Dieser Entsorgungsvorschlag ist für die Chemielaboratorien des Instituts für Chemie und Biochemie der FUB konzipiert. An anderen Einrichtungen können die Entsorgungsregelungen unterschiedlich sein. Alle Hinweise nach bestem Wissen aber ohne Gewähr.
Entsorgung von Chlorsulfonsäureabfällen
Chlorsulfonsäure raucht an der Luft stark und reagiert mit Wasser, ja selbst mit Eis explosionsartig unter Bildung ätzender Salzsäuregase. Die Substanz ist infolge der entstehenden sauren Zersetzungsprodukte wassergefährdend (WGK 2), Ältere Substanzchargen sind oft etwas braun gefärbt. Möglicherweise liegt dies an aufgelösten Deckelmaterialien, die der Säure nicht beliebig lange standhalten. (Halten Sie stets Ersatzdeckel parat!) Da auch Spuren von Verunreinigungen deutliche Verfärbungen auslösen können, ist eine schwach bis mäßig braune Chlorsulfonsäure nicht unbedingt verdorben!
Reinstoff
Chlorsulfonsäre kann unbehandelt als Einzelchemikalie entsorgt werden. Auf sichere Verpackung - insbesondere also auch eine intakte Verschlusskappe - ist zu achten.
Desaktivierung:
Bei der nachfolgende Desaktivierung sind große Mengen Schwefelsäure als Hilfsreagenz notwendig. Die Desaktivierung wird deshalb nur dann in Frage kommen, wenn die Abgabe als Reinstoff nicht möglich ist.
In einem 3-Hals-Kolben mit aufgesetztem Tropftrichter und Rückflusskühler mit Gasableitungsrohr wird die Chlorsulfonsäure vorgelegt und durch den Tropftrichter vorsichtig mit 60 - 70 %iger Schwefelsäure versetzt. Je geringer konzentriert die Schwefelsäure ist, umso heftiger ist die ablaufende Reaktion. Es entstehen große Mengen Salzsäuregas, die über die Gasableitung aufzufangen und nach der angegebenen Vorschrift zu neutralisieren sind. Wenn Sie den sich erwärmende Kolben im Eisbad kühlen wollen, bedenken Sie, dass im Falle eines Kolbenbruchs die gesamte Säure direkt mit Wasser in Kontakt kommt! Je früher das passiert, umso heftiger wird die Reaktion mit dem Kältebad!
Wenn die Desaktivierungsreaktion schwächer wird, kann man die Konzentration der zugegebenen Säure zweckmäßig verringern, bis schließlich mit reinem Wasser versetzt wird. Zum Abreagieren wird noch einige Zeit stehengelassen und dann vor dem Öffnen der Apparatur noch kurz Luft hindurchgesaugt, um die in der Apparatur verbliebenen sauren Gase zu entfernen. Die erhaltene stark saure Mischung wird mit Natronlauge oder Natriumcarbonat (Vorsicht: Schäumt zu Beginn heftig!) neutralisiert und danach ins Abwasser gegeben. (Die Salzlösung gilt als i.a. nicht wassergefährdend) Rechnen Sie damit, dass Ihnen bei der Neutralisation Natriumsulfat ausfällt, weil dies eine relativ schlechte Wasserlöslichkeit hat.

