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Ermittlung von Gefahrstoffdaten durch StudentenAnmerkungen zum didaktischen Warum und WiesoDie immer noch verbreitete Praxis, Praktikanten sich ihre Betriebsanweisung selbst durch Ausfüllen von Formblättern zu schreiben zu lassen, habe ich andernorts mehrfach kritisiert. Nun sollen die Praktikanten also auch bei mir so ein Formblatt bearbeiten. Wo ist der Unterschied?
Zentraler Aspekt ist die Umsetzung des gefundenen Gefahrenpotentials für den Laboralltag. Viele gefundene Hinweise (Nur "mit Gesichtsschutz" oder "mit Atemschutzmaske" arbeiten) werden ja im Labor gar nicht umgesetzt. Nicht wenige Praktikanten würden nach der Lektüre mit diesem Stoff eigentlich lieber überhaupt nicht umgehen wollen. Man muss also mit den Praktikanten diskutieren! Stäube einer Substanz sind kein Problem, wenn man üblicherweise große harte Brocken in der Flasche vorfindet. Mit "T+" und "R26" gekennzeichnete Inhalationsgifte sind relativ harmlos, wenn es sich um hochsiedende Öle handelt. Viele Hinweise sind eher für den Anlagenbetreiber ("Verschüttetes mit Sand abdecken") oder für den Katastrophenschutz ("Im Brandfall Nebel mit Sprühstrahl niederschlagen.") relevant. Explosible Reaktionen sind im kleinen Labormaßstab vielleicht nur solche, die mit deutlicher Wärmetönung ablaufen. Man versteht dies, wenn man sich klar macht, dass die Masse eines vereinfachend als kugelförmig angenommenen Reaktionsvolumens mit der dritten Potenz des Durchmessers, die Oberfläche und damit das Wärmeableitvermögen aber nur mit der zweiten Potenz des Durchmessers anwächst. Es nutzt nichts, gefundene Werte in aller Ehrfurcht einfach nur zusammenzutragen. Zum Beispiel bedeutet die in Sicherheitsinformationen in der Regel geradezu aufgedrängelte Wassergefährdungsklasse für den Laboralltag wenig bis gar nichts. Praktikanten sollen durch die Prüfung lernen, kompetent mit den recherchierten Daten umzugehen. Wer Interesse an dem WORD-Dokument hat und es für eigene Zwecke nutzen oder abwandeln will, kann das gern tun.
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