Dieser Entsorgungsvorschlag ist für die Chemielaboratorien des Instituts für Chemie und Biochemie der FUB konzipiert. An anderen Einrichtungen können die Entsorgungsregelungen unterschiedlich sein. Alle Hinweise nach bestem Wissen aber ohne Gewähr.
Entsorgung von Chlorgas
Chlor ist wassergefährdend (WGK 2).
Druckgasflaschen mit Reaktionsgasen können unproblematisch nur dann an den Lieferanten zurückgegeben werden, wenn sie vollkommen restentleert sind.
- Verwenden Sie möglichst kleine Druckgasflaschen!
- Die Menge des in der Druckgasflasche noch vorhandenen Gases lässt sich durch Wiegen der Druckgasflasche bestimmen, da das Leergewicht des Druckgaszylinders am Zylinderkopf dauerhaft eingestanzt ist.
Überschüssiges Chlorgas bei Reaktionsapparaturen
Entweichendes Chlorgas wird in einer Apparatur wie unter "saure Reaktionsgase" beschrieben absorbiert. Das Chlorgas disproportioniert dabei zu Chrorid und Hypochlorit. Letzteres wird vor der Abgabe der Lösung ins Abwasser mit einem Reduktionsmittel, z.B. Disulfit, reduziert. Die Vollständigkeit der Reaktion lässt sich mit etwas Iodid überprüfen. Bei größeren Mengen wird zweckmäßigerweise bereits der Absorptionslauge das Reduktionsmittel hinzugefügt. Sehr elegant lässt sich das Hypochlorit in der Absorptionslauge auch mit Wasserstoffperoxid reduzieren, da die Abwasseraufsalzung hier besonders klein ist. Nach V.Wiskamp (Persönliche Mitteilung) versetzt man die Lauge langsam mit so viel Wasserstoffperoxid, bis die Gasentwicklung aufgehört hat. Eine noch exaktere Endpunktskontrolle kann dadurch erfolgen, indem man prüft, ob eine vorgelegte Schwefelsaure (2 %ig) Methylorange(0,1 %ig)-Lösung durch noch vorhandenes Hypochlorit gebleicht wird. (Die Mischung muss sauer sein!)
(Chloride sind, sofern das Kation nicht toxisch ist, i.a. nicht wassergefährdend.)

