Und wenn es 100 Lagen "Tesafilm" sind: Ein zu weiter Schlauch lässt
sich nicht dicht so auf einem zu dünnen Glasrohr befestigen, dass die
Verbindung Flüssigkeits- oder gar gasdicht ist! Wenn Sie das nicht glauben,
dann probieren Sie es halt aus. Die Schweinereien, die Sie dabei produzieren,
werden Sie allerding erheblich mehr Zeit und Arbeit kosten, als sich von
vornherein zu überlegen, wie man es besser machen kann!
Mit Schlauchschellen können Sie einen zu weiten Schlauch zwar erheblich
zusammenquetschen, aber auch dabei gibt es irgendwo eine Grenze.
Mit einfachen Hilfsmitteln gelingt die dichte Verbindung hingegen ganz
leicht.
Die nachfolgenden Beispiele sollen das demonstrieren.
Was Ihnen die nachfolgenden Bilder nicht zeigen können, ist die
Verletzungsgefahr beim Verbinden von Glasrohren oder Stäben mit
Schläuchen oder Stopfen.
Keine starke Kraft in Richtung Ihrer Hände ausüben!
Verwenden Sie bei Gummischläuchen Glycerin als Gleitmittel
(Spritzfläschchen in jedem Labor). PVC-Schläuche werden durch
Anwärmen, z.B. in heißem Wasser geschmeidig.
Fragen Sie Ihren Assistenten, wenn Sie unsicher sind.
Problem:
Der Schlauch ist zu groß
Lösung:
Zuerst wird ein 1 bis 2 cm langes Stück passender Schlauch auf das Rohr
geschoben, dann wird der weite Schlauch über den kleinen Schlauch geschoben.
Vielleicht geht es auch anders herum besser: Erst das dünne
Schlauchstück in den weiten Schlauch stopfen, dann die Konstruktion
über das Rohr ziehen.
Problem:
Der Schlauch ist zu dünn und lässt sich nicht über den
Anschlussstutzen ziehen.
Lösung:
Über den dünnen Schlauch wird ein ca. 5 cm langes Stück dicker
Schlauch gezogen. Der dicke Schlauch kann dann auch über den Stutzen
geschoben werden. So eine selbst gebaute Manschette hält nur dann sicher,
wenn der dünne Schlauch so widerstandsfähig ist, dass die Schlauchwand
nicht einknickt. Die in der Abbildung gezeigten PVC-Schläuche sind in
dieser Hinsicht unproblematisch. Bei weicheren Schläuchen muss man entweder
einen Schlauchverbinder mit konischen Oliven oder
einen Schlauchverbinder mit unsymmetrischen Anschlussstücken
verwenden.
Problem:
Ein Stopfen hat eine zu kleine Bohrung
Lösung:
Statt des Stopfens wird ein Stück Vakuumschlauch verwendet.
Vakuumschläuche gibt es in mehreren Durchmessern. Sie sind allerdings
natürlich nicht konisch, weshalb man einen Schlauch finden muss, der
genau in die Öffnung passt.
Beachten Sie, dass ein Stopfen sich weitet, wenn Sie etwas
durch die Bohrung hindurchstecken. Wählen Sie deshalb lieber einen kleineren
Stopfen. Auf den beiden Abbildungen sehen Sie, dass der leere Stopfen beinahe
in die Öffnung hineinrutscht, wohingegen der gleiche Stopfen nach Aufnahme
des Glasrohres passgenau auf die Öffnung gesteckt werden kann.
Gleich gelagertes Problem:
Der Vakuumschlauch ist zu dünn und rutscht vor allem beim Anlegen eines Vakuums in die
Woulff'sche Flasche hinein.
Abhilfe
Schneiden Sie ein kurzes Stück Glasrohr zurecht und schmelzen Sie die
Kanten rund.
Stecken Sie das Glasrohr in den Schlauch.
Registrieren Sie, dass der Schlauch sich dort, wo das Glasrohr steckt etwas aufweitet. Genau das ist gewollt.
In der Abbildung hat sich der Schlauch
gerade bis zu den mit Pfeilen markierten Stelle aufgeweitet. Durch das Rohr wird der Schlauch überdies härter
und lässt sich nicht mehr so leicht zusammendrücken.