Eine Phasengrenze sehen Sie nur dann, wenn sich die Brechungsindices beider Phasen unterscheiden. Theoretisch wäre also auch der Fall denkbar,
dass Sie keine Phasengrenze erkennen können, weil die Brechungsindices gleich sind. Praktisch kommt das aber so gut wie nie vor. Freilich
gibt es dennoch Fälle, in denen die Brechungsindices ziemlich ähnlich sind und die Phasengrenze deshalb nur schwach sichtbar ist.
Schnell wird auch hier der Ruf nach einem Anfärben der einen Phase laut. Meist geben aber Grundpraktikanten zu schnell auf, die Phasengrenze
ohne solche Hilfsmittel zu finden. Was kann man tun?
Wenn Sie nicht sicher sind, ob es zwei Phasen gibt oder ob das, was Sie sehen, nicht vielleicht nur irgendeine Lichtbrechung ist, dann
schütteln Sie die Mischung noch mal ein kleines bischen - nur gerade so viel, dass die Flüssigkeiten sich ein wenig durchmischen. Gibt es
zwei Phasen, so werden Sie Tröpfchen der einen Phase in der anderen Phase schwimmen sehen, die sich alsbald wieder absetzen. Es hat auch
keinen Zweck, den eingespannten Scheidetrichter lange anzustarren, wenn Sie nichts erkennen können. Nehmen Sie ihn in die Hand und halten Sie
ihn z.B. gegen das Licht oder gucken Sie z.B. von unten. Wenn es eine Phasengrenze gibt, dann gibt es auch eine Blickrichtung, aus der Sie sie
erkennen können.
Erwarten Sie, dass die untere Phase die wässrige ist, so können Sie durch Salzzugabe
die wässrige Phase nicht nur schwerer machen, sondern auch deren Brechungsindex erhöhen. Dadurch wird also nicht nur die Trennung besser,
sondern die Phasengrenze wird auch besser zu erkennen sein.