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Letzte Überarbeitung: 23.01.2011

 

Leitfaden zur Ermittlung des Gefährdungspotentials

Stoffe mit erwiesenem Wirkpotential

Schauen Sie auf den Flaschenetiketten nach, welche Substanzen mit dem Totenkopfsymbol (EU-alt) oder mit dem nachfolgend abgebildeten GHS-Zeichen gekennzeichnet sind! Untersuchen Sie die R- bzw. H-Sätze! Wenn Sie einen der in der Systematik benannten Sätze für erwiesenes Wirkpotential finden, handelt es sich um einen kmr-Stoff.
Totenkopfsymbol Silhouete.gif

Schauen Sie darüber hinaus in der TRGS 905 nach, ob weitere Stoffe in Ihrem Zuständigkeitsbereich als kmr-Stoffe zu behandeln sind.

Stoffe mit vermutetem Wirkpotential

Schauen Sie auf den Flaschenetiketten nach, welche Substanzen mit dem Warnkreuzsymbol (EU-alt) oder mit dem nachfolgend abgebildeten GHS-Zeichen gekennzeichnet sind! Untersuchen Sie die R- bzw. H-Sätze! Wenn Sie einen der in der Systematik benannten Sätze für vermutetes Wirkpotential finden, handelt es sich um einen kmr-Stoff.
Totenkopfsymbol Silhouete.gif

Beachten Sie, dass Sie allein mit dem nach dem GHS vorgesehenen Warnwort "Achtung" bzw. "Gefahr" vermutetes bzw. erwiesenes Potential nicht zuverlässig auseinanderhalten können, weil dies als Summenergebnis für alle Gefährdungen vergeben wird. Es kann also durchaus sein, dass Sie z.B. wegen einer starken akuten Toxizität das Warnwort "Gefahr" auf der Flasche finden, obwohl die kmr-Aktivität nur vermutet wird.

Sonstige Erkenntnisse

Sehen Sie nach, ob es für den betreffenden Stoff eine Einstufung der Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe gibt. Ermitteln Sie, ob der betreffende Stoff Strukturelemente enthält, die typisch für ein kmr-Wirkpotential sind. Versuchen Sie wann immer möglich, verbale Informationen über das Gefährdungspotential zu erhalten, zum Beispiel aus der GESTIS-Stoffdatenbank. Bei Stoffen mit reproduktionstoxischem Potential haben Sie vielleicht zuerst Ihre Praktikantinnen im Blick. Die verbale Information über Diethylenglycoldimethylether würde Sie aber z.B. darüber aufklären, dass dessen vorherrschende Wirkung in Hodendegenerationen besteht. Auch Männer können also von reproduktionstoxischen Stoffen behelligt werden. Aus den verbalen Informationen erhalten Sie oft auch Informationen über die Menge, die notwendig ist, um eine Wirkung hervorzurufen. Im Falle des Diethylenglycoldimethylethers würden Sie dabei sehen, dass Sie als Mann bei normal vorsichtigem Umgang durchaus noch Chancen hätten, ein glücklicher Vater werden zu können.

 


Zu viel Arbeit? Zu umständlich?

Die TRGS 905 ist nicht sehr umfangreich. Sie haben schnell "einen Riecher", wo ein kmr-Potential im Spiel sein könnte. Auch mit wenig ausgeprägtem Riecher wird man viele Allerweltschemikalien wie Natriumsulfat oder Harnstoff spontan als harmlos erkennen und seine Recherchen auf das konzentrieren können, wo möglicherweise etwas "im Busch" ist.

Hilfen

Immerhin - es haben auch andere schon erkannt, dass die Informationsbeschaffung zum kmr-Potential nicht so ganz einfach ist. Mehrere Anbieter bieten deshalb Gesamtlisten von kmr-Stoffen an, z.B. die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin oder das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Derartige Listen sind ein Service der jeweiligen Anbieter. Das geschieht zu den gleichen Konditionen, wie der Lottozahlenservice des Tagesschausprechers: Es stimmt 'immer', aber die Angaben sind grundsätzlich ohne Gewähr.

 
Alle gegebenen Hinweise sind nach bestem Wissen und Gewissen gegeben. Bitte lesen Sie den Haftungsausschluss!
Als Folge des derzeitigen Wechsels von der bisherigen EU-Einstufung von Chemikalien auf das neue 'Global Harmonised System' gibt es auch in diesem Angebot im Augenblick ein Nebeneinander von Angaben nach beiden Einstufungen. Dem Grad der Umstellung folgend wird dieses Angebot immer wieder angepasst, wobei die alten Einstufungen zugunsten des GHS nach und nach verschwinden werden.
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