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Organisch-chemische Grundausbildung
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T. Lehmann | Letzte Aktualisierung: 20.06.2008 | Links   

 

Dünnschichtchromatographie

 

Wozu Dünnschichtchromatographie

Sie haben eine Substanz aufgereinigt und wollen jetzt wissen, ob sie rein ist oder noch Verunreinigungen enthält.
Fertigen Sie ein Dünnschichtchromatogramm an und Sie wissen Bescheid.
 
Sie sollen in Ihrer Reaktion "frisch destillierten Benzaldehyd" einsetzen. Sie finden eine Flasche, auf der steht "Benzaldehyd destilliert" - allerdings ein ziemlich altes Datum und die Flasche ist auch schon ziemlich leer. Taugt der Inhalt noch oder taugt er nicht mehr?
Fertigen Sie ein Dünnschichtchromatogramm an und Sie wissen Bescheid.
 
Sie und Ihr Nachbar führen die gleiche Reaktion durch. Bei Ihrem Nachbarn sieht es eher ein bisschen braun aus und bei Ihnen sieht es eher ein bisschen grün aus, obwohl Sie es beide genau gleich gemacht haben. Ist jetzt einer der beiden Ansätze schief gelaufen?
Nicht immer ist es für eine Reaktion essentiell, dass eine bestimmte Färbung auftreten oder ausbleiben muss. Oft ist es ganz normal, dass Nebenreaktionen schnell zu unterschiedlichen Farben führen. Bei Unsicherheit hilft ein Dünnschichtchromatogramm der Reaktionsmischung.
 
Sie sollen eine Substanz umkristallisieren, aber Sie erhalten hartnäckig nur ein Öl.
Wenn Sie einen niedrigen Schmelzpunkt als Ursache ausschließen können sollten Sie ein Dünnschichtchromatogramm anfertigen. Zeigt Ihnen das Dünnschichtchromatogramm, dass viele Komponenten enthalten sind, sollten Sie vielleicht lieber erst eine Auftrennung der Komponenten, z.B. durch eine Säulenchromatographie in Betracht ziehen.
 
Die Praktikumszeit hat für die Durchführung einer Reaktion nicht ganz ausgereicht. Sie sind unsicher, ob die gewünschte Reaktion jetzt schon vollständig abgelaufen ist.
Fertigen Sie ein Dünnschichtchromatogramm der Reaktionsmischung an und kontrollieren Sie auf Vorhandensein des Edukts.
 
Sie sollen ein Produktgemisch durch Säulenchromatographie trennen, haben aber keine Vorstellung davon, welches Laufmittel geeignet wäre.
Fertigen Sie ein Dünnschichtchromatogramm des Gemisches an. Das ermittelte Laufverhalten der Komponenten lässt sich auf das säulenchromatographische Trennproblem übertragen.
 
Sie haben von einer Substanz ein NMR-Spektrum aufnehmen lassen, sehen auf dem Spektrum aber einen ziemlichen "Bandensalat", mit dem Sie überhaupt nicht gerechnet haben.
Tja, jetzt ist es zu spät. Sie haben die NMR-Abteilung des Hauses umsonst arbeiten lassen. Von einer Substanz, die sich im Dünnschichtchromatogramm als Gemenge entpuppt ist es fast immer unsinng, ein NMR-Spektrum aufnehmen zu wollen.
 

Sie sehen: Für alle Fragen, die Zusammensetzung oder Reinheit einer Substanz oder einer Lösung betreffen, gibt das Dünnschichtchromatogramm die benötigten Antworten. Es muss Ihnen in Fleisch und Blut übergehen, durch die Anfertigung eines Dünnschichtchromatogramms in eine Substanz "hineinsehen" zu können. Wir stellen Ihnen im Praktikum alle benötigten Materialien bereit, weshalb sie - genauso souverän wie ein Mitarbeiter an seinem Arbeitsplatz auch - für Routine-DC's innerhalb von 15 Minuten Aufschluss über Ihr Problem erhalten können. Die Dünnschichtchromatographie ist eine sehr schnelle Methode. Wenn Sie länger brauchen, machen Sie etwas falsch! Nur dann, wenn längere Laufstrecken oder Mehrfachentwicklungen erforderlich sind, ist der Zeitbedarf höher.

Dünnschichtchromatogramme können von allen Substanzen angefertigt werden, die keinen nennenswerten Dampfdruck haben, also nicht oder kaum flüchtig sind. In erster Linie sind das Feststoffe. Aber auch von öligen Flüssigkeiten können Dünnschichtchromatogramme angefertigt werden. Bei leichter flüchtigen Substanzen kann man statt eines Dünnschichtchromatogramms ein Gaschromatogramm anfertigen.