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Ist das schwer, sich
in der Universität zurechtzufinden? |
| Das Organisatorische ist kein großes Problem. In der Regel gibt es einen
empfohlenen Studienplan. Das bedeutet, dass Sie wie in der Schule einen semesterweise
gültigen Stundenplan haben, von dem Sie allerdings im Gegensatz zur Schule abweichen
können, was aber meist mit Nachteilen - in der Regel mit einer Verlängerung der
Studienzeit verbunden ist. Wenn Sie sich an den Plan halten, sehen Sie die meisten
Kommilitonen Ihres Semesters also die
ganze Woche über und es sollte Ihnen nicht schwer fallen, Freunde zu finden oder
Lerngemeinschaften zu bilden.
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Schwieriger fällt den meisten die neue Art des Lernens. Es gibt keinen Lehrer
mehr, der Hausaufgaben oder Mitarbeit kontrolliert, sondern einen Dozenten, der vorne
steht und vorträgt und sich dabei zwar anständigerweise Gedanken
darüber macht, wie er seine Lehrinhalte möglichst verständlich vermitteln
kann, aber dennoch keine Rücksicht darauf nimmt, wenn leistungsschwächere
Hörer nicht mitkommen. Und wer leistungsschwach ist, findet diese Situation
möglicherweise zu Anfang gar nicht unbedingt unangenehm, denn der Dozent vorn ist
weiterhin nett und freundlich und keineswegs verärgert. Zum Schluss kommt aber
eine Leistungsüberprüfung und dabei fallen plötzlich viele aus allen
Wolken und machen eine schwere Bauchlandung. Die Noten sind im ersten Semester
meistens eher schlecht. In höheren Semestern bessert sich dies langsam. Hinzu
kommt, dass man an der Hochschule schon lange vor der PISA-Studie gemerkt hat,
dass die schulische Ausbildung vor allem auch im Fach Chemie eher nachgelassen hat,
was die Situation für die Studienanfänger nicht eben einfacher macht.
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Tappen Sie also nicht in die Falle! Arbeiten Sie von Beginn an konsequent mit!
Arbeiten Sie jede Lehrveranstaltung zu Hause nach! Lesen Sie dabei nicht nur in irgendeinem
Buch, sondern nehmen Sie Papier und Stift und formulieren sie
Reaktionen, Formelableitungen etc. eigenhändig nach! Lernen Sie für sich
selbst! Lesen Sie so bald wie möglich auch ein wenig links und rechts vom
Pflichtstoff! Entwickeln Sie Ihre eigenen Interessen! Je mehr Sie wissen, umso besser sind
später Ihre Chancen. Diskutieren Sie mit anderen über Chemie! Bilden Sie
Lerngruppen! Nur wenn Sie das Erlernte reflektieren, werden Sie in dessen Beherrschung sicher.
Rechnen Sie mit einer hohen Präsenzzeit an der
Universität. Anwesenheitszeiten von 8:00 bis 18:00
sind normal, solche von 8:00 bis 20:00 nichts dramatisches.
Wenn man Glück hat, kann man in der Zeit schon manches von
den Vor- und Nachbereitungen erledigen, in der Regel muss aber zu Hause noch für ein
paar weitere Stunden die Schreibtischlampe angeknipst werden. Die hohe Präsenzzeit kommt
durch
die außergewohnlich intensive Praktikumstätigkeit zustande. Semesterweise haben
Sie die ganze Woche täglich den ganzen Nachmittag ein oder mehrere Praktika.
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Lehramtskandidaten haben das Problem, dass sie zwei verschiedene
Fächer studieren. Zwar gibt es für jedes Fach allein eine empfohlene
Studienreihenfolge, aber da es fast beliebig viele Fächerkombinationen gibt, ist es
fast unmöglch, sich einen überschneidungsfreien Studienplan zusammenzulegen.
Fast immer studieren Lehrer deshalb länger, als dies theoretisch notwendig gewesen
wäre.
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| Für jedes Fach gibt es Studienberatungen, die offiziell von
den Professoren, meist aber auch von Studenten angeboten werden. Studenten
sind es auch, die in der Regel für Erstsemester eine
Einführungsveranstaltung organisieren, wobei die Neulinge mit
den Örtlichkeiten vertraut gemacht werden und Tips für das erste
Semester erhalten. Üblicherweise schließen sich engagierte Studenten
zu einer Fachschaft
zusammen und unterhalten zumindest ein Büro, das man aufsuchen kann.
Wenn Sie psychische Probleme, z.B. Prüfungsängste haben, so scheuen Sie
sich nicht, die hochschuleigene psychische Beratungsstelle aufzusuchen, die Ihnen
für solche Fälle höchst wirksame Hilfe geben kann!
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