Dieser Entsorgungsvorschlag ist für die Chemielaboratorien des Instituts für Chemie und Biochemie der FUB konzipiert. An anderen Einrichtungen können die Entsorgungsregelungen unterschiedlich sein. Alle Hinweise nach bestem Wissen aber ohne Gewähr.
Entsorgung von Benzylhalogenidabfällen
Benzylhalogenide zeichnen sich durch einen extremen Tränenreiz aus. Benzylchlorid ist darüber hinaus krebserzeugend. Umgang wie Entsorgung haben deshalb besonders sorgfältig zu erfolgen.
Reinstoff
Benzylhalogenide können als Lösemittelabfall entsorgt werden. Bei größeren Mengen ist wegen des tränenreizenden Potentials und wegen der deutlichen Reaktionsfähigkeit die Entsorgung als Einzelchemikalie in Erwägung zu ziehen. Benzylhalogenide lassen sichh durch Vakuumdestillation aufreinigen.
Destillationsrückstände, benetzte Geräte
Glasgefäße werden am besten mehrfach mit Lösemittel (z.B. Aceton oder Ethanol) durchgeschüttelt, wobei man zwischendurch im Abzug ablüften lässt. Saugende Materialien kann man durch längeres Einlegen in basische alkoholische Lösung desaktivieren. Eine solche Lösung erhält man "von selbst" bei der Auflösung von Natrium in Ethanol, weshalb solche Mischungen nicht entsorgt sondern zur Desaktivierung hydrolytisch spaltbarer Verbindungen aufgehoben werden sollten. Die mit Benzylhalogeniden ablaufende Reaktion entspricht der Ethersynthese nach Williamson. Der Ether ist nicht mehr tränenreizend. Es wird als halogenhaltiger Lösungsmittelabfall entsorgt.

