| Stromschlag durch defektes
Kabel
| Die Ersthelfer werden angewiesen, in das betreffende Labor hineinzugehen.
Das Labor macht einen aufgeräumten, ja fast leeren Eindruck. Mitten
auf dem Boden liegt jedoch ein Bewusstloser. Die Luft scheint atembar. Direkt
an der Apparatur riecht es jedoch etwas brenzlig - so wie nach verschmortem
Kunststoff. Ein Teil der Ersthelfer kümmert sich erst einmal um den
Verletzten. Atmung und Puls sind vorhanden, also direkt vor Ort stabile
Seitenlage und Notarzt verständigen. Inzwischen wird nach der Unfallursache
geforscht. Sie ist nicht leicht zu entdecken: Beim Herunterkurbeln der
Hebebühne ist ein - wohl schon vorher nicht mehr einwandfreies Stromkabel
- mit eingequetscht worden. Das Kabel weist nun an der Stelle deutliche
Brandspuren auf. Gegenkontrolle beim Verletzten: An den Händen befinden
sich kleine Verletzungen, die wie Verbrennungen aussehen. Sind das Strommarken?
Offensichtlich geht hier keine Gefährdung durch Chemikalien aus. Aber
was ist mit dem Strom? Das Kabel wird durch Ziehen des Steckers stromlos
gemacht. Ein Kontrollblick auf den Sicherungskasten zeigt, dass die betreffende
Sicherung auch schon ausgelöst hat. Unter fortdauernder Kontrolle von
Puls und Atmung wird das Eintreffen des Notarztes abgewartet, der am Haupteingang
empfangen und zur Unfallstelle eingewiesen wird. |
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Bemerkungen:
Der korrosive Verschleiß von Elektrogeräten ist im Labor viel
höher als z.B. zu Hause. Insbesondere die Steckverbindungen korrodieren
sehr leicht. Bei Stromverbrauchern hoher Leistung kann der dann auftretende
Spannungsabfall an der Steckverbindung sogar einen Brand in der Steckdose
auslösen. Heimtückischer, weil unbemerkt ist ein unzureichender
Schutzleiterkontakt, der leider gerade bei den Schukosteckern extrem schnell
auftritt, wie die turnusmäßigen Überprüfungen der
Elektrogeräte immer wieder zeigen. Im vorliegenden Fall hätten
aber auch intakte Steckverbindungen das Unglück nicht verhindern
können, weil die Hebebühne im Betrieb nicht geerdet wird. Der einzig
zuverlässige Schutz bestünde im Einbau von Fehlerstromschutzautomaten
im Sicherungskasten.
Materialien:
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1 Apparatur
(beliebig, jedoch mit Magnetrührer und Hebebühne. Der
Magnetrührer sollte am besten eine Anschlussbuchse statt eines Kabels
haben. Sonst müsste ein kompletter Magnetrührer wie nachstehend
beschrieben präpariert werden.)
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1 altes Elektrokabel
(Das Kabel wird an passender Stelle mit dem Bunsenbrenner gründlich
verkohlt, so dass die blanken Drähte sichtbar werden. Am Stecker werden
alle Kabel abgeklemmt. Nur die Zugentlastung bleibt fest angezogen. Auf diese
Weise kann man das Kabel ohne Gefahr in die Steckdose stecken. Dies ist eine
zusätzliche Sicherheitsmaßnahme, denn bei dem vorliegenden Fall
wird ja außerdem der betreffende Stromkreis durch Umlegen der Sicherung
abgeschaltet. Das andere Ende des Kabels wird in den Magnetrührer
gesteckt.)
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Schminke
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1 Schild "Schwacher Geruch nach verschmortem Kunststoff", welches direkt
an der Apparatur angebracht wird.
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