Quecksilber in Leuchtstofflampen
Dies ist eine Seite für ein ausgesuchtes Fachpublikum!
Wenn Sie sich hierher "vergoogelt" haben, lesen sie bitte erst weiter, wenn Sie eine Energiesparlampe kaputt gemacht haben. Noch besser ist es, wenn Sie Energiesparlampen kaufen, in denen der Leuchtstoffkörper in einem Plastikgehäuse steckt, damit so etwas gar nicht erst passieren kann.
Jetzt also zum Innenleben von Leuchtstofflampen. Zunächst noch einmal das Prinzip: Das Quecksilber verdampft in der Lampe und wird durch den Stromfluss zum Leuchten angeregt. Das Leuchten des Quecksilbers selbst ist allerdings für den Hausgebrauch vollkommen unbrauchbar, es enthält kaum sichtbare Anteile, die meiste Energie wird im UV-Bereich ausgestrahlt. Das macht aber nichts, weil man bei den Hausgebrauch-Lampen den Glaskörper mit einem Fluoreszenzfarbstoff auskleidet, der das UV-Licht in sichtbares Licht umwandelt. Sie kennen einen analogen Effekt von der Disko, wo spezielle "Schwarzlichtlampen" nahes UV-Licht aussenden, welches von den "Weißmachern" auf Ihrer Wäsche in das bekannte leuchtende Blau umgewandelt wird. (Es ist nämlich alles Schummel: Baumwolle ist in Wirklichkeit hässlich gelb und weil Sie das nicht mögen, imprägniert man die Baumwolle mit "Weißmachern", die durch Aussenden von Blaulicht bei Tageslicht einen weißen Eindruck vortäuschen. Chemie hilft eben in allen Lebenslagen!)
Im Wissenschaftsbetrieb brauchen wir manchmal das Original-Licht des Quecksilberdampfs. Also haben wir kleine Leuchtstoffröhren, in denen sich das Quecksilber in einem klaren unbeschichteten Glaskörper befindet, so dass man hineinsehen kann:
Die obere Leuchtstoffröhre (1) enthält eine in der Röhre herumklappernde Amalgamkugel (A), also kein freies Quecksilber.
In der mittleren Leuchtstoffröhre (2) sehen Sie dagegen ein paar ganz winzige Quecksilberkügelchen (Q).
Es ist ganz normal, dass die Amalgam-Murmel etwas größer ist als die Gesamtmenge der Quecksilberkugeln, weil das ja nicht nur Quecksilber sondern Quecksilber + anderes Metall ist.)
Die ersten beiden Leuchtstoffröhren sind fabrikneu. Sie können das an dem vollkommen klaren Glaskörper erkennen. Bei einer bereits gebrauchten Leuchtstoffröhre sieht die Glaswand hingegen etwas dunkler aus. Das liegt daran, dass sich dort etwas Metalldampf abgeschieden hat. In der Leuchtstoffröhre (3) gibt es sogar ein paar dunklere Flecken und Ringe, also hat sich dort besonders viel Metalldampf abgeschieden. Bei dem abgeschiedenen Metalldampf muss es sich nicht unbedingt nur um Quecksilber handeln. Vielmehr verdunstet im Laufe der Zeit auch etwas von der Wolframdrahtspirale, die Sie am Lampenende sehen können. Allerdings schlägt sich der Wolframdampf vorzugsweise direkt in der Umgebung der Wendel nieder. Alte Leuchtstofflampen können Sie deshalb daran erkennen, dass die Enden sehr dunkel geworden sind. Ist zu viel Wolfram verdunstet, brennt die Wendel irgendwann durch und dann ist die Leuchtstoffröhre kaputt. Das ist das gleiche Schicksal wie bei einer klassischen Glühbirne, nur dass die Wolframdrahtspirale in einer Leuchtstoffröhre viel länger durchhält. Abgeschiedener Quecksilberdampf verdampft beim nächsten Einschalten wieder - er wird ja schließlich zum Leuchten gebraucht.

