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Organisch-chemische Grundausbildung
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T. Lehmann | Letzte Aktualisierung: 18.06.2008 | Links   

 

Dünnschichtchromatographie

 

Laufmittel

Laufmittel müssen niedrig viskos und flüchtig sein. Da die Dünnschichtchromatographie ein sehr empfindliches Verfahren ist, versteht sich eines ganz von selbst: Alle verwendeten Lösemittel müssen sauber sein! Ungesättigte organische Lösemittel haben den (kleinen) Nachteil, dass man beim Nachweis von Substanzen durch Bestrahlen mit UV-Licht erst dann etwas erkennen kann, wenn das Lösemittel wirklich vollkommen abgedampft ist, weil derartige Lösemittel selbst die Fluoreszenz löschen. Es dauert also etwas länger, bevor man etwas sehen kann. Man ordnet die Lösemittel entsprechend ihrer Elutionskraft zur sogenannten "elutropen" Reihe an. Dies entspricht der Anordnung nach steigender Polarität.
 

Elutrope Reihe
(Exemplarisch)
n-Hexan
Toluol
Diethylether
Ethylacetat
Tetrahydrofuran
Ethanol
Methanol
Wasser

Häufig werden Laufmittelgemische verwendet. Vorteil der Gemische ist, dass die Elutionskraft unmittelbar an der Zusammensetzung erkennbar ist, wenn es sich um ein binäres Gemisch mit einer unpolaren und einer polaren Komponente handelt. Im Praktikum werden Hexan/Ethylacetatgemische in den Mengenverhältnissen Hexan : Ethylacetat

1:0
10:1
5:1
3:1
1:1
0:1

verwendet, die für den Praktikumsbetrieb in den allermeisten Fällen ausreichen. Nachteil der Gemische ist, dass es in der DC-Kammer zu einer Verschiebung der Zusammensetzung kommen kann, wenn die leichter flüchtige Komponente schneller abdampft. Die n-Hexan/Ethylacetat-Mischung ist insofern "schlau" zusammengesetzt als die Siedepunktsdifferenz nur 8 °C beträgt (KpHexan: 69 °C, KpEthylacetat: 77 °C). Verwenden Sie diese Lösemittelgemische dennoch immer nur ein einziges Mal und geben Sie also für jedes Chromatogramm neues Lösemittelgemisch in die DC-Kammer.

Die in der elutropen Reihe angeordneten Lösemittel verschieben die Rf-Werte nicht nur einfach proportional zu ihrer Polarität, sondern selektieren verschiedene Substanzklassen auch unterschiedlich. Hat man ein immer wiederkehrendes Trennproblem, so kann man daher durch geschickte Auswahl des Laufmittels dieses Trennproblem optimieren, so dass die aufzutrennenden Substanzen ein möglichst unterschiedliches Laufverhalten zeigen. Resultat dieser Optimierung kann dann ein Laufmittelgemisch sein, welches aus drei oder sogar aus vier verschiedenen Lösemitteln besteht. So etwas probiert man natürlich nicht mehr selbst für jedes eigene Problem aus, sondern informiert sich in einschlägiger Literatur, die Sie am Institut für Chemie z.B. in der Institutsbibliothek unter der Signatur "AL338" finden.