In einen Dreihalskolben irgendetwas hineintropfen lassen kann jeder. Die Kunst des Experimentierens
offenbart sich bei der Aufarbeitung! Die meisten Praktikanten verlieren unnötig viel ihrer Ausbeute
beim Umkristallisieren.
Was Sie falsch machen können
Kristallisieren Sie nicht "blind" um! Sie sollten stets die Menge der Rohausbeute bestimmen, denn
nur dann können Sie ermitteln, ob nach dem Umkristallisieren genügend Ausbeute vorhanden ist
oder ob sich ein erheblicher Teil noch in der Mutterlauge befindet.
Eine Rohausbeute bestimmen Sie nicht, indem Sie das frisch erhaltene Rohprodukt noch lösemittelfeucht
abwiegen, sondern indem Sie zuvor ausgiebig trocknen. Sie müssen nicht zugucken, wie die Kristalle
trocken werden und können und sollen deshalb zwischendurch andere Aufgaben erledigen.
Wenn Sie versäumt haben, die Rohausbeute zu bestimmen, so können Sie auch hinterher nachsehen,
ob die Ausbeute befriedigend ist: Ziehen Sie in einem tarierten Kolben das Lösemittel aus der
Mutterlauge ab und bestimmen Sie die Menge des Rückstandes!
Niemand erwartet, dass es immer beim ersten Umkristallisieren die perfekte Ausbeute gibt! Ist die Ausbeute
unbefriedigend, kann man aber aus der Mutterlauge durch erneutes Umkristallisieren weitere Produktfraktionen erhalten.