
Unterrichtsblock Verbrennung
Skripte für (Name):
Dr. T.Lehmann, Freie
Universität Berlin, Institut für Organische Chemie
Vorwort für Lehrkräfte:
Ich habe im Dezember 1998 die nachfolgende Unterrichtseinheit in einer 9.Klasse
abgehalten. Die Schüler bekamen diese Skripte in die Hand. Während
des Unterrichts wurden die meisten der Experimente von den Schülern
selbst durchgeführt. Hilfestellung habe ich nur bei Gefahrstoffen gegeben.
So habe ich z.B. Schwefelkohlenstoff und Diethylether, mit denen Kinder
nach den Bestimmungen der GUV19.16 erst ab einem Alter von 16 Jahren hantieren
dürfen, selbst abgefüllt und in den entsprechenden Gefäßen
bereitgestellt, die entsprechenden Zündversuche jedoch von den
Schülern durchführen lassen. Da die Kinder bei mir im Institut
zu Besuch waren, war ich gezwungen, das gesamte Programm innerhalb von zwei
Stunden abzuarbeiten. In dieser Zeit war es lediglich möglich, die Kinder
die Versuchsbeobachtungen notieren zu lassen. Die sich aus den Versuchen
ergebenen Schlußfolgerungen - die während der Veranstaltung aber
wenigstens andiskutiert waren - waren als Hausaufgabe schriftlich
auszuformulieren, wozu in der Skripte entsprechende Felder vorgesehen waren.
Sie können sich durch den Text beliebig zu eigenem Schaffen anregen
lassen oder ihn ganz oder in Teilen in Ihrem eigenen Unterricht einsetzen.
Natürlich können Sie in einem normalen Unterricht auch die
Schlußfolgerungen im Unterricht entwickeln und formulieren lassen anstatt
wie ich, das alles im "Schweinsgalopp" zu machen. Entscheiden Sie selbst!
Vorbehaltlich der zur Verfügung stehenden Ressourcen kann dies auch
wiederum als Blockkurs im Institut für Organische Chemie durchgeführt
werden. Wenn Sie dieses wünschen, melden Sie sich bitte bei der Fachdidaktik
Chemie, Frau Angela
Koehler-Krützfeld, Tel. 8386343 an!
Inhalt
1 Vorwort
2 Was sind die Voraussetzungen, daß ein Stoff
brennt?
2.1 Wir untersuchen verschiedene Materialien:
2.2 Wir untersuchen Luftbestandteile auf das Brennverhalten
3 Wie kann man eine Verbrennung starten?
4 Leicht- und hochentzündliche
Stoffe
5 Aggregatszustand bei der Verbrennung
6 Wie kann man Feuer löschen?
6.1 Brennende Gegenstände
6.2 Brennende Personen
7 Brandfördernde Substanzen
In dieser Skripte kommen viele Namen von Chemikalien vor. Es macht gar nichts,
wenn Du diese Namen (jetzt noch) nicht verstehst, denn es geht hier nur darum,
daß Substanzen verschiedene Eigenschaften haben können. Statt
der Namen hätte man auch schreiben können, "Substanz A" wird mit
dem "Elexier B" versetzt. Dann hätte aber alles so ausgesehen, als
hätte Chemie etwas mit geheimnisvollen Hexenküchen zu tun, aber
das stimmt nicht: Wenn man von Chemie eine Ahnung hat, sind einem die
Eigenschaften von Stoffen im Gegenteil sehr vertraut.
Die Stoffe der folgenden Tabelle werden in die nicht leuchtende Flamme des
Bunsenbrenners gehalten. Beschreibe das Brennverhalten:
| Stoff |
Brennverhalten |
| Schale mit 10 ml Nagellackentferner |
|
| Holzscheit |
|
| Magnesiumband |
|
| Werkstück aus Stahl |
|
| Stein |
|
Fragen für zu Hause:
| Brennen alle Stoffe gleich heftig? |
|
| Können auch Metalle brennen? |
|
Der Versuch wird mit zerkleinerten Materialien wiederholt:
| Stoff |
Brennverhalten |
| 10 ml Nagellackentferner werden mit einer Spritze
durch die Bunsenflamme gedüst. |
|
| Aus dem Holzscheit geschnittener Span |
|
| Stahlwolle |
|
| Seesand |
|
Fragen für zu Hause:
| Welchen Einfluß hat das Zerkleinern
auf das Brennverhalten? |
|
| Kannst Du eine Begründung
dafür geben? |
|
Wenn man die einzelnen Gase, aus denen die Luft besteht, in reiner Form vorliegen
hat und diese immer weiter abkühlt, so kommt man zu ganz unterschiedlichen
Ergebnissen:
-
Kohlendioxid wird bei -78 °C fest. Es ist unter dem Namen "Trockeneis"
bekannt und wird z.B. in Imbißläden ohne Stromversorgung zur
Kühlung benutzt.
| Versuch |
Beobachtung |
| Ein Trockeneisstückchen wird in ein
Glasgefäß mit Schnappdeckel gegeben, verschlossen und stehengelassen. |
|
Fragen für zu Hause:
| Zwischen welchen Aggregatszuständen
wechselt das Trockeneis? |
|
| Gib den Namen für diesen Wechsel an! |
|
-
Stickstoff wird bei -196 °C (!) flüssig. Auch diese Flüssigkeit
wird für technische Apparaturen zur Kühlung benutzt. Alle Stoffe
verändern bei dieser Temperatur stark ihre Eigenschaften, wie der folgende
Versuch zeigt:
| Versuch |
Beobachtung |
| Ein Stück Gummischlauch wird in flüssigen
Stickstoff getaucht. Dann wird mit dem Hammer auf das Schlauchstück
geklopft. |
|
Fragen für zu Hause:
| Beschreibe die Eigenschaft, die Stoffe
bei ca. -200 °C haben! |
|
-
Sauerstoff wird bei etwas höherer Temperatur, nämlich -183 °C
flüssig. Flüssiger Sauerstoff ist viel konzentrierte als
gasförmiger Sauerstoff. Die Verbrennung wird in flüssigem Sauerstoff
daher gefährlich beschleunigt. Das kann sogar zu Explosionen führen.
| Versuch |
Beobachtung |
| Eine Metallschale wird mit flüssigem Stickstoff
gefüllt und hochgehoben. Die Außenseite der Schale bekommt
zunächst einen weißen Belag. Nach einiger Zeit scheidet sich dort
flüssiger Sauerstoff ab, der schließlich von der Schale abtropft.
Eine brennende Zigarette wird an diese Tropfen gehalten. |
|
Fragen für zu Hause:
| Woraus besteht der weiße Belag, der
zuerst auf der Schale zu sehen ist? |
|
Wir wollen nun einmal diese 3 Gase bei Raumtemperatur daraufhin untersuchen,
ob sie für eine Verbrennung notwendig sind.
Versuch:
In ein Becherglas wird ein Stück Trockeneis gegeben oder etwas
flüssiger Stickstoff gefüllt. Nach kurzem Abwarten wird eine brennende
Kerze oder Zigarette in das Glas gehalten.
| Gas |
Beobachtung |
| Kohlendioxid |
|
| Stickstoff |
|
| Versuch |
Beobachtung |
| Durch eine glimmende Zigarette wird Sauerstoff
geblasen. |
|
Fragen für zu Hause:
| Welches Gas / welche Gase der Luft
sind für eine Verbrennung notwendig? |
|
| Versuch |
Beobachtungen |
| Einige Tropfen Schwefelkohlenstoff werden in
eine Porzellanschale gegeben. Ein Glasstab, welcher zuvor in der Bunsenflamme
erhitzt wurde, wird zunächst an den Docht einer Kerze gehalten und dann
in den Schwefelkohlenstoff getaucht. |
Kerze:
Schwefelkohlenstoff:
|
Schwefelkohlenstoff hat eine Zündtemperatur von 102 °C. Auch alle
anderen brennbaren Stoffe haben Zündtemperaturen, die höher oder
niedriger als die des Schwefelkohlenstoffs sein können.
Fragen für zu Hause:
| Was passiert, wenn ein Stoff über
seine Zündtemperatur hinaus erhitzt wird? |
|
| Ist zum Entzünden eines Feuers immer
eine Flamme, ein Funke oder ähnliches notwendig? |
|
| Versuch |
Beobachtungen |
| 0,5 ml einer Lösung von
n-Butyllithium in Hexan werden aus einer mit einem Septum verschlossenen
Flasche mit einer Spritze entnommen und auf die Arbeitsfläche getropft.
(Ein "Septum" ist eine Membran, die man mit der Nadel einer Spritze
durchstechen kann. Zieht man die Nadel wieder heraus, so schließt das
Loch sich wieder dicht) |
|
Fragen für zu Hause:
| Liegt die Zündtemperatur von
n-Buthyllithium oberhalb oder unterhalb
der Raumtemperatur? |
|
Die Entflammbarkeit des soeben verwendeten n-Butyllithiums ist schon
recht gefährlich. Stoffe, die leicht- oder hochentzündlich sind,
werden mit einem Flammensybol gekennzeichnet, welches folgendermaßen
aussieht:
| so: |
F
leicht entzündlich |
oder so: |
F+
hochentzündlich |
Fragen für zu Hause:
| Stelle fest, welche leicht entzündlichen Stoffe bei Euch zu Hause
verwendet werden. Leider erkennst Du nicht alle Stoffe an den gezeigten Symbolen,
weil es z.B. für kleine Flaschen Ausnahmebestimmungen gibt. Suche deshalb
auch nach einem warnenden Text! Fündig wirst Du am ehesten bei allem,
was "irgendwie komisch" riecht, also z.B. Lacke, Klebstoffe, Reinigungs-
und Fleckentfernungsmittel sowie Kosmetika. Außerdem gibt es diverse
Stoffe, die direkt zum Verbrennen benutzt werden. Auch im Keller oder in
der Garage gibt es häufig leicht entzündliche Stoffe. Frage Deine
Eltern, ob Du auch dort suchen darfst! |
|
| Versuch |
Beobachtung |
| Eine Flamme wird an den Docht einer Kerze gehalten. |
|
| Die Flamme wird auf das Wachs einer Kerze gehalten. |
|
| Eine brennende Kerze wird mit den Fingern
gelöscht und darauf eine Flamme rasch in den aufsteigenden Rauch gehalten. |
|
| Ein Teelicht mit Aluminiumtöpfchen ohne
Docht wird von unten in der Bunsenflamme erhitzt. |
1.
2. |
| Das Teelicht wird durch Abdecken gelöscht.
Dann wird rasch eine Flamme in den aufsteigenden Rauch gehalten. |
|
Fragen für zu Hause:
| Das Kerzenwachs ist normalerweise
fest. Welchen Aggregatszustand erreicht
es, bis es tatsächlich verbrannt wird? |
|
| Versuch |
Beobachtung /
Schlußfolgerung |
Etwas Nagellackentferner wird auf die Hand
geträufelt.
-
Wie fühlt sich das an?
-
Was ist daraus zu schließen?
|
|
| 3 Tropfen
Nagellackentferner werden in eine Kleinbild-Filmdose
gegeben, die mit einem elektrischen Zünder ausgerüstet ist. Die
Filmdose wird fest verschlossen und der Zünder betätigt. |
|
Fragen für zu Hause:
| Wann ist die Verbrennung am heftigsten: Wenn der zu verbrennende Stoff
fest, flüssig oder gasförmig ist? |
|
| Entwerfe einen Versuch, mit dem man Kerzenwachs zur Explosion bringen
könnte! |
|
Versuch:
In 2 zylindrische Glasgefäße werden nacheinander jeweils 2 und
15 Tropfen Diethylether gegeben, in ein drittes Gefäß kommt etwa
1 ml Diethylether. Weil Diethylether schon bei 35 °C siedet, verdunstet
er sehr rasch. Die Gefäße enthalten also nach wenigen Augenblicken
nur noch gasförmigen Ether. In die Glasgefäße wird ein Stopfen
hineingegeben, mit dem das entstehende Ether/Luftgemisch nach dem
Verschließen mit etwas Alu-Folie durch Kippen gut durchmischt wird.
Nach Abnehmen der Alu-Folie wird eine Flamme an die Öffnung des
Gefäßes gehalten.
Diethylether ist DER Ether, mit dem in Krimis arme Opfer
narkotisiert werden. So schnell wie im Krimi geht das in Wirklichkeit allerdings
nicht. Aber für den Krimi wäre das wohl zu langweilig, wenn die
Opfer sich minutenlang wehren und zappeln würden...
| Menge des Ethers |
Beobachtung |
| 2 Tropfen |
|
| 15 Tropfen |
|
| 1 ml |
|
Fragen für zu Hause:
Wann ist die Verbrennung am heftigsten:
-
Wenn wenig von dem zu verbrennenden Gas wenig, Luft hingegen reichlich vorhanden
ist.
-
Wenn das zu verbrennende Gas mit Luft in einem genau richtigen Verhältnis
gemischt wird.
-
Wenn man viel von dem zu verbrennenden Gas und wenig Luft nimmt.
|
|
Wenn Ihr zu Hause ein Auto habt, dann frage Deine Eltern:
-
Was macht der Vergaser im Auto?
-
Was ist der "lambda"-Wert, bzw. eine "lambda"-Sonde?
|
|
Folgendes kannst Du auch selbst beantworten:
-
Was stimmt mit dem Benzin-Luft-Gemisch nicht, wenn aus dem Autoauspuff schwarzer
Ruß kommt?
|
|
| Versuch |
Beobachtung |
| In dem dritten Zylinder verbleibt auch nach
dem Anzünden immer noch Etherdampf. Er wird in eine große Glasschale
umgefüllt und dann eine Flamme in die Schale gehalten. |
|
Fragen für zu Hause:
| Warum brennt der Ether jetzt? |
|
| Sind Etherdämpfe schwerer oder leichter als Luft? |
|
Anmerkung:
Alle leicht entzündlichen organischen Flüssigkeiten entwickeln
Dämpfe, die sich ähnlich wie der Dampf des Diethylethers verhalten.
Das ist sehr gefährlich, weil sich diese Dämpfe am Boden unbemerkt
über weite Strecken ausbreiten und an einer weit entfernten Stelle
zünden können.
Fragen für zu Hause:
| Camping-Gas-Flaschen dürfen nicht in Räumen gelagert werden,
deren Fußboden sich unterhalb des Erdbodens befindet. (z.B. Keller)
Gib eine Erklärung! |
|
Feuer kann man löschen indem man die Luftzufuhr unterbindet, oder den
Sauerstoff verdrängt.
-
Die Verdrängung des Sauerstoffs haben wir schon im
Kapitel 2.2 untersucht.
| Versuch |
Beobachtung |
| Ein Teelicht im Aluminiumtöpfchen ohne
Docht wird mit dem Brenner erhitzt, bis das Wachs zu brennen anfängt.
Dann wird das Teelicht in Eiswasser gehalten. |
|
Feuer kann man auch löschen, indem man den Brandherd abkühlt.
Fragen für zu Hause:
| Wie heißt die Temperatur, die dabei unterschritten werden muß? |
|
| Brennende Kerzen werden meistens ausgepustet. Warum verlöscht dabei
die Flamme, obwohl man dabei doch frische, sauerstoffhaltige Luft in die
Flamme pustet? Gib 2 Gründe an, aber überlege vorher gut! Beachte
den Versuch mit den drei Glasrohren!
Übrigens werden brennende Erdölquellen prinzipiell auf die
gleiche Weise gelöscht. Natürlich kann man da nicht pusten, sondern
muß eine Sprengladung zünden und dafür sorgen, daß
die Druckwelle die Ölquelle trifft. |
1.
2. |
Wenn Löschmittel verwendet werden, so verdrängen diese meist den
Luftsauerstoff oder sie kühlen den Brandherd. Viele tun sogar beides
gleichzeitig. Wasser zum Beispiel kühlt sehr gut und der sich bildende
Wasserdampf verdrängt gleichzeitig den Sauerstoff. Wasser kann als
Löschmittel aber auch völlig falsch sein.
| Versuch |
Beobachtung |
| Etwa 20 ml Toluol werden in ein 100-ml-Becherglas
gegeben, welches in einer großen Kristallisierschale steht. Das Toluol
wird mit der Bunsenflamme entzündet. Dann wird Wasser in das Becherglas
gespritzt. |
|
Um zu verstehen, warum das Feuer in dem vorigen Versuch nicht gelöscht wurde, wird in
einem Reagenzglas etwas Toluol gegeben und dann mit angefärbtem Wasser versetzt.
(Zum Anfärben des Wassers wird ein farbiges Salz, z.B. Kupfersulfat
verwendet.)
|
|
Fragen für zu Hause:
| Gib eine Erklärung, warum das Wasser den Brand nicht gelöscht
hat! |
|
Der Versuch, mit Wasser zu löschen, kann unter Umständen sogar
lebensgefährlich sein!
| Versuch |
Beobachtung |
| Eine Metallschale wird mit einem
Eßlöffel Bratfett versetzt und von unten mit der Bunsenflamme
erhitzt. |
1.
2. |
| Die Flamme wird entfernt und die Schale rasch
mit einem Blatt Papier zugedeckt. |
|
| Das Blatt Papier wird wieder zurückgezogen. |
1.
2. |
| Das brennende Öl wird mit Wasser bespritzt |
|
Fragen für zu Hause:
| Wie würdest Du eine brennende Friteuse oder eine brennende Bratpfanne
löschen? Besprich mit Deinen Eltern, wie man das richtig macht! |
|
| Wenn man den Brand gelöscht hat: Ist dann alle Gefahr sogleich
vorüber? Oder muß man noch auf etwas achten? |
|
Wir wollen einmal untersuchen, warum es so eine schreckliche Feuerfontäne
gegeben hat, als wir das Wasser in das Öl gegeben haben:
| Versuch |
Beobachtung |
| In ein Reagenzglas wird etwas aufgeschmolzenes
Bratfett gegeben und mit Wasser versetzt. Wo befindet sich hinterher das
Wasser? |
|
| Das Reagenzglas wird in der Bunsenflamme
gleichmäßig erwärmt.
|
|
Fragen für zu Hause:
| Erkläre das Versuchsergebnis! |
|
| Welche Stoffe können mit Wasser gelöscht werden? |
|
Ein für das chemische Labor sehr gut geeignetes Löschmittel ist
Kohlendioxid. Im Labor gibt es deshalb meist Kohlendioxidlöscher. Dort
befindet sich das Kohlendioxid unter so starkem Druck, daß es bei
Raumtemperatur flüssig ist. Der Kohlendioxidlöscher enthält
also flüssiges Kohlendioxid.
Fragen für zu Hause:
| Schau noch einmal im Kapitel 2.2 nach: Kann Kohlendioxid
auch bei normalem Luftdruck flüssig sein? |
|
| Versuch |
Beobachtung |
| Etwas Ethanol wird in einer Metallschale
entzündet und mit dem Kohlendioxidlöscher gelöscht. |
|
Das Kohlendioxid entweicht als kalter "Schnee" aus dem Löscher. Dort,
wo der Schnee sich nicht zu festem Trockeneis zusammenballt (meist am
Löschkopf), verdampft der Schnee augenblicklich rückstandsfrei.
Fragen für zu Hause:
| Was muß man alles tun, bis ein Feuerlöscher einsatzbereit
ist? |
|
Welche Temperatur muß der austretende Kohlendioxidschnee
haben?
Vergleiche Kapitel 2.2 |
|
Warum tritt aus dem Löscher kalter Kohlendioxidschnee aus, obwohl
das Kohlendioxid im Löscher gerade eben noch Raumtemperatur
hatte?
Vergleiche mit dem Nagellackentferner
auf der Hand (Kapitel 5) |
|
Nimm an, Du findest einen Feuerlöscher, bei dem die Plombe zerrissen
ist:
-
Welche Gefahr besteht?
-
Was muß mit dem Löscher sofort gemacht werden?
|
|
Leider kann man auch dem Kohlendioxidlöscher nicht alle Brände
löschen. Er ist sehr gut geeignet für brennende Flüssigkeiten.
Wenn aber eine brennende Glut vorliegt, so ist er weniger geignet. Bei
Metallbrändenversagt er völlig:
| Versuch |
Beobachtung |
| In einer Metallschale werden Magnesiumspäne
mit dem Bunsenbrenner entzündet. Es entsteht ein sehr heißer
Glutbrand. Es wird versucht, den Brand mit dem Kohlendioxidlöscher zu
löschen. |
|
Erklärung:
Das "DIOXID" in dem Namen Kohlendioxid bedeutet, daß dieser Stoff auch
Sauerstoff enthält. Da er chemisch gebunden ist, können die meisten
brennbaren Stoffe damit nichts anfangen - aber manche eben doch: Sie "stehlen"
dem Kohlendioxid einfach den Sauerstoff. Das tut hier auch das Magnesium.
Später wirst Du lernen, zwischen welchen Reaktionspartnern ein solcher
Wechsel möglich ist und zwischen welchen nicht. (Frage Deine(n) Lehrer(in),
wann die "Spannungsreihe der Elemente" im Unterricht behandelt wird.)
In einem Erste-Hilfe-Kurs lernt man auch, wie man brennende Personen
löscht: Durch Einwickeln in eine Decke. Das ist im Ernstfall sehr schwierig,
weil brennende Personen sehr panisch reagieren, also um sich schlagen oder
sogar weglaufen. Man muß sie deshalb festhalten, notfalls sogar zu
Boden werfen. Trotzdem ist es richtig, was der Ausbilder im Erste-Hilfe-Kurs
erzählt, denn beim Grillfeuer im Garten gibt es meist nichts anderes
als eine Decke. In öffentlichen Gebäuden, vor allem aber im Chemieraum
gibt es aber eine bessere Alternative:
Feuerlöscher
Die gesetzlichen Unfallversicherer empfehlen Löscher ohne jede
Einschränkung hinsichtlich des Typs. Das ist sehr bedeutend, weil es
zahlreiche, sehr hartnäckige Vorurteile gegenüber Löschern
gibt:
-
Es bestünde Erstickungsgefahr
-
Es könnte einen Kreislaufkollaps geben
-
Es können Erfrierungen auftreten
Man muß es ganz deutlich sagen: Das ist alles Unsinn! Das liegt vor
allem daran, daß ein kurzer Sprühstoß aus dem Löscher
ausreicht, um jeden Kleiderbrand zu löschen.
Aber warum dann - wenn es doch umstritten scheint - nicht doch lieber eine
Decke nehmen?
Ganz einfach:
-
Das Löschen ist schneller und sicherer, weil man mit dem Löscher
den Brand auch löschen kann, wenn das Opfer wild herumstrampelt und
1 - 2 m entfernt ist.
| Versuch |
Beobachtung
:-) |
| Die Schüler werden mit einem
Kohlendioxidlöscher angesprüht. |
Anzahl der Erstickungsanfälle :
Anzahl der Kreislaufkollapse :
Anzahl der Erfrierungen : |
Brandfördernde Substanzen werden mit dem folgenden Symbol gekennzeichnet:
O
brandfördernd
Es sieht ganz ähnlich wie das Symbol für leicht entzündliche
Substanzen aus - und doch bedeutet es etwas völlig anderes:
Ein brandfördernder Stoff brennt selbst nicht, kann aber die Verbrennung
erheblich unterstützen - ja sogar auslösen.
| Versuch |
Beobachtung |
| Etwas Lithiumaluminiumhydrid wird in ein kleines
Becherglas gegeben und mit einem Tropfen rauchender Salpetersäure versetzt.
(Lithiumaluminiumhydrid ist ein leichtentzündlicher Feststoff.
Rauchende Salpetersäure ist brandfördernd.) |
|
Viele Sprengstoffe bestehen aus einem Gemisch aus Komponenten, von denen
ein Teil leicht entzündlich, der andere brandfördernd ist. Das
muß nicht in der Schule ausprobiert werden, denn alle kennen das bestens
von den Silvesterböllern.
|