Eis aus der Eismaschine hat eine Temperatur von 0 °C. Ein in das
Eis eingetauchter Kolben bekommt davon wenig mit, weil das harte Eis nur
sehr wenige und kleine Kontaktflächen mit dem Kolben hat. Die
Kühlleistung ist mangelhaft.
Gießt man Leitungswasser in das Eisbad, so schmilzt zwar eine ganze
Menge Eis, aber die equilibrierte Eis-/Wassermischung hat wiederum eine
Temperatur von 0 °C. Im Unterschied zum reinen Eis berührt jedoch
das Kältemedium jetzt vollflächig den eingetauchten Kolben. Jetzt
ist die Kühlleistung optimal.
Aus dem Kolben abgeführte Wärme führt zu weiterem Aufschmelzen
von Eis. Ist es nahezu verbraucht, dekantiert man etwas von dem Schmelzwasser
ab und ergänzt mit neuem Eis. Die zu kühlenden Geräte sollten
immer in das Wasser eintauchen.
Eis-/Kochsalzbad
Für eine optimale Mischung verwenden Sie:
3 Teile Eis
+
1 Teil Kochsalz
Schütten Sie also nicht einfach nur so ein kleines bisschen Salz auf
Ihr Kältebad!
Schütten Sie auch nicht einfach viel Salz auf Ihr Kältebad!
Geben Sie stattdessen die genannten Mengen Salz und Eis zusammen und rühren
Sie einige Zeit intensiv durch! Warten Sie ab, bis das Eis von selbst teilweise
aufgeschmolzen ist. Erst dann hat die Mischung eine Temperatur von -21 °C
und ihre volle Kühlleistung erreicht.
Trockeneisbad
Es gibt viele Versuchsvorschriften, die eine Arbeitstemperatur von - 78 °C
vorsehen. Dieser "krumme" Wert ist gerade die Sublimationstemperatur von Trockeneis,
weshalb sich diese Temperatur besonders einfach realisieren lässt. Man trägt
dazu kleingeschlagenes Trockeneis portionsweise in Ethanol oder Aceton ein. Die
Arbeitstemperatur ist erreicht, wenn die zunächst heftige Gasentwicklung nahezu
zum Erliegen gekommen ist. Die Temperatur wird gehalten, so lange sich noch festes
Trockeneis in der Mischung befindet. Zur besseren Wärmeisolierung werden hier
Dewargefäße verwendet, die es in jeder erdenklichen Größe gibt.
Temperaturen "irgendwo dazwischen" sind schwieriger zu realisieren. Eine Möglichkeit
besteht in der Verwendung von elektrischen Kryostaten. Deren Verwendung ist heikel, wenn aus
"Ersparnis" statt teuerer spezieller Öle einfache Lösemittel als Kältemedium
verwendet werden und im Tank des Kryostaten Kontakt zur Laborluft haben. Die notwendigen
Leitungen und die verwendeten Gefäße vereisen darüber hinaus sehr leicht, wenn
man nicht für eine gute Kälteisolierung sorgt.