| In das Auge gespritzte
Chemikalien
| Die vor der Labortür stehenden Ersthelfer vernehmen aus dem Labor
plötzlich einen lauten Schmerzensschrei. Als sie in das Labor stürmen,
finden sie einen Studenten vor, der sich die Hände vor das Gesicht
hält und orientierungslos und schreiend durch die Gegend taumelt. Im
Vorbeigehen ziehen die Ersthelfer eben noch den Frontschieber des Abzuges
herunter, weil auf der Arbeitsfläche offenbar irgendetwas verschüttet
worden ist. Da der Verletzte nichts sehen kann, wird er sofort zur nächsten
Augendusche gebracht und die Augen werden gründlich gespült. Es
ist wichtig, ständig beruhigend auf den hochgradig verängstigten
Studenten einzureden. Da die Augenverletzung erheblich zu sein scheint, wird
auch hier sofort der Notarzt angerufen. In dem zwischenzeitlich inspizierten
Abzug befindet sich eine Flasche Methanol und ein Magnetrührer, von
dem das Heizbad offenbar heruntergestoßen worden ist. Die
Heizbadflüssigkeit ist nun über die gesamte Arbeitsfläche
verteilt. Auf der Arbeitsfläche liegen außerdem gesplitterte Reste
eines Erlenmeyerkolbens sowie einige andere Gerätschaften. Im Abzug
ist ein schwacher alkoholartiger Geruch wahrnehmbar. Nachdem der
Magnetrührer durch Ziehen des Steckers stromlos gemacht wurde, scheint
vom Arbeitsplatz keine unmittelbare Gefährdung auszugehen. Nicht alle
Ersthelfer bemerken sofort, dass die Hände des Opfers stark gerötet
sind. Auf Nachfragen wird klar, dass der Student "auf die Schnelle"
Ascorbinsäure im offenen Erlenmeyerkolben aus Methanol umzukristallisieren
versucht hat. Das Tragen der Schutzbrille ist dabei ebenso unterblieben,
wie die Maßnahmen gegen Siedeverzüge. Bei dem Siedeverzug ist
ihm die Lösung ins Auge gespritzt. Durch den plötzlichen Schmerz
hat er reflexartig das Bad umgerissen und sich dabei auch noch die Hände
verbrüht. Die Erste-Hilfe-Leistung besteht darin, auch die Hände
mit Wasser zu kühlen. Während Augen und Hände des Opfers unter
beruhigendem Zureden fortdauernd gepült werden, wird der Notarzt abgewartet
und zur Unfallstelle eingewiesen. |
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Aaaaaaaaaahhhhhhhhhhhhh!!!!!!!
Kein Kittel, keine Schutzbrille, keine Handschuhe!
Das musste ja so kommen.

Anpacken und zur nächsten Augendusche
bringen.
Wichtig: Nicht einfach herumschubsen,
sondern mit dem Opfer reden.

Nicht nur die Augen,
sondern auch die verbrühten Hände
werden hier schon gespült. |
Bemerkungen:
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Die eintreffenden Übungsgruppen wurden vom Stationsbetreuer
aufgefordert, vor der Labortür abzuwarten, bis etwas ungewöhnliches
passieren würde.
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Da Glas gesplittert ist und die Schutzbrille nicht getragen wurde, kann nicht
mit völliger Sicherheit ausgeschlossen werden, dass das Auge auch mechanisch
verletzt ist.
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Bei der nächstgelegenen Augendusche wird das Wasser abgestellt.
(Es wäre für den Mimen unerträglich gewesen, wenn ihm
von allen Gruppen quasi den ganzen Tag lang die Augen mit kaltem Wasser
gespült worden wären. Ein Sicherheitsrisiko entstand dadurch nicht, weil
der Praktikumsraum während der Semesterferien nicht benutzt wurde. Trotzdem wurde
vorsichtshalber ein Warnhinweis an der
Dusche angebracht, dass diese zu Übungszwecken funktionslos gemacht
wurde. Die Ersthelfer wurden darauf hingewiesen, dass das Spülen der
Augen nur simuliert wird.)
Materialien:
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1 Magnetrührer
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1 Heizbadschale
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Glycerin (als Heizbadflüssigkeit)
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1 zerschlagener Erlenmeyerkolben
(Vorher mit Papier als Splitterschutz umwickeln. Die Scherben werden
in den Abzug gelegt, so dass es aussieht, als wäre er dort
zersprungen.)
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Einige zusätzliche Gerätschaften, auch in den anderen Abzügen,
damit ein realistischer Eindruck eines Labors entsteht. (Apparaturen,
Bechergläser etc.)
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Schminkmaterial
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1 Schild an der Apparatur: "Schwacher alkoholartiger Geruch"
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