| Bewusstlosigkeit durch
Schwefelwasserstoffgas
| Die Ersthelfer werden angewiesen, in ein Labor zu gehen und dort nach
einer bestimmten Person zu fragen. Im Labor empfängt sie ein ekelerregend
intensiver Schwefelwasserstoffgeruch. Vom Eingang gerechnet etwa 10 Schritte
entfernt liegt am Fenster eine leblose Person auf dem Boden. Die Situation
ist gefährlich, also erst mal wieder raus aus dem Labor und draussen
überlegt. Durch das Fenster der Labortür wird versucht, die Lage
zu erfassen. In den Abzügen ist auf die Entfernung nichts auffälliges
zu entdecken. Links auf der Laborarbeitsfläche steht aber ein umgekippter
Behälter, aus dem eine dickliche schwarze Mischung ausgelaufen ist.
Daneben noch ein Erlenmeyerkolben, eine Flasche und einige weitere Utensilien.
Die Ersthelfer haben eine schwierige Entscheidung zu treffen: Lieber gleich
mit angehaltenem Atem rein und den Verletzten rasch herausziehen? Schafft
man das, ohne zwischendurch Luft zu holen? Einige probieren es. Zu zweit
geht es leichter. Und tatsächlich: Sie schaffen es. Andere sind
vorsichtiger. Sie wollen sich lieber zuerst eine Gasmaske holen. Aber nicht
jedem ist der Gebrauch der Maske so vertraut, dass er sie in kürzester
Zeit aufsetzen kann. Will man zuverlässig durch die Maske geschützt
sein, so muss man obendrein auch noch die Dichtigkeit überprüfen.
Man hält dazu die Lufteinlassöffnung mit der flachen Hand zu und
versucht Luft zu holen. Es darf dabei keine Luft atembar sein. Die Auswahl
des richtigen Filters ist dagegen kein Problem, weil für solche Fälle
ein Universalrettungsfilter zur Verfügung steht, der für kurze
Zeit vor allen gängigen Gasen schützt. Trotzdem: Bis die Maske
herbeigeschafft ist und richtig
sitzt, vergehen viele kostbare Minuten. Für das Opfer kommt dadurch die
Hilfe womöglich zu spät.
Der Bewusstlose liegt in Erbrochenem und hat eine Platzwunde dicht oberhalb
der rechten Augenbraue. Offenbar wollte er noch das Fenster öffnen,
ist kurz davor aber zusammengebrochen. Manche Ersthelfer reißen instinktiv
das Fenster auf. Das ist verheerend, denn beim Herausziehen des Verletzten
durch die Labortür drückt der Wind das Giftgas aus dem Labor heraus
direkt in den Flur. Draußen erst einmal Atem- und Pulskontrolle, da
das Opfer nicht ansprechbar ist. Gott sei Dank, beides ist vorhanden. Also
stabile Seitenlage und Notarzt verständigen. Perfekt ist, wer dabei
bedenkt, das Opfer links herum in die stabile Seitenlage zu drehen, weil
der Kopf sonst genau mit der Platzwunde auf dem Boden aufliegen würde.
Fortdauernde Atem-/Pulskontrolle, bis der Notarzt eintrifft, der natürlich
am Haupteingang zu empfangen und zur Unfallstelle einzuweisen ist. Zwischendurch
wird das Labor unter dem Schutz einer Gasmaske inspiziert. Aller Verdacht
fällt auf den umgekippten Behälter, aus dem die schwarze Mischung
ausgelaufen ist. Die Flasche enthält Schwefelsäure. Da man das
Opfer nicht befragen kann, kann man sich nur zusammenreimen, dass hier offenbar
sulfidische Schwermetallabfälle aus welchen Gründen auch immer
mit Säure versetzt worden sind. Da die Mischung anscheinend abreagiert
ist (keine sichtbare Gasentwicklung mehr), ist es wohl am besten abzuwarten,
bis die vorhandene Raumlüftung von selbst für die Entfernung des
Giftgases gesorgt hat. |
|

Bewusstloses Opfer
Diese hier wagen es:

Luft anhalten ... rasch herein ...

... zupacken ...

... und raus!!

Stabile Seitenlage und dann
Atem-/Pulskontrolle,
bis der Notarzt kommt. |
Materialien:
-
1 1-l-Weithalsflasche
-
Glycerin, welches mit Aktivkohle zu einer eklig dicken Paste angeteigt und
in die Flasche gefüllt wird.
-
1 mit Waser halb gefüllter Erlenmeyerkolben
-
1 Flasche Schwefelsäure
-
1 Glasstab
-
1 große flache Schale
-
Schminke
-
1 Decke
-
1 großes Schild: "unerträglicher Geruch nach faulen Eiern"
Bemerkungen:
Die spätere Reinigung des Labors ist einfacher, wenn sich die "Schweinerei"
in einer großen flachen Schale abspielt. Der Behälter mit der
schwarzen Masse wird also in der Schale umgekippt und der Glasstab mit
hineingelegt, so dass er ebenfalls gründlich mit der Masse beschmiert
ist. Erlenmeyerkolben und Säureflasche können außerhalb der
Schale stehenbleiben. Es soll der Eindruck entstehen, als sei mit dem Gemenge
gearbeitet worden. Man kann auch noch ein paar Zellstofftücher in den
Brei tauchen, so dass es aussieht, als wären noch "Rettungsversuche"
durch Zusammenwischen unternommen worden. Die Decke ist für den Mimen,
da es unerträglich ist, den ganzen Tag auf dem kalten Fußboden
zu liegen. Das Schild wird am Eingang so auf einen Hocker gelegt, dass die
Ersthelfer daran nicht vorbei können, ohne es beiseite zu schieben. |