Alle nachfolgend beschriebenen Techniken haben im Praktikum keine Bedeutung.
Es ist nur ein ganz kleiner exemplarischer Einblick, was sonst noch möglich ist.
"Reversed-face"-Chromatographie
Man kann die Kieselgeloberfläche silanisieren:
Der Effekt ist, dass die vorher polare Oberfläche nun im Gegenteil unpolar ist. Bei der HPLC werden häufig
derartige unpolare Säulenfüllungen verwendet. In der Dünnschichtchromatographie ist das im Gegenteil eher selten.
Mehrfachentwicklungen
Wiederholtes Entwickeln im gleichen Laufmittel kann das Trennergebnis verbessern. Man lässt dazu die
Karte nach der ersten Entwicklung ablüften und stellt danach erneut in die Kammer. Für ein optimales
Ergebnis sollten die RF-Werte nach der ersten Entwicklung < 0,5 sein.
Liegt ein Substanzgemisch mit Komponenten sehr unterschiedlicher Polarität vor, so entwickelt man erst eine kurze Strecke
im polaren Laufmittel. Dabei laufen die unpolaren Komponenten mit der Laufmittelfront. Danach wird ein zweites Mal mit einem
unpolaren Laufmittel entwickelt. Die polaren Stoffe bewegen sich dabei nicht mehr auf der Karte, wohingegen die unpolaren Stoffe
ausdifferenziert werden, wenn das zweite Laufmittel die Laufstrecke des ersten Laufmittels überschritten hat. Obacht:
Man arbeitet bei der DC-Technik also mit genau umgekehrter Reihenfolge wie bei der Säulenchromatographie, wo im Gegenteil
zuerst die unpolaren Komponenten eluiert werden und nach Steigerung der Polarität dann auch die polaren Komponenten!
Zweidimensionale Entwicklung
Statt das Chromatogramm mehrfach in der gleichen Richtung zu entwickeln, kann man die Substanz auch am Eckpunkt einer quadratischen
DC-Karte auftragen und zunächst eine Kante des Quadrats hinauf entwickeln. Danach lässt man ablüften und entwickelt die
um 90° gedrehte Karte ein zweites Mal in einem anderen Laufmittel in der Absicht, noch nicht getrennte Flecken durch die andersartigen
Selektionskriterien des zweiten Laufmittels aufzutrennen. Eine Variante wäre, nach der ersten Entwicklung die ausdifferenzierten Flecke
auf irgendeine Reaktion - im einfachsten Fall auf Lichtbeständigkeit zu testen. Nach dem Test wird die um 90° gedrehte Karte dieses
Mal im gleichen Laufmittel entwickelt. Befinden sich danach alle Flecken auf einer Diagonalen, so hat es mit keinem der Flecken eine Reaktion
gegeben. Tanzt hingegen ein Fleck aus der Reihe, ist er durch die Reaktion verändert worden.
Wenn Sie noch mehr wissen wollen, z.B. wie man die DC-Flecken quantitativ auswerten kann oder wie und warum man die
Dünnschichtchromatographie nicht nur aufsteigend, sondern auch waagrecht, absteigend oder auf einer sich drehenden kreisförmigen
Platte anfertigt, müssen Sie einschlägige Spezialliteratur lesen, die Sie zum Beispiel in der Institutsbibliothek finden.