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Organisch-chemische Grundausbildung
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T. Lehmann | Letzte Aktualisierung: 04.01.2009 | Links   

 

 

Druckgasflaschen

Betriebsdruck und Restmenge

Komprimierte Druckgase werden in Druckgasflaschen üblicherweise bis zu einem Druck von 150 bis 200 bar eingefüllt. Ist an die Druckgasflasche ein Druckminderventil mit Manometern angeschlossen, ist die Sache einfach: Ist der Druck z.B. auf die Hälfte zurückgegangen, ist auch nur noch die Hälfte drin.

Anders sieht es bei sogenannten 'Flüssiggasen' aus, worunter man Substanzen versteht, die sich bei Raumtemperatur unter Druck verflüssigen lassen. Jeder kennt die durchsichtigen Einwegfeuerzeuge, in denen man das enhaltene verflüssigte Butan erkennen kann, welches beim Feuer machen gasförmig aus dem Feuerzeugtank entweicht.

Bei einer gegebenen Temperatur bleibt der Druck über einem verflüssigten Gas immer gleich, bis alle Flüssigkeit abgedampft ist. Man kann also den Restgehalt einer entsprechenden Druckgasflasche nicht am Druck erkennen. Hinzu kommt, dass es sich bei den verflüssigten Gasen oft um sehr reaktive Gase handelt, für die keine Druckminderventile sondern nur Nadelventile ohne Manometer zur Verfügung stehen. Für einige häufig verwendete Gase sind nachfolgend die typischen Flaschendrücke angegeben.

 

Gasart Flaschendruck (bar)
ungefährer Wert
Ammoniak10
Butan2
Chlor7
Chlorwasserstoff50
Kohlendioxid60
Phosgen2
Propan10

 

Auch wenn der Druck erheblich kleiner ist, als bei komprimierten Gasen, wie zum Beispiel Stickstoff oder Argon, können erhebliche Mengen verflüssigter Gase in einer Druckgasflasche gespeichert werden, im Falle von Kohlendioxid zum Beispiel 6 kg in einer 8-l-Druckgasflasche oder - anschaulicher - 2 kg im handelsüblichen Labor-Wandfeuerlöscher. Aus einem Kilogramm verflüssigtem Kohlendioxid entstehen bei der Entnahme etwa 500 l gasförmiges Kohlendioxid.

Eine Besonderheit ist Acetylen, welches sich nicht komprimieren lässt, ohne sich zu zersetzen. Es wird deshalb sehr aufwändig bis zu einem Enddruck von knapp 20 bar in Druckgasflaschen eingefüllt, die in eine poröse Masse eingebettetes Aceton enthalten, in dem sich das Acetylen löst. Acetylenflaschen dürfen nur stehend und nur mit geringer Gasentnahmegeschwindigkeit betrieben werden, damit weder Füllmaterial noch Aceton bei der Entnahme abgeblasen werden.

Gibt es keine Möglichkeit, den Restgasgehalt an einem Manometer abzulesen, kann man die noch enthaltene Menge durch Wiegen der Flasche bestimmen. Das Leergewicht jeder Druckgasflasche ist auf der Flasche dauerhaft eingestanzt:

 

Leergewicht

Um derartige Gewichte bestimmen zu können, braucht man eine Waage, die nicht labortypisch ist. Fragen Sie in der Materialverwaltung nach!

Mit- oder Nachnutzer freuen sich, wenn die derart ermittelte Füllmenge mit Datum auf einem Zettel notiert wird, der mit Klebeband ausreichend dauerhaft an der Flasche angebracht wird.