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T. Lehmann | Letzte Aktualisierung: 18.05.2008 | Links   

 
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Implosionsgefahr im Ölpumpenvakuum

Es ist völliger Unfug, einer Ölpumpe ein höheres Betriebsrisiko zuzuschreiben, weil sie ein niedrigeres Vakuum als eine Membranpumpe liefert. Maßgeblich für die Druckbelastungen, die auf eine evakuierte Apparatur einwirken, sind die Druckdifferenzen. Es kommt also auf die Druckdifferenz zum Atmosphärendruck an. Nimmt man den der Einfachheit halber mal mit 1000 mbar an, so beträgt die Druckdifferenz in einem mit einer Membranpumpe evakuierten Kolben 970 mbar, in einem mit einer Ölpumpe evakuierten Kolben 999,9 mbar. Die auf den mit der Ölpumpe evakuierten Kolben einwirkenden Kräfte sind also gerade mal um 3 % größer.

Alles zu abstrakt?
Stellen Sie sich zwei Personen vor: Person A hat einen Euro und Person B hat einen Cent. Beide begegnen einem Millionär und vergleichen jeder für sich ihr lausiges Vermögen mit dem des Millionärs. Dabei werden beide zu dem identischen Schluss kommen, dass der Millionär um ziemlich genau 1 Million Euro reicher ist, obwohl doch B mit seinem Euro Hundert Mal reicher als B ist, der ja nur einen Cent hat.

 

Fazit:
Eine mit einer Membranpumpe evakuierte Apparatur kann Ihnen ganz genauso um die Ohren fliegen. Wiegen Sie sich bei Verwendung einer Membranpumpe also nicht in falscher Sicherheit und kriegen Sie keine weichen Knie, wenn Sie mal eine Ölpumpe verwenden sollen. Das Implosionsrisiko ist das gleiche!