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T. Lehmann | Letzte Aktualisierung: 17.02.2013 | Links   

 

Glasküken, Teflonküken und das Problem, dass das Küken festfrisst

Hahnküken aus Teflon müssen nicht gefettet werden. Das ist eigentlich ideal! Wieso verwendet man für Hähne nicht einfach immer Teflonküken?

Es gibt da leider ein paar Probleme. Teflonküken sind sehr empfindlich. Insbesondere dürfen sie nur in Hähnen mit polierten Oberflächen eingesetzt werden. Sehen Sie sich dazu die nachfolgende Abbildung an!

Teflonküken

Beide Typen dürfen niemals kreuzweise vertauscht werden!

  • Das geschliffene Glasküken verkratzt eine polierte Hahnoberfläche und macht diese für das Teflonküken unbrauchbar!
     
  • Das Teflonküken im geschliffenen Glashahn funktioniert zunächst meist unauffällig. Teflon ist aber ein sehr weiches und überdies unter Spannung kaltfließendes Material. Das hat leider die Konsequenz, dass sich das Hahnküken der rauhen Fläche eines geschliffenen Hahns anpasst und sich darin hineinarbeitet. Das Küken kann also dort festfressen! Es gibt viele Menschen, die das Problem nicht kennen und also viele Menschen, die das Hahnküken nach der Devise "Hauptsache, es passt" aussuchen und sich um Schliff oder nicht Schliff nicht scheren. Das verursacht viele defekte Hähne und Küken. Der Gipfel der Unwissenheit ist erreicht, wenn ein verschlissenes Teflonküken genauso wie ein Glasküken mit Schlifffett in den Hahn eingesetzt wird, weil es ja schließlich nicht dicht ist.
     
  • Auch wenn das Teflonküken korrekt in einem polierten Hahn steckt, ist es anfällig. Sinnvoll sind Teflonhähne insbesondere als Auslaufhahn einer Säule, weil man in der Säule im allgemeinen Substanzen reinigt und diese deshalb nicht mit Schlifffett verunreinigen will. Wenn das verwendete Kieselgel aber durch die Glasfilterplatte hindurch in den Hahn gelangt, schmirgelt es auch hier rasch das Teflonküken kaputt.
Sie sehen: Teflonküken sind zwar vom Prinzip ganz schick, aber sehr empfindlich, weshalb Sie sicher verstehen, dass im Praktikum möglichst wenig Teflonküken verwendet werden.

Wie Sie es richtig machen:

  • Seien Sie schlauer als die anderen: Stecken Sie Teflonküken nur in polierte Hähne (erkennbar an der völlig klaren und transparenten Oberfläche) und Glasküken nur in geschliffene Hähne. (Das sind die mit der matten Oberflähne.)
  • Achten Sie sorgfältig auf die 3-teilige Sicherung! Ziehen Sie die Sicherung nur gerade so weit an, dass das Hahnküken nicht mehr 'wackeln kann' und auf jeden Fall beweglich bleibt.
  • Teflonküken werden niemals gefettet. Ist der Hahn nicht dicht, handelt es sich um einen Defekt! Versuchen sie es zunächst mit einem anderen Küken. (Raum 31.02)
  • Machen Sie keine polierten Hähne mit Glasküken kaputt! Für den geschliffenen Hahn bekommen Sie in Raum 31.02 ein passendes Küken.
  • Wenn ein Glasküken in einem geschliffenen Hahn nicht gut läuft oder der Hahn undicht ist, ist das natürlich ebenfalls ein Defekt. Außer durch einen Tausch des Kükens gibt es hier aber noch die Option, die beiden Glasteile einzuschleifen. (Schleifpulver gibt es in Raum 31.02)
  • Kontrollieren Sie ein Glasküken vor jeder Verwendung ob es ausreichend leicht beweglich ist. Notfalls ist halt vor jeder neuen Verwendung neu zu fetten. Ein Mal fetten und dann vergessen, bis man z.B. beim Zutropfen von Brom in eine Reaktionsmischung plötzlich merkt, dass das Küken des Tropftrichters festgefressen ist und jetzt nicht so ganz klar ist, wie das restliche Brom im Tropftrichter jetzt noch heil in die Reaktionsmischung kommen soll, ist zu nachlässig!
  • Wenn Sie die Geschwindigkeit, mit der z.B. eine Flüssigkeit in eine Reaktionsmischung gegeben oder durch eine Säule laufen soll, mit einem Hahn einregulieren sollen, dann ist es gut, wenn Sie eine Hahnstellung finden, bei der die Geschwindigkeit gerade richtig ist und so belassen werden kann. Wenn Sie hingegen dauernd ("Auf-zu-auf-zu-auf-zu") am Hahn herumfummeln, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ein Glashahnküken allmählich festfrisst. Festgefressene Hähne trennen Sie nur nach Anleitung!