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T. Lehmann | Letzte Aktualisierung: 18.05.2012 | Links   

 

Bruch von Thermometern verhindern, Thermometer entsorgen

Man kann es nicht oft genug betonen: Thermometer gehören zu den Geräten, die im Praktikumsbetrieb mit am häufigsten kaputt gehen. Aber selbst einfache Laborthermometer sind schon sehr teuer, so dass ein Thermometerbruch das Budget stark belastet. Für Thermometerbrüche gibt es im wesentlichen die folgenden Ursachen:

  • Das Thermometer wird falsch oder gar nicht eingespannt.
  • Schliffthermometer werden im eingebauten Zustand nicht fixiert. Bei Druckstößen - z.B. durch einen Siedeverzug - wird das Thermometer aus der Apparatur herausgedrückt. Lösung: Fixieren Sie das Thermometer mit einer Schliffverbindungsklammer. (Siehe Abbildung)

Fixieren von Schliffthermometern in der Apparatur

  • Thermometer werden in Schutzhülsen verkauft. Die Thermometer sollen so beim Transport vor einem Bruch geschützt werden, bis sie beim Kunden angelangt sind. Diese Hülsen erfüllen ihren Zweck prima! ... Lange Zeit prima! ... Aber irgendwann sind sie ausgeleiert. Das Schlimme ist: Sie merken es nicht, wann es so weit ist. Irgendwann sind die Endkappen lose oder die Hülse lässt sich viel zu leicht öffnen. Kurzum: Eines Tages nehmen Sie Ihr in der Hülse vermeintlich wohlgeschütztes Thermometer aus Ihrem Laborfach und wenn Sie zur Apparatur laufen, ist - Peng! - das Thermometer auf den Boden gefallen und Sie haben nur noch die Hülse in der Hand.
    • Schmeißen Sie die Hülsen weg! Wenn Sie Ihre Schubladen nicht gerade wie ein Berserker auf und zu machen und das Thermometer an Ihrem Arbeitsplatz nicht gerade dort aufheben, wo Sie Ihr Stativmaterial abends hineinwerfen, bricht in Ihrem Schrank kein Thermometer! Auch eine noch intakte Hülse macht also keinen Sinn mehr.

Wenn Ihnen ein Thermometer zerbrochen und das Quecksilber überall verteilt ist, haben die Assistenten eine gute Möglichkeit, Anhaltspunkte zu sammeln, welche Praktikumsnote sie Ihnen geben sollen:

  • Schlechte Noten gibt es, wenn Sie das alles gar nicht kümmert und sie nur Augen für das gefährdete Präparat haben.

Wie geht es dann richtig?

  • Informieren Sie die Kommilitonen im Raum. (Vielleicht haben Sie ja schon "Sch..." gerufen und ihre Kommilitonen sind alleine aufmerksam geworden.)
  • Riegeln sie den betroffenen Bereich ab! Schließen Sie den Frontschieber des Abzuges bzw. stellen Sie Hocker rings um die Stelle auf, wo das Quecksilber auf den Boden gespritzt ist, damit niemand über den betroffenen Bodenbereich läuft. Oder sagen Sie jemandem Bescheid, der aufpassen soll. Sie müssen jetzt nämlich Gerätschaften holen, um das Quecksilber zu beseitigen.

Wenn das Quecksilber nur im Abzug verteilt ist:

  • Fegen Sie es mit einem Pinsel oder einem Bürstchen zusammen. Das ist eine Fleißarbeit, die Sie gründlich erledigen müssen!
  • Kleine Quecksilberkügelchen können manchmal sehr hartnäckig z.B. an Glaswänden kleben. Manchmal hilft nichts anderes, als sie aus einer Spritzflasche mit Aceton ("Spülol") zunächst einmal in eine Plastikschüssel zu spülen. Auch das kann eine zeitraubende Sisyphusarbeit sein! Dekantieren Sie danach vorsichtig das überstehende Lösungsmittel.
  • Nehmen Sie das zusammengefegte oder -gespülte Quecksilber mit einem Zinkblech auf! Das Zinkblech erhalten Sie im Assistentenraum. Halten Sie dazu das Blech einfach an einen Quecksilbertropfen: Diese "springt" geradezu auf das Zinkblech unter Ausbildung eines Amalgams. (Siehe Pfeil in der Abbildung) Neue Zinkbleche müssen vor der erstmaligen Verwendung zuvor kurz mit etwas verd. Salzsäure angeätzt werden. Das Amalgam wird in ein Entsorgungsgefäß abgeklopft. Das Zinkblech verbraucht sich langsam mit der Zeit.

Quecksilber aufnehmen

Wenn das Quecksilber (auch) auf dem Fußboden verteilt ist:

  • Fegen Sie den Fußboden weiträumig und gründlich! Quecksilber lässt sich mit Besen oder Handfeger sehr gut auf eine Stelle zusammenkehren. Geeignete Handfeger gibt es in jedem Praktikumsraum. Das weitere kommt dann darauf an, was Sie da zusammengekehrt haben:
    • Enthält das Gemenge viel Bodenkehricht, von dem sich das Queksilber nicht trennen lässt? Entsorgen Sie als "quecksilberhaltigen Bodenkehricht". Ein Entsorgungsgefäß finden Sie in Raum 31.02.
    • Können Sie das Quecksilber quantitativ aus dem Bodenkehricht auflesen, oder ist kein Bodenkehricht vorhanden, so nehmen Sie wie beschrieben mit dem Zinkblech auf!

Das Quecksilber muss rückstandsfrei entfernt werden, weil es giftige Dämpfe entwickelt. Allerdings müssen Sie deshalb bei der Beseitigung nun nicht gleich eine Atemschutzmaske tragen, denn schlimm ist erst das Eintamen über lange Zeiträume.

Die Ansicht, dass man auf verschüttetes Quecksilber unbedingt etwas draufstreuen muss, ist wohl ein nicht ausrottbares Hirngespinst: Iodkohle, Schwefel, Zinkpulver - alles hat nur eine einzige Wirkung: Statt wenig Abfall haben Sie nun viel Abfall, den Sie jetzt teuer entsorgen müssen. Dass alle diese Hilfsmittel nichts bewirkt haben, können Sie beim genauen Hinsehen daran erkennen, dass neben all dem Schwefel, der eine fürchterliche Schweinerei hinterlassenen Iodkohle oder dem Zink das Quecksilber Sie weiterhin unverändert anlächelt.

Es gibt mit "Mercurysorb" allerdings ein eigens zur Dekontamination entwickeltes Mittel, welches auf verschüttetes Quecksilber aufgestreut werden muss und dieses in der Tat zuverlässig bindet. Dieses Mittel ist aber auch nicht billig und meistens Gott sei Dank nicht notwendig.