Bruch von Thermometern verhindern, Thermometer entsorgen
Man kann es nicht oft genug betonen: Thermometer gehören zu den
Geräten, die im Praktikumsbetrieb mit am häufigsten kaputt gehen.
Aber selbst einfache Laborthermometer sind schon sehr teuer, so dass ein
Thermometerbruch das Budget stark belastet. Für Thermometerbrüche
gibt es im wesentlichen die folgenden Ursachen:
Schliffthermometer werden im eingebauten Zustand nicht fixiert. Bei
Druckstößen - z.B. durch einen Siedeverzug - wird das Thermometer
aus der Apparatur herausgedrückt. Lösung: Fixieren Sie das Thermometer
mit einer Schliffverbindungsklammer. (Siehe Abbildung)
Thermometer werden in Schutzhülsen verkauft. Die Thermometer sollen
so beim Transport vor einem Bruch geschützt werden, bis sie beim Kunden
angelangt sind. Diese Hülsen erfüllen ihren Zweck prima! ... Lange
Zeit prima! ... Aber irgendwann sind sie ausgeleiert. Das Schlimme ist: Sie
merken es nicht, wann es so weit ist. Irgendwann sind die Endkappen lose
oder die Hülse lässt sich viel zu leicht öffnen. Kurzum: Eines
Tages nehmen Sie Ihr in der Hülse vermeintlich wohlgeschütztes
Thermometer aus Ihrem Laborfach und wenn Sie zur Apparatur laufen, ist -
Peng! - das Thermometer auf den Boden gefallen und Sie haben nur noch die
Hülse in der Hand.
Schmeißen Sie die Hülsen weg! Wenn Sie Ihre Schubladen nicht gerade
wie ein Berserker auf und zu machen und das Thermometer an Ihrem Arbeitsplatz
nicht gerade dort aufheben, wo Sie Ihr Stativmaterial abends hineinwerfen,
bricht in Ihrem Schrank kein Thermometer! Auch eine noch intakte Hülse
macht also keinen Sinn mehr.
Wenn Ihnen ein Thermometer zerbrochen und das Quecksilber überall verteilt
ist, haben die Assistenten eine gute Möglichkeit, Anhaltspunkte zu sammeln,
welche Praktikumsnote sie Ihnen geben sollen:
Schlechte Noten gibt es, wenn Sie das alles gar nicht kümmert und sie
nur Augen für das gefährdete Präparat haben.
Wie geht es dann richtig?
Informieren Sie die Kommilitonen im Raum. (Vielleicht haben Sie ja
schon "Sch..." gerufen und ihre Kommilitonen sind alleine aufmerksam geworden.)
Riegeln sie den betroffenen Bereich ab! Schließen Sie den
Frontschieber des Abzuges bzw. stellen Sie Hocker rings um die Stelle auf,
wo das Quecksilber auf den Boden gespritzt ist, damit niemand über den
betroffenen Bodenbereich läuft. Oder sagen Sie jemandem Bescheid, der
aufpassen soll. Sie müssen jetzt nämlich
Gerätschaften holen, um das Quecksilber zu beseitigen.
Wenn das Quecksilber nur im Abzug verteilt ist:
Fegen Sie es mit einem Pinsel oder einem Bürstchen zusammen. Das ist
eine Fleißarbeit, die Sie gründlich erledigen müssen!
Kleine Quecksilberkügelchen können manchmal sehr hartnäckig
z.B. an Glaswänden kleben. Manchmal hilft nichts anderes, als sie aus
einer Spritzflasche mit Aceton ("Spülol") zunächst einmal in eine
Plastikschüssel zu spülen. Auch das kann eine zeitraubende
Sisyphusarbeit sein! Dekantieren Sie danach vorsichtig das überstehende
Lösungsmittel.
Nehmen Sie das zusammengefegte oder -gespülte Quecksilber mit einem
Zinkblech auf! Das Zinkblech erhalten Sie im Assistentenraum. Halten Sie
dazu das Blech einfach an einen Quecksilbertropfen: Diese "springt" geradezu
auf das Zinkblech unter Ausbildung eines Amalgams. (Siehe Pfeil in der Abbildung)
Neue Zinkbleche müssen vor der erstmaligen Verwendung zuvor kurz mit
etwas verd. Salzsäure angeätzt werden. Das Amalgam wird in ein
Entsorgungsgefäß abgeklopft. Das Zinkblech verbraucht sich langsam
mit der Zeit.
Wenn das Quecksilber (auch) auf dem Fußboden verteilt ist:
Fegen Sie den Fußboden weiträumig und gründlich! Quecksilber
lässt sich mit Besen oder Handfeger sehr gut auf eine Stelle zusammenkehren.
Geeignete Handfeger gibt es in jedem Praktikumsraum. Das weitere kommt dann
darauf an, was Sie da zusammengekehrt haben:
Enthält das Gemenge viel Bodenkehricht, von dem sich das Queksilber
nicht trennen lässt? Entsorgen Sie als "quecksilberhaltigen Bodenkehricht".
Ein Entsorgungsgefäß finden Sie in Raum 31.02.
Können Sie das Quecksilber quantitativ aus dem Bodenkehricht auflesen,
oder ist kein Bodenkehricht vorhanden, so nehmen Sie wie beschrieben mit
dem Zinkblech auf!
Das Quecksilber muss rückstandsfrei entfernt werden, weil es giftige
Dämpfe entwickelt. Allerdings müssen Sie deshalb bei der Beseitigung
nun nicht gleich eine Atemschutzmaske tragen, denn schlimm ist erst das Eintamen
über lange Zeiträume.
Die Ansicht, dass man auf verschüttetes Quecksilber unbedingt etwas
draufstreuen muss, ist wohl ein nicht ausrottbares Hirngespinst: Iodkohle,
Schwefel, Zinkpulver - alles hat nur eine einzige Wirkung: Statt wenig Abfall
haben Sie nun viel Abfall, den Sie jetzt teuer entsorgen müssen. Dass
alle diese Hilfsmittel nichts bewirkt haben, können Sie beim genauen
Hinsehen daran erkennen, dass neben all dem Schwefel, der eine
fürchterliche Schweinerei hinterlassenen Iodkohle oder dem Zink das
Quecksilber Sie weiterhin unverändert anlächelt.
Es gibt mit "Mercurysorb" allerdings ein eigens zur Dekontamination entwickeltes
Mittel, welches auf verschüttetes Quecksilber aufgestreut werden muss
und dieses in der Tat zuverlässig bindet. Dieses Mittel ist aber auch
nicht billig und meistens Gott sei Dank nicht notwendig.