Das Zurechtschneiden von Glasrohren ist ganz einfach und wird im folgenden
beschrieben.
Werkzeuge
Das einfachste Werkzeug ist die Ampullenfeile (a), die wie der Name schon
sagt, in der Medizin zum Anritzen von Ampullen verwendet wird. Für solche
Ampullenfeilen gibt es Halterungen (b) mit einem bequemer zu handhabenden
Griff. Teurer, aber auch haltbarer sind spezielle Schneidklingen (c). Mit
all diesen Werkzeuge kann man beliebige Glasgeräte anritzen.
Speziell für Rohre ist der Glasrohrschneider (d). Das ist ein zangenartiges
Werkzeug, bei dem nach dem Zusammendrücken ein Schneidrad das Glas anritzt.
Um die Verwendung deutlicher zu machen, ist in der Abbildung ein kleines
Glasrohrstück dorthin platziert, wo das zu schneidende Glasrohr beim
Schneiden gehalten wird. Der Glasrohrschneider ist sehr bequem - aber auch
nicht ganz leicht zu handhaben: Bei zu starkem Druck kann man leicht das
Rohr zerquetschen und damit zum Splittern bringen.
Im folgenden wird das Anritzen mit der Ampullenfeile (a) gezeigt. Die
Werkzeuge (b) und (c) werden genauso gehandhabt.
Anritzen
Legen Sie das zuzuschneidende Glasrohr auf eine ebene Unterlage. Benutzen
Sie den linken Zeigefinger als Führung für die Ampullenfeile. Keine
Angst: Sie werden sich mit der Feile nicht verletzen! Halten Sie die Feile
fest mit der rechten Hand und bewegen Sie sie - auf das Glas drückend -
immer schön hin und her, wie auf der Abbildung eingezeichnet. Sie
müssen ein Gefühl für den richtigen Druck bekommen. Beginnen
Sie dazu mit schwachem Druck, den Sie allmählich steigern. Sie spüren
es sehr deutlich, wenn die Klinge das Glas ritzt. Die geritzte
Glasoberfläche ist nämlich rau und nicht mehr glatt und die Feile, die eben noch ganz leicht über die Oberfläche
geglitten ist, "greift" jetzt plötzlich im Glas.
Was Sie beim Ritzen produzieren müssen, sieht hinterher ungefähr
so aus. Sie brauchen das Glas also nicht durchzusägen! Ein kleiner,
aber deutlich sichtbarer Ritz ist ausreichend.
Brechen
Fassen Sie jetzt das Glas so, dass sich die beiden Daumen genau an der
Knickstelle befinden. Die geritzte Stelle (siehe Pfeil) soll dabei vom
Körper weg zeigen. Ziehen und knicken Sie jetzt das Glas auseinander. Das sieht
martialischer
aus als es tatsächlich ist! Durch das Anritzen bricht das Glas schon
bei ganz geringem Kraftaufwand wie von selbst glatt durch.
Bruchkanten rund schmelzen
Die Bruchfläche des Glasrohres ist scharfkantig. Nicht nur Sie selbst
können sich daran verletzten, sondern damit auch jede Dichtung oder
Gummischlauch zerstören, in den Sie das Rohr hineinstecken. Deshalb
wird die Bruchfläche in der nicht leuchtenden Bunsenflamme rund geschmolzen.
Halten Sie das Rohr in die heißeste Stelle der Flamme, d.h. dicht
über den inneren bläulichen Kegel.
Das linke Glasrohr hat vom Brechen noch scharfe Kanten. Das mittlere
Glasrohr ist an den Enden rund geschmolzen. Das rechte Glasrohr befand sich
zu lange in der Flamme: Das aufgeschmolzene Glas hat die Öffnungsweite
stark verengt.
Beobachten Sie deshalb das Glasrohrende beim Aufschmelzen sorgfältig.
Man kann den Schmelzvorgang gut verfolgen, weil das Glas dabei aufglüht.