Entsorgungskosten
Stand 2008:
2,50 €/kg
Dazu kommen noch Nebenkosten für Verpackung und Abtransport.
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Bitte beachten Sie: Der hier wiedergegebene Entsorgungsvorschlag ist
für die Chemielaboratorien des Instituts für Chemie und Biochemie der FUB
konzipiert. An anderen Einrichtungen können
die Entsorgungsregelungen unterschiedlich sein. Alle Hinweise sind nach bestem Wissen
gegeben. Bitte verstehen Sie, daß dies aus formalen Gründen dennoch ohne
Gewähr erfolgt.
Entsorgung von Quecksilberabfällen
Sie haben Quecksilber zu Hause z.B. auf dem Tepichboden verschüttet oder eine Energiesparlampe zerbrochen? Dann
klicken Sie bitte
hier
Quecksilber ist stark wassergefährdend (WGK 3). Nach
der Indirekteinleiterverordnung des Landes Berlin darf Wasser mit mehr als 0,005
mg/l Gehalt bzw. einer Fracht von mehr als 0,1 g/Stunde nicht ins Abwasser
gegeben werden.
Quecksilber und dessen Salze, sowie entsprechend kontaminierte Papierfilter
sind getrennt von allen anderen Abfällen zu sammeln!
a) Verschütten nach Glasbruch
Dass Quecksilber giftige Dämpfe entwickelt, gehört zum chemischen Basiswissen. Die z.B. bei
einem Thermometerbruch üblicherweise freigesetzte Menge schafft in einem Labor, indem die Luft pro
Stunde 6 bis 8 Mal ausgetauscht werden muss, aber nun nicht gleich ein akutes Bedrohungspotential.
Hinweise in Sicherheitsdatenblättern, dass der betreffende Bereich nur mit Atemschutzgerät
betreten werden dürfe, müssen Sie für einen solchen Fall nicht beachten.
Das, was gefährlich ist, ist der andauernde Aufenthalt in einem quecksilberverseuchten Raum, zumal, wenn
dieser schlecht belüftet ist. Verschüttetes Quecksilber muss deshalb sofort und vollständig
beseitigt werden. Wenn Quecksilber auf dem Boden verschüttet
worden ist, müssen Sie dazu eventuell den seit Monaten angesammelten Labordreck unter den Schränken
hervorkehren!
Verfahren Sie wie folgt:
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Kennzeichnen bzw. sichern Sie die Unfallstelle! Insbesondere darf niemand
Bodenflächen betreten, auf denen sich Quecksilber befindet.
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Da auf den Boden gefallenes Quecksilber sich fast immer auf eine
größere Fläche verteilt, ist es sinnvoll, dieses als erstes
zusammenzufegen. Verwenden Sie einen normalen Handfeger und kehren Sie den
Boden weiträumig und gründlich, vor allem auch unter den
Schränken! Entscheiden Sie danach, ob es absehbar ist, dass der
normale Staub vom Quecksilber vollständig getrennt werden kann! Dies
gelingt auf die weiter unten beschriebene Methode mit dem Zinkblech. Manchmal
lässt sich das Quecksilber auch mechanisch abtrennen, weil es sehr
mobil ist und deshalb beim "Anschubsen" des Kehrichthaufens mit dem Handfeger
aus diesem hervorrollt. Auf den Haaren des Handfegers verbleibt nach der
Benutzung im allgemeinen kein Quecksilber. Kann das Quecksilber aus dem
Kehricht nicht vollständig separiert werden, so wird der gesamte Kehricht
entsorgt. Das Sammelgefäß wird dann wie folgt etikettiert:
Kehricht
nach Verschütten von Quecksilber
R: 23-33-50/53
S: 7-45-60-61 |
T
giftig |
N
umweltgefährlich |
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Im Abzug verspritztes Quecksilber kann in feinsten Kügelchen an den
dort befindlichen Geräten fest haften. In diesem Fall müssen alle
kontaminierten Geräte mit einem benetzenden Lösungsmittel (Ethanol,
Aceton) abgespült werden. Stellen Sie zum Auffangen des Lösungsmittels
eine große Plastikschale unter! Anschließend wird die
Spülflüssigkeit abdekantiert. Arbeiten Sie bei allen
Umfüllvorgängen stets mit einem untergestellten
Auffanggefäß (Wanne, Schale)!
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Hartnäckig hält sich die Ansicht, es sei das beste, auf verschüttetes Quecksilber
irgendetwas draufzuschütten, z.B. Schwefel, Zinkpulver oder Iodkohle. Die dabei verschleuderten
Mengen erreichen oft ein groteskes Ausmaß, vor allem, wenn mehrere Quadratmeter Boden damit abgedeckt werden.
Alle diese Methoden erzeugen völlig unnötige Abfallmengen und sind obendrein auch
noch fast alle ineffektiv! Insbesondere erzeugt man mit Iodkohle lediglich eine furchbare Schweinerei.
Außerdem ist Iodkohle lediglich in der Lage, Quecksilberdämpfe zu
absorbieren.
Und wenn Sie es anderswo schriftlich lesen, das mit dem Draufschmeißen wäre optimal: Unterlassen Sie es!!
Tun Sie das nicht!!
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Hervorragend bewährt hat sich die Aufnahme mit einem
Zinkblechstreifen. Nach Anätzen mit etwas Salzsäure (ist meist
nur bei der erstmaligen Benutzung erforderlich) wird das Zinkblech mit dem
Quecksilber in Kontakt gebracht. Dieses springt mit hoher Affinität
unter Bildung eines Amalgams auf das Blech und kann so aufgesammelt werden.
Die aufgesammelten Tropfen werden in ein Sammelgefäß
abgeschüttelt. (Sicherheitsgefäß unterstellen!) Das Zinkblech
verbraucht sich durch die Amalgamierung allmählich. Bis zur völligen
Abnutzung ist es jedoch viele Male verwendbar. Bewahren Sie es dazu an
dauerabgesaugter Stelle auf!
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Von einer ebenen Fläche kann Quecksilber vorteilhaft auch mit der bekannten
Quecksilberzange aufgelesen werden.
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Noch eine Alternative: Pipettieren. Größere Quecksilbertropfen gehen allerdings nur
widerwillig in die Pipettenspitze und neigen eher dazu, durch wegrollen der Pipette
auszuweichen. Man muss deshalb in dem Augenblick, wo das Tröpfchen in die Pipette hinein
soll, stark saugen.
Daneben sind im Handel spezielle Absorptionsmittel erhältlich ("Mercurisorb"), die jedoch nicht ganz
billig - und im Normalfall auch nicht notwendig sind. Wenn Sie ein solches Mittel verwenden, so befolgen Sie die
Anweisung des Herstellers!
Zerbrochene Thermometer sind daraufhin zu untersuchen, ob sie noch Quecksilber
enthalten. Falls ja, so sind sie gesondert zu sammeln und in der
Materialverwaltung abzugeben. Unternehmen Sie nichts, um das enthaltene
Quecksilber herauszulösen! Um das Volumen derartiger Problemabfälle
zu verringern ist es jedoch zweckmäßig, mittels Glasschneider
die nicht kontaminierten Teile abzutrennen und als normalen Glasmüll
zu entsorgen.
b) Aus chemischen Umsetzungen
Sofern entstandenes Quecksilber sich zu Kugeln zusammenballt, kann es nach
Abdekantieren der Reaktionsmischung unmittelbar in das Sammelgefäß
überführt werden. Fällt es dagegen als graue Emulsion an,
so wird es abfiltriert. Die verbleibende Lösung ist daraufhin zu
kontrollieren, ob sie noch Quecksilber oder dessen
Salze enthält. Das Sammelgefäß
wird wie folgt deklariert:
Quecksilber
R: 23-33-50/53
S: 7-45-60-61 |
T
giftig |
N
umweltgefährlich |
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c) Recycling
Zur Rückgewinnung verunreinigten Quecksilbers - auch für den Laborbereich - sind diverse Verfahren etabliert.
Bei fast allen Verfahren wird das Quecksilber abschließend destilliert. Dies erfolgt meist im Vakuum. Zu beachten
ist dabei die enorme Schwere des Quecksilbers, die normale Standardapparaturen aus Glas entsprechenden mechanischen
Belastungen aussetzt. In der Literatur sind hierfür diverse Spezialapparaturen beschrieben. Je nach Herkunft kann
man das Quecksilber vorreinigen, z.B. durch Auskochen mit Säure, wodurch z.B. Zink-Amalgame zersetzt werden.
Unedle Metalle lassen sich auch entfernen, indem bei der Destillation durch eine Kapillare etwas Luft eingeblasen wird.
Ausführliche Literaturhinweise zur Rückgewinnung von Quecksilber findet man in
Gmelins Handbuch der Anorganischen Chemie, Quecksilber (Systemnummer 34), Lieferung 1, Verlag Chemie
Weinheim,1960, Seite 181 und 207-217
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