Navigationspfad:

Startseite · Sicherheit / Notfall ·

 
Dieser Entsorgungsvorschlag ist für die Chemielaboratorien des Instituts für Chemie und Biochemie der FUB konzipiert. An anderen Einrichtungen können die Entsorgungsregelungen unterschiedlich sein. Alle Hinweise nach bestem Wissen aber ohne Gewähr.

 

Entsorgung von sauren Gasen

In der öffentlichen wie legislativen Wahrnehmung genießt der Gewässerschutz derzeit eine bedeutend höhere Priorität als der Schutz der Atmosphäre. Dennoch ist es indiskutabel, saure Reaktionsgase wie Chlorwasserstoff, Bromwasserstoff oder Schwefeldioxid durch den Abzug hindurch in die Atmosphäre abzublasen.

Grundsätzlich lassen diese Gas sich leicht in z.B. Natronlauge absorbieren. Das Problem dabei besteht aber in der hohen Reaktionswärme wie auch darin, dass sich diese Gase so begierig in der Lauge lösen, dass diese blitzartig zurücksteigen kann. Beim Arbeiten mit Gaswaschflaschen schützt man sich davor üblicherweise durch das Vorschalten einer (leeren) Sicherheitswaschflasche, hätte hier aber das Problem, dass die Lauge dann bei Betrieb gern zwischen den Waschflaschen hin und her schaukelt. (Siehe Abbildung rechts)

Vermeiden lässt sich dies, in dem man das Einleitungsrohr nicht in die Lauge eintauchen, sondern dicht darüber enden lässt. Am besten gelingt dies mit einem Selbstbau aus einem Rundkolben mit aufgesetztem 2-fach durchbohrten Gummistopfen und zwei Glasrohren, die sich so in der Höhe variieren lassen. (Abbildung links) Selbst ermittelte Rückhaltequoten liegen mit so einer Apparatur bei >80 %.

Absorptionsgefäße

Die Lauge wird in dem Rundkolben so vorgelegt, dass dieser etwa zur Hälfte gefüllt ist. (Die Oberfläche der Lauge ist dann am größten.) Ein Rühren während des Betriebes ist nicht notwendig, weil die Lösung durch die Aufnahme des Gases schwerer wird und an den Schlieren deutlich erkennbar auf den Kolbenboden absinkt, so dass sich an der Oberfläche immer frische Absorptionslösung befindet. Die Lauge sollte der Menge der zu erwartenden Gase stöchiometrisch mit einem geringen Überschuss angepasst werden. Die erhaltene Mischung wird ins Abwasser gegeben.

 

Fällt sowieso Kühlwasser an, d.h. entstehen die Gase in einer zum Sieden erhitzten Flüssigkeit, kann man sich wie aus der nebenstehenden Abbildung ersichtlich, aus einem Dimrothkühler, einem geraden Vorstoß und einem Gasableitungsrohr einen einfachen Gaswäscher bauen und mit dem gebrauchten Kühlwasser betreiben, welches dazu durch die Öffung a eingespeist wird. Anschluss b wird mit der Apparatur verbunden. Die Kühlschlangen des Dimrothkühlers haben keinen anderen Sinn, als das im Kühler herablaufende Wasser ein wenig aufzuhalten und gut zu verteilen, so dass das über den Seitenstutzen b eintretende Gas sich gut im Wasser lösen kann. Statt des Kühlers kann man deshalb z.B. auch eine Vigreux-Kolonne verwenden.

Wichtig:
Für diese Apparatur müssen Teile mit großen Schliffen (NS29) verwendet werden. Mit NS14-Bauteilen besteht die Gefahr, dass Wasser in die Reaktionsapparatur zurücksteigt! Die gleiche Gefahr droht, wenn man die Anschlüsse a und b vertauscht!

Die untere Öffnung des Kühlers bzw. der Kolonne wird über ein Ausgussbecken positioniert. Die entstehende verdünnte Säure muss nicht neutralisiert werden, weil der pH-Wert der Laborabwässer vor der Übergabe in das öffentliche Abwassernetz automatisch neutralisiert wird.

Gaswaescher

 




Aktuelles


 

 Institut für Chemie und Biochemie | Kontakt
T.Lehmann | Letzte Aktualisierung: 11.04.2011| Links