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Letzte Aktualisierung: 06.11.2000

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Stromschlag durch defektes Kabel

Die Ersthelfer werden angewiesen, in das betreffende Labor hineinzugehen. Das Labor macht einen aufgeräumten, ja fast leeren Eindruck. Mitten auf dem Boden liegt jedoch ein Bewusstloser. Die Luft scheint atembar. Direkt an der Apparatur riecht es jedoch etwas brenzlig - so wie nach verschmortem Kunststoff. Ein Teil der Ersthelfer kümmert sich erst einmal um den Verletzten. Atmung und Puls sind vorhanden, also direkt vor Ort stabile Seitenlage und Notarzt verständigen. Inzwischen wird nach der Unfallursache geforscht. Sie ist nicht leicht zu entdecken: Beim Herunterkurbeln der Hebebühne ist ein - wohl schon vorher nicht mehr einwandfreies Stromkabel - mit eingequetscht worden. Das Kabel weist nun an der Stelle deutliche Brandspuren auf. Gegenkontrolle beim Verletzten: An den Händen befinden sich kleine Verletzungen, die wie Verbrennungen aussehen. Sind das Strommarken?

Offensichtlich geht hier keine Gefährdung durch Chemikalien aus. Aber was ist mit dem Strom? Das Kabel wird durch Ziehen des Steckers stromlos gemacht. Ein Kontrollblick auf den Sicherungskasten zeigt, dass die betreffende Sicherung auch schon ausgelöst hat. Unter fortdauernder Kontrolle von Puls und Atmung wird das Eintreffen des Notarztes abgewartet, der am Haupteingang empfangen und zur Unfallstelle eingewiesen wird.

    

 


Bemerkungen:

Der korrosive Verschleiß von Elektrogeräten ist im Labor viel höher als z.B. zu Hause. Insbesondere die Steckverbindungen korrodieren sehr leicht. Bei Stromverbrauchern hoher Leistung kann der dann auftretende Spannungsabfall an der Steckverbindung sogar einen Brand in der Steckdose auslösen. Heimtückischer, weil unbemerkt ist ein unzureichender Schutzleiterkontakt, der leider gerade bei den Schukosteckern extrem schnell auftritt, wie die turnusmäßigen Überprüfungen der Elektrogeräte immer wieder zeigen. Im vorliegenden Fall hätten aber auch intakte Steckverbindungen das Unglück nicht verhindern können, weil die Hebebühne im Betrieb nicht geerdet wird. Der einzig zuverlässige Schutz bestünde im Einbau von Fehlerstromschutzautomaten im Sicherungskasten.


Materialien:

  • 1 Apparatur
    (beliebig, jedoch mit Magnetrührer und Hebebühne. Der Magnetrührer sollte am besten eine Anschlussbuchse statt eines Kabels haben. Sonst müsste ein kompletter Magnetrührer wie nachstehend beschrieben präpariert werden.)
  • 1 altes Elektrokabel
    (Das Kabel wird an passender Stelle mit dem Bunsenbrenner gründlich verkohlt, so dass die blanken Drähte sichtbar werden. Am Stecker werden alle Kabel abgeklemmt. Nur die Zugentlastung bleibt fest angezogen. Auf diese Weise kann man das Kabel ohne Gefahr in die Steckdose stecken. Dies ist eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme, denn bei dem vorliegenden Fall wird ja außerdem der betreffende Stromkreis durch Umlegen der Sicherung abgeschaltet. Das andere Ende des Kabels wird in den Magnetrührer gesteckt.)
  • Schminke
  • 1 Schild "Schwacher Geruch nach verschmortem Kunststoff", welches direkt an der Apparatur angebracht wird.