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Dieser Entsorgungsvorschlag ist für die Chemielaboratorien des Instituts für Chemie und Biochemie der FUB konzipiert. An anderen Einrichtungen können die Entsorgungsregelungen unterschiedlich sein. Alle Hinweise nach bestem Wissen aber ohne Gewähr.

 

Bortrifluorid-Etherat

Bortrifluorid-Etherat ist schwach wassergefährdend (WGK 1).

Bortrifluorid ist eine an der Luft stark rauchende, giftige und ätzende Flüssigkeit. Bei Kontakt mit Wasser zersetzt sie sich heftig zu Fluorwasserstoff und Borsäure. Borsäure ist reproduktionstoxisch. Das muss nicht sehr beunruhigen, denn das Wirkpotential ist so gering, dass Borsäure bis vor kurzem noch als harmloser Bestandteil vieler Arzneimittel galt und bei dem labortypischen arbeiten eine Aufnahme in den Körper eher unwahrscheinlich ist. Problematischer ist die gebildete Fluorwasserstoffsäure, die heimtückisch giftig und ätzend ist, indem sie fast schmerzlos in die Haut eindringt und in der Tiefe zu schweren Verätzungen führt und schon in geringer Menge tödliche systemische Wirkungen verursacht. Überdies verätzt die Fluorwasserstoffsäure Glas.

Eine Vernichtung überflüssigen Bortrifluorid-Etherats mit Wasser ist also problematisch und es sollte daher gut überlegt werden, ob nicht die Entsorgung als Einzelchemikalie vorzuziehen ist. Verdorbene Chargen lassen sich überdies leicht durch eine einfache Vakuumdestillation aufreinigen (Kp10 = 46 °C) und müssen also nicht gleich entsorgt werden.

Kleine Reste, die bei einer Reaktion ungenutzt übrig bleiben sollten, kann man vorsichtig in eine gerührte Natriumhydrogencarbonatlösung geben. Das Hydrogencarbonat soll den pH-Wert neutral halten. Die dadurch erhaltene Fluoridlösung hat nicht mehr das Gefährdungspotential der freien Fluorwasserstoffsäure. Soll denn doch ein wenig mehr vernichtet werden, wird überschüssiges Natriumhydrogencarbonat in einem Rundkolben mit Wasser und Eis verrührt und die Substanz aus einem aufgesetzten Rundkolben zugetropft. Dabei entweicht eine große Menge Kohlendioxid. Eine ausbleibende Gasentwicklung lässt darauf schließen, dass das Carbonat verbraucht und das Gefährdungspotential ev. entsprechend erhöht ist. Sicherheitshalber wird nach dem Öffnen der Apparatur zuerst der pH-Wert der Lösung gemessen und falls erforderlich neutral gestellt. Noch vorhandener Ether wird abgetrennt und die wässrige Phase in den Ausguss gegeben.

 




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T.Lehmann | Letzte Aktualisierung: 31.08.2011| Links