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Organisch-chemische Grundausbildung
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T. Lehmann | Letzte Aktualisierung: 18.05.2008 | Links   

 

Schliffe richtig fetten

Wann werden Schliffe gefettet?

Schliffe müssen gefettet werden, wenn

  • Schliffverbindungen auch bei großen Druckunterschieden noch gasdicht sein sollen (z.B. bei Vakuumdestillationen.),
  • Substanzen bearbeitet werden, die harzige, polymerisierbare oder das Glas anätzende Stoffe (z.B. heiße Laugen) enthalten oder
  • wenn Schliffverbindungen leicht beweglich bleiben sollen. (Z.B. Glasküken in einem Hahn.)

Schliffverbindungen sollen nicht gefettet werden, wenn

  • Eine Verunreinigung des Apparaturinhaltes mit Schlifffett nachteilig ist.

    Beispiel:

    • Darstellung von hochreinen Reagentien, z.B. Absolutieren von Lösungsmitteln.
    • Umkristallisationen (Schlifffett behindert den Kristallisationsvorgang)
Schliffett kann man besonders gut vermeiden, indem
  • statt des Schlifffetts eine Teflonmanschette zum Abdichten benutzt wird,
  • in einem Hahn ein Teflonküken verwendet wird (Wobei der Hahn allerdings einen polierten, also klar durchsichtigen Schliff haben sollte.)

Einmal-Teflonmanschette im zerlegten Zustand. Obgleich im Prinzip ein Einmalartikel, kann die Manschette häufig mehrmals verwendet werden.

Einmalmanschette im eingebauten Zustand

Dickere Teflonmanschette, die mehrmals verwendbar ist.

Zum Fetten von Kegel- oder Kugelschliffen gibt es spezielles Schlifffett. Exsikkatoren werden mit dem billigeren Exsikkatorfett gefettet. (Zur Kostenersparnis muss im Praktikum das Exsikkatorfett oft auch bei den Apparaturen reichen.) In sehr seltenen Fällen muss mit anderen Materialien gefettet werden, bei bestimmten analytischen Nassoxidationen z.B. mit an der Luft zerflossenem Phosphorpentoxid.

KPG-Rührer dürfen nicht mit Schlifffett gefettet werden, da dieses in diesem Fall viel zu zäh ist! Statt dessen wird Paraffin verwendet, welches im Labor aussteht. Eine Alternative, die z.B. durch Diethylether nicht ausgelaugt wird, ist Kapsenbergschmiere (Siehe "Organikum" im Reagenzienanhang), die man durch Eintragen von löslicher Stärke in Glycerin herstellt. Reines Glycerin hat dagegen keine ausreichende Schmierkraft und soll daher nicht verwendet werden. Das Schmiermittel ist während des Betriebes von Zeit zu Zeit zu ergänzen (Oben auf die Hülse träufeln).

Wie werden Schliffe gefettet?

Schliffe müssen immer sparsam gefettet werden. Grund ist nicht nur eine Kostenersparnis, sondern vor allem der Umstand, dass übermäßiges Schlifffett aus den Schliffen austreten und dadurch in Reaktionsmischungen hineingelangen kann. Man fettet deshalb immer die dem Apparaturinneren abgewandte Seite, bei Kegelschliffen also die obere Hälfte, die beim Zusammenstecken klar und durchsichtig aussehen muss, wohingegen die untere, nicht gefettete Hälfte blind bleibt.

Richtig und falsch gefettete Schliffe