Man kann wohl sagen, dass der Rotationsverdampfer und der Pumpstand mit
Vakuumcontroller die beiden Geräte sind, die die präparative
Laborarbeit mit Lösungsmitteln am meisten revolutioniert haben. Der
Rotationsverdampfer ermöglicht durch sein Funktionsprinzip ein wesentlich
schnelleres Abdestillieren von Lösungsmitteln als dies mit normalen
Destillationapparaturen möglich ist. Aber auch beim Arbeiten mit einem
Rotationsverdampfer gibt es das Problem, dass zum Sieden eines
Lösungsmittels Temperatur und Druck sorgfältig aufeinander abgestimmt
werden müssen.
Bei einer Vakuumdestillation wird üblicherweise zurerst bis zum Erreichen
eines stationären Endvakuums evakuiert und dann bis zum Siedebeginn
angeheizt. Am Rotationsverdampfer werden jedoch in rascher Folge die
unterschiedlichsten Lösungsmittel abdestilliert. Wasserbadtemperaturen,
die z.B. für Toluol optimal waren, sind z.B. für Ether viel zu
hoch - jedenfalls, wenn mit einem stationären Endvakuum gearbeitet wird.
Mit dem Controller kann dagegen statt der Badtemperatur der Druck variiert
werden: Es wird nicht bis zum Siedebeginn angeheizt sondern es wird bis zum
Siedebeginn evakuiert. Die Vorteile liegen auf der Hand:
Die Temperatur des Wasserbades spielt nur noch eine untergeordnete Rolle.
Es geht viel schneller, zu einer vorgegebenen Temperatur den für eine
Destillation passenden Druck einzustellen als bei vorgegebenem Druck bis
zur passenden Temperatur aufzuheizen.
Es gibt weitere, auf die Membranpumpe zurückzuführende Vorteile:
Da also am Rotationsverdampfer die Pumpenenddrücke für eine gegebene
Destillationsaufgabe oft viel zu niedrig sind, wurden früher die
abdestillierten Dämpfe oft gar nicht mehr kondensiert, sondern durch
die Pumpe gesaugt. Da das früher Wasserstrahlpumpen waren, gelangten
auf diese Weise erhebliche Mengen an Lösungsmitteln ins Abwasser.
Außerdem haben Wasserstrahlpumpen erhebliche Mengen an Wasser verbraucht.
Die ökologischen Probleme der Wasserstrahlpumpen waren in der Tat die
entscheidenden Triebkräfte, diese sofort nachdem die ersten Membranpumpen
auf dem Markt waren, innerhalb kürzester Zeit durch Membranpumpen zu
ersetzen. Auch die Amortisation der Anschaffung durch die eingesparten
Wasserkosten waren dabei ein wichtiges Argument. Zwar kann man auch bei
Pumpständen mit Controllern den Druck so niedrig einstellen, dass der
Lösungsmitteldampf saugseitig nicht mehr kondensierbar ist. Das macht
aber nichts, weil die Pumpstände auf der Druckseite problemlos mit einem
wirksamen Kondensatabscheider ausgestattet werden können, der alle
Lösungsmitteldämpfe sicher auffängt.
Membranpumpen haben zwar ein mit Wasserstrahlpumpen vergleichbares Endvakuum,
aber eine wesentlich höhere Saugleistung.
Membranpumpen sind deutlich leiser als Wasserstrahlpumpen.