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Katalog zur Gefährdungsbeurteilung
In den nachfolgenden Tabellen sind Kriterien zur Gefährdungsbeurteilung aufgeführt. Viele Dinge sind Pflichtkriterien.
Andere haben im konkreten Fall vielleicht weniger Bedeutung, oder Ihnen fallen vielleicht noch andere entscheidungsrelevante Dinge ein.
Entscheiden Sie selbst!
Substanz
| Es gibt Hinweise, dass das kmr-Potential schwach ist. |
Die Substanz hat ein hohes Wirkpotential oder das Wirkpotential ist unbekannt. |
| Die Substanz ist leicht zu handhaben. |
Die Substanz ist hochreaktiv. Bei nicht sachgerechtem Experimentieren
ist z.B. unkontrolliertes Aufsieden möglich oder es handelt sich um
ein Druckgas. |
| Die Freisetzung der Substanz macht sich durch deutlichen Geruch bemerkbar. |
Die Substanz ist geruchlos. |
| Die Substanz erzeugt auf der Haut deutliche Reizwirkungen. |
Die Substanz dringt in die Haut ein, ohne dass man davon etwas merkt. |
Arbeitshygiene
| Substanz ist leicht flüchtig oder lässt sich leicht deaktivieren. |
Substanz neigt zur Bildung von harzigen Rückständen, z.B. auch
zu klebrigen Zersetzungsprodukten. Kontaminierte Flächen sind schwer
zu reinigen. |
Inhalationsgefahr
| Substanz ist ein hochsiedendes Öl oder ein nicht staubender Feststoff. |
Substanz ist leicht flüchtig oder neigt zur Staubbildung. |
Hautkontakt
| Substanz ist leicht flüchtig. |
Substanz ist ein hochsiedendes Öl. |
| Durchbruchszeiten der üblicherweise verwendeten Schutzhandschuhe
sind bekannt. Es gibt Anweisungen zur Nutzung von Handschuhen, zum Beispiel
zur Tragedauer. |
Es gibt keine Einschätzungen des Durchbruchverhaltens. Jeder verwendet
Handschuhe nach eigenem Gutdünken. |
Arbeitsverfahren
| Es gibt nur wenige Operationen, die den offenen Umgang mit der Substanz
erfordern. Es werden expositionsarme Arbeitstechniken verwendet. |
Die Substanz ist vielfach offen zu bearbeiten, zum Beispiel umzufüllen
oder zu filtrieren. |
| Es werden kleine Ansätze verwendet. |
Es werden große Ansätze verwendet. |
Laborausstattung
| Die Abzüge haben eine normgerechte Saugleistung, die
regelmäßig oder dauerhaft überwacht wird. |
Die Saugleistung der Abzüge ist unklar. |
| Die Abzüge entsprechen dem Stand der Technik. |
Die Abzüge haben keine geteilten Frontschieber oder sie bestehen
aus saugfähigem Holz, haben schlecht zu reinigende Ritzen oder die
elektrischen Anschlüsse befinden sich innen im Abzug, weshalb man sich
zum Anschließen der Geräte weit in den Abzug hineinbeugen muss. |
| Die Nutzer der Abzüge kennen die Funktion aller Bedieneinrichtungen
der Abzüge. |
Es scheint eigentlich kein Regelbedarf vorhanden zu sein, aber wenn es
mit Wasser- oder Gasversorgung mal nicht auf Anhieb klappt ,wird eben an
allen Knöpfen gedreht und dabei auch schon mal die Luftklappe erwischt,
mit der eingestellt wird, ob der Abzug eher oben oder unten absaugen soll. |
| Fußboden und sonstige Arbeitsflächen sind nicht saugend, haben
keine Ritzen und sind leicht zu reinigen. |
Fußbodenbelag hat Ritzen oder der Belag haftet nicht mehr
vollflächig auf dem Boden. Ritzen oder saugende Materialien auf den
Arbeitsflächen. |
| Für das Arbeiten mit kmr-Stoffen sind eigene Räumlichkeiten
reserviert. |
Versuche mit kmr-Stoffen werden durchgeführt wie andere Versuche
auch. |
Arbeitsbedingungen
| Es stehen ausreichende Ressourcen zur Verfügung. Studenten haben
keinen Organisationsstress. Für das Arbeiten mit kmr-Stoffen kann, wo
nötig, für jeden Versuch ein eigener Abzug reserviert werden. |
Die Ressourcen sind zu knapp. Die Praktikanten drängeln sich an
den Abzügen. Es fehlt an Materialien, wie z.B. Magnetrührern oder
Korkringen. Die Praktikanten verbringen viel Zeit damit, an die für
den Versuch benötigten Materialien zu gelangen. Es herrscht Hektik,
das Versuchsprogramm bewältigen zu können. |
| Es gibt - auch - kleinere Praktikumsräume, in denen mit
gefährlichen Stoffen experimentiert werden kann, ohne dass bei einem
Zwischenfall immer gleich alle gefährdet sind. |
Es gibt nur große Praktikumssäle, wo jedes Malheur immer für
die gesamten Praktikanten zum Inhalationsproblem wird. |
Studierende und Studienorganisation
| Die Studierenden bringen aus den Praktika vorhergehender Semester ausreichende
experimentelle Erfahrungen mit. Die Lehrinhalte dieser Praktika sind bekannt. |
Die Studierenden sind offensichtlich überfordert. Oder es gibt Klagen: "Die Fähigkeiten
der Studierenden werden immer schlechter." Oder die Fähigkeiten der Studierenden schwanken stark, z.B. weil in Praktika
vorhergehender Semester die Zuständigkeiten oft wechseln. Über die Lehrinhalte dieser Praktika ist nichts konkretes
bekannt. |
| Die Fähigkeiten der Studierenden wird in Augenschein genommen, bevor Ihnen schwierige
oder gefährliche Versuche zugeteilt werden. Wenn leistungsschwächere Praktikanten einen gefährlichen Versuch
durchführen sollen, wird die notwendige Betreuung sichergestellt. |
Die Zuteilung der Versuche erfolgt nach dem Zufallsprinzip oder nach anderen Kriterien.
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Assistenten
| Die Assistenten unterbrechen bei einem Saalpraktikum in der Zeit des
Praktikumsdienstes ihre Forschungstätigkeit und sind ständig im
Praktikum anwesend und ansprechbar. |
Die Assistenten bekommen von Ihren Arbeitsgruppenleitern Druck, wegen eines Praktikums in der
Forschungstätigkeit nicht etwa nachzulassen. Studentische Probleme werden
zum Störfaktor. |
| In einem Forschungspraktikum werden die Praktikanten sachgerecht angeleitet. |
Der Forschungspraktikant ist der willkommene 'Kochknecht', dem man gern
einen eigenen Laborschlüssel gibt, damit er auch allein schaffen kann,
wenn man als Mitarbeiter gerade andere Termine hat. |
| Die einem Saalpraktikum zugewiesenen Assistenten übernehmen die
Betreuung dieses Praktikums über ihre gesamte Promotionszeit. |
Die Saalassistenten wechseln ständig. |
| Auf die Qualifikation der Assistenten wird geachtet. |
Die Stellenbesetzung erfolgt nach anderen Prinzipien, z.B. zugesicherte
Kontingente. |
| Der Dienstplan in einem Saalpraktikum wird so gestaltet, dass neue
Assistenten ihren ersten Dienst zusammen mit erfahrenen Assistenten absolvieren. |
Die Diensteinteilung berücksichtigt keine Einarbeitung neuer Assistenten
oder die Dienstplaneinteilung wird von anderen Erfordernissen überlagert.
(z.B. eine Tagung, bei der bestimmte Assistenten teilnehmen müssen.) |
| Der Assistent kennt den Versuch aus eigener Praxis. |
Der Assistent liest sich nur die Vorschrift oder das Assistentenmanual
durch, bevor er die Praktikanten anleitet. |
| Die Assistenten differenzieren ihre Betreuungstätigkeit nach den Erfordernissen.
Sie sind in der Lage und haben auch die notwendige Zeit, erforderlichenfalls kritische Versuchsphasen intensiv zu betreuen. Das
schließt auch das Vorführen kritischer Arbeitsoperationen ein. Die Praktikanten sind entsprechend instruiert, wenn
Versuchsabschnitte nach Rücksprache mit dem Assistenten oder in Gegenwart des Assistenten durchgeführt werden sollen. |
Die Assistenten werden von den Praktikanten mit Fragen und Problemen überhäuft. Die
Studierenden klagen, dass sie es schwer hätten, einen Assistenten zu finden, der mal Zeit für sie hätte. Die Assistenten
reagieren nur auf sie herangetragene Probleme, haben aber selbst keinen Überblick, welche Praktikanten gerade einen kritischen
Versuchsabschnitt zu bewältigen haben.
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| Die Assistenten haben eine Vorbildfunktion. |
Es ist unter Studenten allgemein bekannt, dass die Assistenten im eigenen
Labor ohne Kittel oder ohne Schutzbrille oder mit ungeeigneter Bekleidung
(z.B. herabhängende Schals) experimentieren oder dass das Mitarbeiterlabor
unaufgeräumt ist. Assistenten tragen nur im Praktikumslabor 'der Form
halber' einen Kittel oder auch nicht einmal das. |
| Es gibt eine Praktikumsleitung, die diese Funktion auch wahrnimmt. |
Assistenten müssen alles selbst organisieren. Die Praktikumsleitung
gibt es nur formal. Der Praktikumsleiter unterschreibt im wesentlichen nur
die Übungsscheine. |
| Es gibt eindeutige Organisationsstrukturen. |
Die Zuständigkeiten sind verworren, indem z.B. neben dem
Praktikumsleiter temporär ein Habilitand mit einer bestimmten
Teilzuständigkeit integriert wird, oder indem sonstige
Unterzuständigkeiten für Skripten, Übungen etc. bestehen. |
| Es gibt eine fundierte Kenntnis über sicherheitsrelevante Erfordernisse. |
Es gibt überlieferte Verhaltensweisen, die dogmenartig praktiziert
werden, ohne dass deren Sinn oder Ursprung bekannt sind. |
| Es wird auf strikte Arbeitshygiene geachtet. |
Die Assistenten meckern manchmal, wenn es im Labor gar zu arg aussieht,
geben aber auch keine Anleitungen, wie man experimentieren muss, damit
Verschütten etc. vermieden wird. |
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Alle gegebenen Hinweise sind nach bestem Wissen und Gewissen gegeben.
Bitte lesen Sie den Haftungsausschluss!
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Als Folge des derzeitigen Wechsels von der bisherigen EU-Einstufung von Chemikalien auf das neue
'Global Harmonised System' gibt es auch in diesem
Angebot im Augenblick ein Nebeneinander von Angaben nach beiden Einstufungen. Dem Grad der Umstellung folgend
wird dieses Angebot immer wieder angepasst, wobei die alten Einstufungen zugunsten des GHS nach und nach verschwinden werden.
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