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Letzte Aktualisierung: 10.11.2006 | Links  
Dr. T. Lehmann
 
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Skript zur Sicherheitsunterweisung für den Chemieunterricht in der Schule

Einführung für den Lehrer / die Lehrerin

Warum dieses Sicherheitsskript?

Es gibt Leute, die seltsam steife Gesichtszüge bekommen, wenn Sie etwas von Arbeitssicherheit erzählen sollen. "Sicherheitshalber" spult man möglichst viele Paragraphen(nummern) herunter, im Chemiebereich darf natürlich das Wort "Gefahrstoffverordnung" nicht fehlen. Hauptsache, das alles klingt möglichst pseudoamtlich. Schlimmer noch: Hilfestellungen, also Anleitungen für Lehrer befleißigen sich gern des gleichen Vokabulars. Lässt sich ein Lehrer dadurch verleiten, in nämlicher Art vor seinen Schülern zu dozieren, werden die innerhalb der ersten Minute merken, wozu der ganze Budenzauber einzig und allein gut ist: Der/die da vorn will nur nichts an der Backe haben, wenn doch mal etwas passiert.

Schade, denn Arbeitssicherheit macht Spaß!

Ohne ausgebildeter Didakt zu sein, habe ich mir nach Lektüre so einer amtschinesischen Musterbetriebsanweisungsempfehlung für unterrichtliche Veranstaltungen im Fach Chemie eine Alternative von der Seele geschrieben, von der ich hoffe, dass diese die Schüler besser anspricht. Wer bitteschön verbietet es denn z.B., dass die Überschrift einer Betriebsanweisung für den Schulunterricht "Liebe Schülerinnen und Schüler" heißt? Geben Sie doch mal Hausaufgaben zur Arbeitssicherheit auf! Beispiel: Wieso darf die Butangasflasche für den Camping-Gaskocher nicht im Keller unterhalb der Erdgleiche stehen? Wenn Sie an Bild- und Videomaterial zur Arbeitssicherheit interessiert sind, schauen Sie mal bei den Versuchen zur Unterweisung nach.

Lernziel des Skripts

  • Chemikalien ist man nicht "hilflos" ausgeliefert. Vielmehr gibt es schon auf dem Etikett gute Informationsmöglichkeiten.
  • Gegen die Gefährdung durch Chemikalien kann man sich durch einfache Standardmaßnahmen schützen. Meist sind diese Maßnahmen durch den "gesunden Menschenverstand" unmittelbar einsichtig.
  • Gefährdungen durch Chemikalien lassen sich stark schematisieren. Dies vereinfacht die Schutzmaßnahmen extrem, weil man so nicht unbedingt für jeden Stoff eine Einzelanweisung benötigt.
  • Gefahrstoffe gibt es nicht nur im Chemieunterricht, sondern sie umgeben uns im täglichen Leben. Sogar karzinogene Gifte konsumieren wir pro Haushalt jährlich im Tonnenmaßstab in Form des Kraftfahrzeugbenzins, bzw. erzeugen selbst neue in Form der Verbrennungsabgase. Den Schülern soll bewusst werden, dass es zwischen den Chemikalien im Chemieunterricht oder in der Industrie einerseits und den Stoffen in den vielen bunten Flaschen in der Drogerie andererseits keinen prinzipiellen Unterschied gibt.

Wo gibt es das Skript?

http://userpage.chemie.fu-berlin.de/tlehmann/schule/safety-schueler.doc

Darf ich das Skript auch abändern?

Das sollen Sie sogar!

Passen Sie es an Ihre Gegebenheiten an! Wahrscheinlich wird es zu umfangreich sein. Also streichen Sie weg, was überflüssig ist. Das neue Elaborat ist ganz speziell für Ihren Bereich geschaffen - also dürfen und sollen Sie auch das FU-Emblem entfernen und den Text in das Layout Ihrer Schule einbetten.

Brauche ich selbst eine eigene Vorbereitung?

Das Skript setzt voraus, dass Sie gewisse Sicherheitsstandards einhalten. Beispiel: Stellen Sie sich ein pubertierendes Mädchen vor, was eine Chemikalie auf den Ärmel bekommen hat und nun den Pullover ausziehen soll. Das will die nicht! Vor der ganzen Klasse schon gar nicht! Als kluge(r) Lehrer(in) haben Sie aber bei der letzten "Auktion" der im Sportunterricht vergessenen Sachen zugelangt, bevor die nicht mehr den rechtmäßigen Besitzern überstellbaren Kleidungsstücke in die Altkleidersammlung gegeben wurden. Sie haben Sachen herausgesucht, die möglichst unkritisch hinsichtlich Größe bzw. Geschlecht sind. Sie haben die Sachen durch Waschen in der häuslichen Waschmaschine in einen hygienisch einwandfreien Zustand gebracht und verwahren Sie jetzt für den Notfall in Ihrer Sammlung. Äußerdem haben sich schon im Vorfeld überlegt, wo sich ein vom Rest der Klasse nicht einsehbares Waschbecken befindet, zu dem sich das o.g. arme Mädchen - und im übrigen auch der sonst so freche, jetzt aber wegen eines auf das Hosenbein gelangten schmerzhaften Säureflecks auffallend stille Bengel hinbegeben können, um sich nach Ihrer beiläufigen Versicherung, dass das Malheur ja halb so tragisch sei, weil Sie mit schicker Ersatzkleidung aushelfen können, mit einem Seufzer der Erleichterung sich dann hoffentlich doch freiwillig der betroffenen Bekleidung entledigen und die betroffenen Hautpartien spülen können.