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Bei dem Kontaktthermometer macht man sich die elektrische Leitfähigkeit
des Quecksilbers zunutze, indem man von oben einen feinen Draht in die Kapillare
des Thermometers einführt und zwischen diesem Draht und dem Quecksilber
eine kleine ungefährliche Prüfspannung anlegt. Trifft das Quecksilber
auf die Spitze des Drahtes, so schließt sich der Prüfstromkreis.
Eine - in der nebenstehenden Abbildung nur vereinfacht als Relais dargestellte
Auswertelektronik im Magnetrührer unterbricht daraufhin den Heizstromkreis.
Fällt die Temperatur - und damit die Quecksilbersäule - daraufhin
wieder etwas ab, so öffnet sich der Prüfstromkreis und das Spiel
beginnt von vorn.
Was sich so einfach anhört, ist hinsichtlich der Verwirklichung ein
kleines Kunstwerk. Der Draht wird durch eine Mutter in der Höhe verschoben,
die auf einer drehbaren Gewindestange hoch und runter geschraubt werden kann.
Da die gesamte Mechanik vollkommen in Glas eingekapselt ist, erfolgt der
Antrieb durch eine magnetische Kupplung, zu der die oben schon erwähnte
Kappe gehört. Entnehmen Sie Einzelheiten der Videosequenz. Fahren Sie mit
der Maus über die Videosequenz hinweg. Dort wo sich der Pfeil in einen Zeiger
verwandelt, können Sie sich ein Detailfoto anzeigen lassen.
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Der Anschluss des Kontaktthermometers erfolgt durch einen 5-poligen
"Dioden"stecker. Leider gibt es davon verschiedene Sorten. Bei dem einen
sind die 5 Steckerstifte im Halbkreis (180°) angeordnet, beim anderen
in einem Dreiviertelkreis (270°). (Siehe Abbildung) Üblich ist
heutzutage der 270°-Stecker, aber es tauchen immer mal wieder
Restbestände mit 180°-Steckern oder -Buchsen auf.
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180°-Stecker lassen sich verständlicherweise nicht in
270°-Buchsen stecken und umgekehrt. Wer es dennoch gewaltsam versucht,
zerstört oft die Buchse!
Doch das sind immer noch nicht alle Schwierigkeiten: Für den Schaltvorgang
braucht man nur 2 der 5 Steckerstifte. Leider gibt es immer mal wieder
Normänderungen, die zu einer Änderung der Kontaktbelegung führen.
Wenn Sie den 270°-Stecker so halten, dass die Steckerstifte direkt auf
Sie zeigen, so erwarten die Magnetrührer des Praktikums den Schaltvorgang
an den in der Abbildung rot markierten Steckerstiften.
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Probieren Sie jedes Kontaktthermometer vor dem Verwenden aus, ob es richtig
funktioniert!
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Stecken Sie es in den Magnetrührer!
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Schalten Sie die Heizung ein!
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Regeln Sie Solltemperatur durch Drehen der Kappe auf Raumtemperatur herunter,
so dass der Draht in der Kapillare in das Quecksilber eintaucht. Die Heizung
des Magnetrührers muss dann ausgehen. (Rotes Kontrollämpchen beachten.)
Gleichzeitig müssen Sie ein vernehmliches Klicken des Schaltrelais
hören.
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Regeln Sie die Solltemperatur wieder etwas hoch! Es muss erneut klicken und
das Kontrolllämpchen für die Heizung muss wieder angehen. Vergewissern
Sie sich, dass diese Schaltvorgänge zuverlässig erfolgen.
Wenn das Kontaktthermometer nicht richtig funktioniert, so probieren Sie
es an einem anderen Magnetrührer aus und probieren Sie umgekehrt ein
anderes Kontaktthermometer an Ihrem Magnetrührer aus. Auf diese Weise
finden Sie heraus, ob entweder Ihr Magnetrührer oder das Kontaktthermometer
defekt sind. Geben Sie das als defekt erkannte Gerät zur Reparatur.
Wenn Sie die Apparatur mit dem Kontaktthermometer in Betrieb nehmen, so beachten
Sie die folgenden Dinge:
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Auf die Temperaturanzeige des Kontaktthermometers und auf die Einstellung
der Solltemperatur sollten Sie sich nicht 100%ig verlassen, wenn es auf den
exakten Wert der Temperatur ankommt. Installieren Sie statt dessen ein
zusätzliches Laborthermometer. Zeigt dieses die gewünschte
Solltemperatur an, so drehen Sie an der Einstellkappe des Kontaktthermometers,
bis dieses gerade bei dieser Temperatur schaltet.
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Passen Sie die Heizleistung des Magnetrührers der Solltemperatur an.
Wenn Sie die Heizplatte "voll aufdrehen", so gibt es starke Regelschwingungen,
weil dann die heiße Platte auch nach dem Öffnen des Heizstromkreises
noch tüchtig nachheizt. Richtig ist es, wenn Ein- und Ausschaltzeiten
des Heizstromkreises etwa gleich lang sind.
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Regelungstechnisch erfolgt allerdings die Reduzierung der Heizleistung ebenfalls
durch intermittierendes An- und Abschalten des Heizstromkreises. Sie müsen
also den Heizregler für einen Augenblick voll aufdrehen, um festzustellen,
ob zu einem gegebenen Zeitpunkt das Kontaktthermometer oder der Temperatursensor
in der Heizplatte die Ursache für das Abschalten der Heizung war.
Da die Kontaktthermometer unbeaufsichtigte Apparaturen steuern sollen, sind
an die Zuverlässigkeit der Temperaturkontrolle hohe Anforderungen zu
stellen. Leider gibt es bei den Kontaktthermometern weitere Fehlerquellen,
z.B. korrodierte Steckerstifte, die dazu führen können, dass der
Magnetrührer den Prüfstromkreis nicht mehr als geschlossen erkennt,
wenn das Quecksilber auf den Draht trifft. Die Folge ist fatalerweise, dass
der Magnetrührer weiter heizt, obwohl die Solltemperatur längst
erreicht oder sogar schon überschritten ist.
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Für die Arbeit im Nachtlabor
gibt es deshalb weitere Vorschriften, die verhindern sollen, dass ein
Ausfall des Kontaktthermometers zu einem Überschreiten der zulässigen
Betriebstemperatur führt.
Es hat Versuche gegeben, den Betrieb der Kontaktthermometer
störungssicherer zu machen. Der
Preis für Quecksilberthermometer geht dadurch aber so in die Höhe,
dass er nicht mehr konkurrenzfähig mit elektronischen Kontaktthermometern
ist. |