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Organisch-chemische Grundausbildung
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T. Lehmann | Letzte Aktualisierung: 06.01.2008 | Links   

 

Umfüllen von Flüssigkeiten

 

Aus früheren Praktika sollten Sie schon wissen, dass man eine Chemikalienflasche beim Ausgießen immer am Etikett greift. Das Etikett befindet sich dadurch beim Gießvorgang auf der Flaschenoberseite und der beim Absetzen herunterlaufende Tropfen läuft nicht über das Etikett. Vorteile:

  • Das Etikett bleibt heil
  • Die Etikettenseite der Flasche ist als stets saubere Seite vereinbart
Wird eine leichtflüchtige Substanz ausgegossen, ist auch eine durch den letzten Tropfen außen kontaminierte Flasche nach kurzer Zeit wieder außen sauber. Manchmal gibt es aber Probleme:
  • Die Substanz ist ölig und persistiert also länger oder zersetzt sich an der Luft leicht zu klebrig-harzigen Rückstänen (z.B. Anilin).
  • Bevor ein letzter Tropfen die Außenwand der Flasche herunterlaufen kann, verfängt er sich erst einmal in den Gewindegängen für den Deckel.
    • Wenn Sie jetzt den Deckel auf das feuchte Gewinde schrauben, ist die im Gewinde befindliche Substanz nicht gegen die Laborluft abgedichtet und kann aus den Gewindegängen allmählich verdunsten. Eine stinkende Chemikalie (z.B. Pyridin) müffelt so weiterhin aus der Flasche, obwohl diese dicht verschlossen ist. Auch Gifte können ungehindert in die Raumluft verdampfen.
    • Nicht luftbeständige Substanzen können durch die gebildeten harzigen oder festen Röckstände zum Festbacken des Deckels führen, den Sie dann nicht mehr aufgeschraubt bekommen. (Beispiel: Zu Benzoesäure oxidierter Benzaldehyd)
    • Hersteller schützen bei korrosiven Chemikalien den Kunststoffdeckel, indem Sie eine Teflonscheibe in den Deckel einlegen (Beispiel: Chlorsulfonsäure). Diese Scheibe schützt natürlich nicht das Gewinde, d.h. beim Gebrauch der Flasche kommt der Flascheninhalt sehr wohl mit dem Seckel in Kontakt und kann diesen Zerstören.
Es gibt also Fälle, wo Bereiche der Flasche nach dem Ausgießen gereinigt werden müssen.

Merke: Eine abgestellte Flasche muss außen (wieder) so sauber sein, dass man sie auch ohne Handschuhe anfassen kann. Sie tragen bei Gebrauch also die Mitverantwortung für Ihre Nachnutzer!

Zum Abputzen kann in den meisten Fällen ein Stück Zellstoff verwendet werden, den Sie besser nicht mit der Hand, sondern mit einer Tiegelzange festhalten. Wenn Sie die Flasche beim Gießen mit einer Hand sicher halten können, haben Sie kein Problem. Sie haben beim Absetzen keinen Kontakt mit herunterlaufenden letzten Tropfen und können die Reinigung in aller Ruhe nach dem Absetzen der Flasche vornehmen.

 
Ist die Flasche aber groß und schwer, brauchen Sie die zweite Hand zum Festhalten. Nicht nur, dass Sie dann den Tropfen nicht fangen können, die zweite Hand hält die Flasche auch noch von unten! Genau dort läuft aber beim Absetzen der letzte Tropfen entlang! Der läuft Ihnen also genau in die Hand!

Bei problematische Stoffen sollten Sie das verhindern!

Auf den nebenstehenden Abbildungen sehen Sie zwei "Erfindungen", wie man an der Flasche eine saugende Barriere zum Auffangen des herablaufenden "letzten Tropfens" installieren kann: Oben links ein Pfeifenreiniger, oben rechts ein mit Schießgummi fixiertes Stück Zellstoff. Sie können sich auch etwas anderes ausdenken - Hauptsache, es funktioniert. Auf dem unteren Bild sehen Sie die "Zellstofflösung" in Aktion. Alternativ kann man den Gießvorgang auch zu zweit durchführen, wobei der zweite Helfer mit Pinzette/Tiegelzange und Zellstoff "bewaffnet" den Flaschenhals beim Gießen überwacht.

       Lösung 1: PfeifenreinigerLösung 2: Zellstoff

Zellstoff als Tropfbremse