Für den manuellen Modus müssen
Sie die einzustellenden Siededaten wissen oder sich beim Arbeiten herantasten.
Als Hilfe dazu sind auf den Controllern z.T. Tabellen angebracht, denen
erfolgversprechende Werte für Druck und Temperatur entnommen werden
können.
Im Automatikmodus geht im optimalen
Fall alles von selbst. Sie müssen allerdings damit rechnen, dass die
Automatik versagt und der Kolbeninhalt des Rotationsverdampfers
übersprudelt und Ihre schöne Lösung gleichmäßig
im Rotationsverdampfer verteilt wird.
Kann man nicht einen Kompromiss aus beiden Modi haben?
Man kann!
Auch während des Betriebs kann man zwischen den beiden Modi beliebig
wechseln. Das ist aber noch nicht alles: Wenn Sie vom
Automatikmodus in den
manuellen Modus wechseln, wird der im
Augenblick des Wechsels bestehende Betriebsdruck als Sollwert übernommen!
Mit anderen Worten:
Sie können damit beginnen, den Rotationsverdampfer im Automatikmodus
zu evakuieren.
Achten Sie dabei auf das Klacken des Ventils. Fängt es bei Siedebeginn
an zu klacken, hat die Automatik den Siedebeginn selbsttätig gefunden.
Siedet es dagegen, ohne dass Sie ein Klacken vernommen haben, so droht Gefahr.
Schalten Sie die Automatik ab. Weiteres Evakuieren wird sofort gestoppt und
der augenblickliche Druck gehalten.
Betriebsanleitung Schritt für Schritt:
Evakuieren starten
Wählen Sie den
automatischen oder
manuellen Betriebsmodus und stellen
Sie den Druckregelbereich ein wie angegeben. Im
manuellen Modus müssen Sie
zusätzlich einen Arbeitsdruck einstellen.
1. Senken Sie den Verdampferkolben des Rotationsverdampfers in das Heizbad ab.
Obacht: Ist das System geschlossen und das Wasserbad bereits warm, so kann
sich durch die Erwärmung des Lösungsmittels dessen Dampfdruck
erhöhen und das System dadurch einen Überdruck erhalten. Ist der
Verdampferkolben nicht richtig gesichert, kann er durch den Überdruck
herausgedrückt werden und ins Wasserbad fallen! Die Pumpstände
des Praktikums verfügen zur Verhinderung eines Überdrucks über
ein Überdruckventil. Achten Sie trotzdem auf die Anzeige des Displays!
2. Drücken Sie die
-Taste.
Folgende Dinge passieren dadurch:
Die Kontrollampe (a) links oben auf dem Schaltfeld der
-Taste zeigt an, dass
der Controller arbeitet.
Die Kontrollampe (b) zeigt an, dass das Regelventil geöffnet ist und
die Pumpe den Rotationsverdampfer evakuiert.
Sie Hören am Pumpengeräusch, dass der Abpumpvorgang einsetzt.
3. Versetzen Sie den Verdampferkolben in maximal mögliche Rotation.
Seien Sie nicht zaghaft! Nur die maximal mögliche Rotationsgeschwindigkeit
schützt bestmöglichst vor Siedeverzügen!
4a. Wenn Sie den manuellen Modus gewählt haben:
Halten Sie den Finger betätigungsbereit auf der
-Taste!
Wird der Siedevorgang zu stürmisch, so können Sie durch Betätigen
der Taste das System belüften. Durch die Druckerhöhung hört
der Siedervorgang augenblicklich auf. Der Controller stoppt gleichzeitig
das weitere Evakuieren, so dass auch nach dem Loslassen der
-Taste
keine weitere Gefahr droht. Um weiter zu evakuieren, muss erneut die
-Taste
betätigt werden.
4b. Wenn Sie den Automatikmodus gewählt haben:
Sie können als Notmaßnahme ebenfalls den Finger auf der
-Taste
ruhen lassen. Eine bessere Alternative ist jedoch, die
-Taste
zu betätigen, wenn der Siedevorgang einsetzt, ohne dass der Controller
schon das Regelintervall gefunden hat. Durch das Abschalten der Automatik
wird der augenblickliche Betriebsdruck als Regeldruck übernommen.
Wenn Sie im Automatikmodus die
-Taste
betätigen, so geht die Automatik wahrscheinlich in den Endabschaltungsmodus
über (Display blinkt). Zum weiteren Evakuieren müssen Sie die
-Taste
erneut betätigen.
Meist sind gerade die ersten Augenblicke des Siedens kritisch. Nach einiger
Zeit stellt sich dagegen in der Regel ein stabiles Siedeverhalten ein. Sie
können den Druckregelbereich zu jeder Zeit nachjustieren und insbesondere
auch zu jeder Zeit zwischen automatischem
und manuellem Modus hin- und
herschalten, unabhängig davon, mit welchem Modus Sie begonnen haben.
Beachten Sie, dass beim Wechsel vom automatischen
in den manuellen Modus
weiterhin jedes Mal der aktuelle Betriebsdruck als Sollwert übernommen
wird. Wenn Sie den Eindruck haben, dass der Siedevorgang nunmehr konstant
und ohne zu stoßen erfolgt, müssen Sie den Siedevorgang nicht
mehr ständig beaufsichtigen, sondern nur noch gelegentlich kontrollieren.
Evakuieren beenden
Drücken Sie die
-Taste,
so dass die Kontrollampe (a) nicht mehr leuchtet. Auch die Kontrollampe
(b) ist dann aus und zeigt dadurch an, dass das Regelventil geschlossen ist
und kein weiteres Evakuieren erfolgt.
Entfernen Sie den Abdampfkolben aus dem Wasserbad und stellen Sie die
Rotation ab!
Drücken Sie die
-Taste,
bis der Druckausgleich mit der Umgebung hergetellt ist.
Belüften Sie das System grundsätzlich mit der
-Taste.
Das hat den Vorteil, dass die eintrömende Luft den Druckabnehmer mit
Frischluft freispült. Wird dagegen am Rotationsverdampfer belüftet,
wird dagegen der organische Restdampf gegen den Druckaufnehmer geschleudert,
wo er kondensiert und den Druckaufnehmer beschädigen kann.
Das nebenstehende Video zeigt (sehr vereinfachend), dass Gase sich vor allem
in engen Rohrleitungen schlecht mischen sondern voreinander herschieben.
Das verschärft das Problem zusätzlich.