Unzureichendes Vakuum durch Probleme mit der Ölpumpe
Ölpumpen reagieren empfindlich auf angesaugte organische Dämpfe. Diese lösen sich im Pumpenöl
und verändern dessen Eigenschaften. Insbesondere behalten Sie ihren Dampfdruck und gasen über lange Zeit aus dem
Öl aus. Das Endvakuum der Pumpe kann sich dadurch bis zur völligen Unbrauchbarkeit verschlechtern.
Was kann man zur Vermeidung tun?
Halten Sie strikt alle organischen Dämpfe von der Pumpe fern!
Verwenden Sie die Pumpe niemals ohne vorgeschaltete Kühlfalle! Achten Sie beim
Betrieb darauf, dass die
Kühlfalle immer ausreichend mit Stickstoff gefüllt ist!
Destillieren Sie nur Gemische, aus denen zuvor niedrig siedende Bestandteile sorgfältigst durch "Abrotieren"
oder Vakuumdestillation im Membranpumpenvakuum entfernt wurden. Sprudelt die zu destillierende Mischung beim
Evakuieren auf, so enthält sie noch Lösemittel. Brechen Sie das Evakuieren dann sofort ab und holen Sie das
Entfernen des Lösemittels nach!
Achten Sie auf die Geschwindigkeit, mit der der Stickstoff aus der Kühlfalle abdestilliert!
Je mehr Dämpfe in der Kühlfalle ausgefroren werden umso stärker siedet der Stickstoff auf und muss gfls.
laufend ergänzt werden! Eine stark belastete Kühlfalle kann verstopfen!
Die Pumpe wird beim Betrieb warm. Das ist gut so, denn das treibt die Lösemittel aus dem Öl aus. Sie schonen
die Pumpe, wenn Sie sie zunächst warm laufen lassen, bevor Sie sie an die zu evakuierende Apparatur anschießen.
Eine Ölpumpe erreicht ihr optimales Vakuum ohnehin erst, wenn sie warmgelaufen ist.
Saugen Sie dazu niemals Luft durch die
mit Stickstoff gefüllte Kühlfalle! Klemmen Sie die stattdessen den
Vakuumschlauch ab oder stopfen Sie ein Glasrohr hinein, damit die Pumpe gegen Vakuum arbeiten muss.
Lassen Sie nach dem Ende der Arbeiten die Pumpe mit geöffnetem Gasballastventil 10 Minuten nachlaufen, um im
Pumpenöl gelöste Gase auszutreiben. Auch dabei darf natürlich
keine Luft angesaugt werden! Verschließen
Sie also den Ansaugschlauch wie beschrieben.
Was kann man tun, wenn sich bereits Substanzen im Pumpenöl befinden und das Vakuum schlecht ist?
Bauen Sie die Kühlfalle aus, lassen Sie diese auftauen und reinigen Sie diese.
Verschließen Sie in der Zwischenzeit den zur Pumpe führenden Ansaugschlauch wie beschrieben und lassen Sie die
Pumpe bei geöffnetem Gasballastventil laufen.
Sofern der Druck durch diese Maßnahme nicht besser wird, muss die Pumpe zum Ölwechsel in die Werkstatt gebracht
werden. Da auch Spuren von Fremdsubstanz das Vakuum zunichte machen, ist im Regelfall mehrmaliges Spülen mit jeweils
neuer Ölfüllung notwendig. Sie können sich vorstellen, dass das mehrfache Wechseln des Öls und das
zwischendurch erfolgende Laufenlassen ziemlich zeitaufwändig ist und eher weniger gern erledigt wird, weil natürlich
klar ist, dass das Problem auf eine "Eselei" bei der Handhabung zurückzuführen ist.
Ölkontrolle
Sie sollten sich auch das Öl im Schauglas des Pumpengehäuses mal ansehen. Ist das Öl sehr dunkel oder ist
der Ölstand im Schauglas zu sehen, sollte das Öl gewechselt bzw. nachgefüllt werden.
klares Öl
verschmutztes Öl
zu wenig Öl
Ölpumpen können auch verschlissen sein. Sind Pumpenkammer oder Schieber
riefig, ist nicht mehr viel zu machen. Stark verschmutztes Öl kann diesen Verschleiß fördern. Wenn das Vakuum
schlecht ist, fackeln Sie also nicht lange herum und geben Sie die Pumpe lieber in die Werkstatt.