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Welche Kenntnisse und Fertigkeiten muss
ich für ein Chemiestudium mitbringen? |
Sprachkenntnisse
Fließend Englisch ist ein muss! Besser ist es, wenn Sie noch eine
zweite Fremdsprache beherrschen. Sie werden in Ihrer Ausbildung mit Sicherheit
Kontakte zu ausländischen Wissenschaftlern oder Studenten haben oder sogar
eine Zeit lang im Ausland studieren. Wissenschaftliche Ergebnisse werden so gut
wie gar nicht mehr in deutscher Sprache publiziert, mancherorts finden sogar
hiesige Lehrveranstaltungen schon in englischer Sprache statt. Auch in den Laborpraktika können Sie auf
Assistenten treffen, die ganz prima ihre eigene Heimatsprache, ziemlich gut Englisch - aber kein Wort Deutsch sprechen.
Mathematikkenntnisse
Selbst wenn Sie an der Schule einen Leistungskurs Mathematik belegen, werden Sie
für das Chemiestudium noch mehr Mathematikkenntnisse erwerben müssen:
Differentialrechnung, Integralrechnung, Vektorrechnung, Matritzen, Determinanten
- es gibt kaum etwas, was Sie nicht benötigen! In
das Chemiestudium ist allerdings eine Mathematikausbildung
integriert. Wer aber zu wenig Vorkenntnisse hat, der hat daran ganz schön
zu knabbern. |
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Interesse an Chemie
Sie sollten ein "seriöses" Interesse an Chemie haben. Wenn es Ihnen nur
auf schöne Effekte ankommt, sind Sie falsch - und werden das Studium nicht
lange durchhalten. Sie sollte Freude am Ausprobieren und Experimentieren haben
und dabei viel, viel Beharrungsvermögen aufbringen können, wenn Versuche
nicht (gleich) den gewünschten Erfolg bringen. |
Soft-Skills
Mit einem akademischen Abschluss erhalten Sie Jobs, in denen
Führungs-, Team- und Kommunikationsfähigkeit, ferner
Einfühlungsvermögen, Ausgeglichenheit und
Motivationsfähigkeit wichtig sind. Sie müssen sich beizeiten
darüber im Klaren sein, ob sie über die genannten Fähigkeiten
verfügen, denn im Studium spielen diese leider kaum eine Rolle.
Manch Absolvent erlebt deshalb trotz guter Noten bei der Bewerbung eine
völlige Bauchlandung! Firmen wenden heutzutage ausgeklügelte Verfahren an,
um die "soft skills" ihrer Bewerber auszuloten, um teure Fehlbesetzungen zu vermeiden.
Dabei werden auch immer mehr
elektronische Verfahren eingesetzt.
Vorteile hat, wer im Lebenslauf Tätigkeiten
angeben kann, die auf derartige Fähigkeiten schließen lassen,
wie zum Beispiel als Trainer in einem Sportverein. |
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Lehramt
Für Lehrer sind Fremdsprachenkenntnisse und Mathematikkentnisse nicht ganz so wichtig.
Was einen guten Lehrer auszeichnet, wissen Sie selbst aus Ihrer Schulzeit, bzw. können
es sich ausmalen: Lehrern muss es Spaß machen, Schüler zu unterrichten - und zwar
selbst dann, wenn manche Schüler das Fach nicht mögen oder Eltern "Schwierigkeiten
machen". Gute Lehrer stumpfen im Laufe der ca 35 Berufsjahre nicht ab. Lehrer müssen
das "gewisse Etwas" mitbringen, was man nicht in der Universität erwirbt.
Die Ausbildung zum Lehrer ist ein vollwertiges
Studium und nicht einfach nur die "Bonsai-Variante" des "richtigen"
Chemiestudiums. Wechseln Sie nicht aus Not in das Lehramtsstudium, nur weil Ihnen die Fachwissenschaft
zu schwer ist! |
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Noch ein Wort an das Gewissen
Bedenken Sie, dass ein Chemiestudium sehr teuer ist. Wenn
man ehrlich rechnet - und das bedeutet zum Beispiel auch Berücksichtigung der teuren
Laborunterhaltskosten, Professoren- und Assistentengehälter inkl. notwendiger
Pensionsrückstellungen, so muss die Gesellschaft für jede(n)
Chemiestudenten/in etwa 150.000,- Euro berappen! Im Falle des Studienabbruchs ist
dieses Geld "in den Schornstein" geschrieben!
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