen Anlagen. Funktion der Brandschutz- und LöscheinrichtungenWärmestau im 4.Obergeschoß (d.h. 2 Stockwerke über dem Brandherd!) führte zur Auslösung des Alarms durch Thermodifferentialmelder. In einem an den Technikraum angrenzenden Lösemittelraum reagierte das Schmelzlot eines automatischen Pulverlöschers P12 und löste diesen aus. Die in dem Raum lagernden ca. 200 l Lösemittel der Gefahrenklasse 1 wurden nicht gezündet. Der Thermodifferenzialmelder im Raum des 2. Obergeschosses, wo der Brand ausbrach, sprach wegen der guten Absaugwirkung der in der Anfangsphase noch funktionierenden Abluftventilatoren erst wesentlich später an. Wirkung der baulichen und technischen Maßnahmen des vorbeugenden BrandschutzesDie vertikalen PPs-Kanäle und Installationsleitungen in den drei Installationsschächten, die Schalldämpferkulissen und die Abluftventilatoren brannten im wesentlichen aus. Zusätzliche GefahrenquellenDie brennenden und glimmenden Kunststoffleitungen führten zu einer starken Verqualmung im 4. und 5. Obergeschoß. Wegen dieser Rauchentwicklung mußte die in etwa 80 m Entfernung vorbeiführende Autobahn zeitweise gesperrt werden. Folgerungen bei der SchadensbeseitigungInnerhalb der Installationsschächte wurden die Abluftkanäle feuerbeständig abgeschottet. In der Decke über dem Ventilatorenraum wurde eine Rauchabzugseinrichtung eingebaut. Alle Brandschutzklappen der Zu- und Abluftkanäle wurden mit Endschaltern ausgerüstet und diese auf ein zentrales Meldetableau geschaltet. Damit ist das rasche Erkennen einer Brandausbreitung innerhalb des Lüftungssystems gewährleistet. Quelle:
Werner Schramm, Laborbrände - Laborexplosionen, W.
Kohlhammer GmbH, Stuttgart 1987, 36 - 38 Gibt es jetzt noch jemanden, der das Rühren oder Heizen von brennbaren Flüssigkeiten über Nacht aus Bequemlichkeit doch lieber im Labor machen will anstatt im Nachtlabor?Wer grob fahrlässig handelt, kann persönlich haftbar gemacht werden. Zu empfehlen ist das deshalb nur,
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