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Organisch-chemische Grundausbildung
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T. Lehmann | Letzte Aktualisierung: 30.08.2008 | Links   

 

Dünnschichtchromatographie

 

Spezialtechniken

Alle nachfolgend beschriebenen Techniken haben im Praktikum keine Bedeutung. Es ist nur ein ganz kleiner exemplarischer Einblick, was sonst noch möglich ist.

"Reversed-face"-Chromatographie
Man kann die Kieselgeloberfläche silanisieren:

Silanisiertes Kieselgel

Der Effekt ist, dass die vorher polare Oberfläche nun im Gegenteil unpolar ist. Bei der HPLC werden häufig derartige unpolare Säulenfüllungen verwendet. In der Dünnschichtchromatographie ist das im Gegenteil eher selten.

Mehrfachentwicklungen
Wiederholtes Entwickeln im gleichen Laufmittel kann das Trennergebnis verbessern. Man lässt dazu die Karte nach der ersten Entwicklung ablüften und stellt danach erneut in die Kammer. Für ein optimales Ergebnis sollten die RF-Werte nach der ersten Entwicklung < 0,5 sein.

Liegt ein Substanzgemisch mit Komponenten sehr unterschiedlicher Polarität vor, so entwickelt man erst eine kurze Strecke im polaren Laufmittel. Dabei laufen die unpolaren Komponenten mit der Laufmittelfront. Danach wird ein zweites Mal mit einem unpolaren Laufmittel entwickelt. Die polaren Stoffe bewegen sich dabei nicht mehr auf der Karte, wohingegen die unpolaren Stoffe ausdifferenziert werden, wenn das zweite Laufmittel die Laufstrecke des ersten Laufmittels überschritten hat. Obacht: Man arbeitet bei der DC-Technik also mit genau umgekehrter Reihenfolge wie bei der Säulenchromatographie, wo im Gegenteil zuerst die unpolaren Komponenten eluiert werden und nach Steigerung der Polarität dann auch die polaren Komponenten!

Zweidimensionale Entwicklung
Statt das Chromatogramm mehrfach in der gleichen Richtung zu entwickeln, kann man die Substanz auch am Eckpunkt einer quadratischen DC-Karte auftragen und zunächst eine Kante des Quadrats hinauf entwickeln. Danach lässt man ablüften und entwickelt die um 90° gedrehte Karte ein zweites Mal in einem anderen Laufmittel in der Absicht, noch nicht getrennte Flecken durch die andersartigen Selektionskriterien des zweiten Laufmittels aufzutrennen. Eine Variante wäre, nach der ersten Entwicklung die ausdifferenzierten Flecke auf irgendeine Reaktion - im einfachsten Fall auf Lichtbeständigkeit zu testen. Nach dem Test wird die um 90° gedrehte Karte dieses Mal im gleichen Laufmittel entwickelt. Befinden sich danach alle Flecken auf einer Diagonalen, so hat es mit keinem der Flecken eine Reaktion gegeben. Tanzt hingegen ein Fleck aus der Reihe, ist er durch die Reaktion verändert worden.

Wenn Sie noch mehr wissen wollen, z.B. wie man die DC-Flecken quantitativ auswerten kann oder wie und warum man die Dünnschichtchromatographie nicht nur aufsteigend, sondern auch waagrecht, absteigend oder auf einer sich drehenden kreisförmigen Platte anfertigt, müssen Sie einschlägige Spezialliteratur lesen, die Sie zum Beispiel in der Institutsbibliothek finden.