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T. Lehmann | Letzte Aktualisierung: 18.05.2012 | Links   

 

 

Membranpumpe

Beschreibung

Historischer Vergleich mit Wasserstrahlpumpen

Membranpumpen sind ziemlich unverwüstliche "Arbeitspferde" im Labor. Das erreichbare Endvakuum "üblicher" Membranpumpen entspricht dem Endvakuum der früher verwendeten Wasserstrahlpumpen. Die Membranpumpen haben allerdings gegenüber den Wasserstrahlpumpen viele Vorteile:
  • Es wird kein Abwasser mit Chemikalien kontaminiert.
  • Wasserstrahlpumpen haben extrem viel Wasser verbraucht. Dies entfällt bei Membranpumpen völlig.
  • Die Abpumpleistung, also der Gasdurchsatz pro Zeiteinheit ist bei Membranpumpen deutlich höher
  • Membranpumpen sind beim Betrieb deutlich leiser.
  • Membranpumpen arbeiten deutlich zuverlässiger als Wasserstrahlpumpen, die z.B. häufig gereinigt werden mussten und bei zu geringem Wasserdruck zum Zurückschlagen von Wasser neigten.
  • Da elektrisch betrieben, ist eine Kombination mit einem Vakuumcontroller technisch sehr umproblematisch.
Kein Wunder also, dass Membranpumpen seit ihrer Markteinfürung Mitte der 90er Jahre die Wasserstrahlpumpen fast blitzartig verdrängt haben.

Die Membranpumpen des Praktikums

Die Im Praktikum verwendeten Membranpumpen sind zweistufig und erreichen ein minimales Endvakuum von etwa 15 mbar. Das ist allerdings eher ein Traumwert, denn durch die Arbeit im Labor beträgt das Endvakuum typischerweise nur 25 - 30 mbar. Das erreichte Vakuum ist für die allermeisten Zwecke vollkommen ausreichend. Inzwischen sind sogar noch ausgefeiltere Konstruktionen auf dem Markt erhältlich, die im Endvakuum schon den Ölpumpen nahekommen und diesen wegen ihrer höheren Robustheit Konkurrenz machen.

Die mit den abgepumpten Gasen in Kontakt kommenden Bauteile der Membranpumpe sind weitgehend chemikalienresistent. Es macht der Pumpe also überhaupt nichts aus, wenn Lösemitteldämpfe durch sie hindurchgesaugt werden. Sie haben lediglich das ökologische Problem, sich um den Verbleib der auspuffseitig austretenden Gase kümmern zu müssen. Bei den zur Evakuierung der Rotationsverdampfern verwendeten Pumpständen geschieht das durch einen auspuffseitig installierten Rückflusskühler, bei den "einfachen" Pumpen durch einen ungekühlten Kondensatabscheider.

Was Sie falsch machen können

Die Pumpe reagiert empfindlich auf angesaugte Feststoffe oder angesaugte Flüssigkeiten. Um Die Pumpe zu schützen, sind alle Pumpen - egal ob auf der Laborbank fest installiert oder ob auf Rollwagen zum mobilen Einsatz montiert - mit vorgeschalteten Woulff'schen Flaschen versehen, die Sie im Gegensatz zu den an der Pumpe angebrachten Abscheidern bedarfsweise ohne Werkzeug selbst entleeren können.

Da die Pumpen auf diese Weise zu Pumpständen werden, ist zur Komplettierung der Ausrüstung an jeder im Praktikum vorhandenen Pumpe auch ein Manometer angeschlossen. Jede Membranpumpe ist also fertig installiert und "ready-to-use". Auf Ölpumpen trifft das übrigens in gleicher Weise zu. Hier müssen Sie allerdings noch den benötigten Stickstoff besorgen.