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Organisch-chemische Grundausbildung
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T. Lehmann | Letzte Aktualisierung: 18.05.2008 | Links   

 

Allgemeines zum Apparaturaufbau

Falsch geklammerter Schliff        Der nebenstehende Schliff ist falsch geklammert. Der gekröpfte Schliffrand sitzt nicht auf der Klemme auf, sondern befindet sich ein Stück weit oberhalb. (Siehe rote Markierung.) Handelt es sich um die unterste Klemme, also diejenige, welche das Gewicht der Apparatur zu tragen hat, kann bei der weiteren Arbeit das fixierte Gerät - meist der Kolben mit der Reaktionsmischung - durch sein Gewicht tiefer in die Klemme hineinrutschen, z.B. dann wenn der Korkbelag der Klemme infolge einer Erwärmung weicher und damit nachgiebiger wird. Der Kolben rutscht so ein Stück nach unten. Kann der obere Aufbau dieser Bewegung nicht folgen, so geht die Schliffverbindung auf mit der Folge, dass Dämpfe aus der Apparatur entweichen können. Neben der Sicherheitsproblematik kann dies auch eine massive Ausbeuteverminderung zur Folge haben.
Hier ist der Schliff richtig geklammert. Auch wenn eine große Last an der Klemme hängt: Ein Tiefer-Rutschen ist nicht mehr möglich. Fehler der beschriebenen Art werden häufig gemacht, vor allem auch in der Weise, dass zwischen der tragenden Stativklemme und dem Schliffrand noch eine Klammer dazwischengezwängt wird, weil befürchtet wird, der Schliff könne sonst aufgehen.        Richtig geklammerter Schliff

 


 

Apparatur mit undichtem Schliff. (Klicken zeigt eine Vergrößerung.) Klicken für Ausschnittvergrößerung

Eine Schliffapparatur wird zusammengebaut. Sie geben sich Bauteil für Bauteil große Mühe, das alles in richtiger Höhe und im richtigem Winkel zusammenzustecken. Wenn Sie aber "hinten" zusammenbauen, merken Sie oft nicht, dass Sie "vorne" durch Ziehen oder Ruckeln an den Bauteilen die Schliffverbindungen schon wieder getrennt haben. Besonders Destillationsapparaturen sind in dieser Hinsicht kritisch, da hier 2 senkrechte Stativstangen benötigt werden, wobei es leicht zu kleinen seitlichen Verschiebungen kommt. Bei gefetteten Schliffverbindungen ist das Problem eigentlich relativ leicht zu erkennen. Die nebenstehende Abbildung zeigt gelb markiert eine dichte Schliffverbindung, bei der der Schliff im gefetteten Bereich klar und durchscheinend ist. Rot markiert ist die getrennte Schliffverbindung: Der Schliff sieht blind aus und bei näherem Hinsehen (Klicken Sie im Bild in das rote Rechteck.) erkennt man das Schlifffett, welches hier einen Belag auf beiden Schliffhälften bildet und keinen transparenten Film.

Kontrollieren Sie nach dem Apparaturaufbau alle Schliffverbindungen auf Dichtheit!

Es sind die waagrechten Schliffverbindungen, denen Sie besonderes Augenmerk widmen müssen. Der senkrecht eingesteckte Rückflusskühler wird demgegenüber durch sein Gewicht immer fest auf dem Schliff sitzen. Es ist in diesem Fall deshalb überhaupt nicht notwendig, die Schliffverbindung mit einer Klammer zu sichern.
Apparatur mit dichtem Schliff. (Klicken zeigt eine Vergrößerung.) Klicken für Ausschnittvergrößerung

Bei einer Destillationsapparatur ist die in der vorigen Abbildung rot markierte Schliffverbindung diejenige, die am häufigsten aufgeht und gleichzeitig auch diejenige, bei der ein solches Missgeschick die schlimmsten Auswirkungen hat, denn der an dieser Stelle vorhandene Destillationsdampf findet dann zum erheblichen Teil seinen Weg nach draußen. Das kann nicht nur zu einer beträchtlichen Gefährdung führen, sondern auch zu einer drastischen Verminderung der Destillatausbeute. Sie sollten deshalb zur Vermeidung dieser Gefahr an dieser Stelle grundsätzlich eine Schliffklammer setzen. (Klicken Sie auf das Bild für eine vergrößerte Abbildung.)

Nicht dichte Schliffverbindungen zählen zu den häufigen Anfängerfehlern!