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T. Lehmann | Letzte Aktualisierung: 15.04.2011 | Links   

 

 

Druckgasflaschen

Ventilanschluss und Ventiltypen

Auf Druckgasflaschen dürfen nur Entnahmeventile angeflanscht werden, die für die betreffende Gasart auch zugelassen sind. In der Regel kann man nicht viel falsch machen, weil es für die unterschiedlichen Gasarten Flaschen mit jeweils unterschiedlichen Anschlussgewinden gibt. Falsche Ventile lassen sich also gar nicht erst aufschrauben. Bei brennbaren Gasen ist zum Beispiel das Anschlussgewinde linksgängig. Man muss die Mutter zum Anflanschen des Ventils also nicht rechts herum sondern links herum drehen! Linksgängige Muttern erkennt man an einer umlaufenden Einkerbung (Siehe "a" auf der folgenden Abbildung.).

 

Anschlussgewinde

Achten Sie darauf, dass sich auf dem Ventil eine intakte Dichtung (Siehe "b" in der Abbildung.) befindet. Auch die Dichtung muss für die Gasart geeignet sein.

Schrauben Sie nicht irgendwas zusammen, wenn Sie unsicher sind! Fragen Sie fachkundige um Rat!

Man unterscheidet bei den Flaschenventilen Druckminderventile (a) von einfachen Entnahmeventilen (b) (Siehe folgende Abbildung.).

Ventiltypen

Neben dem Nadelventil (1) gibt es bei einem Druckminderer noch ein weiteres Ventil, welches bei der Entnahme von Gas dessen Druck vom Innendruck der Druckgasflasche auf einen geringeren Arbeitsdruck reduziert. Solche Ventile heißen deshalb auch "Reduzierventile". Die beiden Manometer zeigen den Innendruck der Druckgasflasche und den eingestellten Arbeitsdruck an.

Wenn Druckgase aus einem einfachen Entnahmeventil in eine Apparatur geleitet werden, kann in der Apparatur der gleiche Druck wie in der Druckgasflasche aufgebaut werden, wenn nicht sichergestellt ist, dass überschüssiges Gas auch wieder entweichen kann!

Es gibt keine Glasart, die den Innendruck irgendeiner Druckgasflasche aushalten würde ohne aufzuspringen oder zu platzen! Auch Druckminderventile können so beschaffen sein, dass der minimal einstellbare Druck für eine Glasapparatur noch zu stark ist. Um die Apparatur vor zu hohen Drücken zu schützen, kann man eine Sicherheitstauchung oder ein Bunsenventil verwenden - letzteres natürlich nur dann, wenn das austretende Gas in den erwarteten Mengen keine Gefährdungen verursacht, also z.B. bei Inertgasen. Auch bei einer Sicherheitstauchung müssen Sie sich um den Verbleib des entweichenden Gases Gedanken machen. Im Falle einer Deaktivierung in Absorptionslösungen sind Maßnahmen zu treffen, die ein Zurücksteigen zuverlässig verhindern.

Für chemisch reaktionsfähige Gase stehen oft nur einfache Entnahmeventile zur Verfügung, da z.B. Chlor oder Chlorwasserstoff - erst recht bei höheren Drücken - die Ventile stark angreifen.