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T. Lehmann | Letzte Aktualisierung: 05.10.2012 | Links   
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Welche Kenntnisse und Fertigkeiten muss ich für ein Chemiestudium mitbringen?

Sprachkenntnisse

Fließend Englisch ist ein muss! Besser ist es, wenn Sie noch eine zweite Fremdsprache beherrschen. Sie werden in Ihrer Ausbildung mit Sicherheit Kontakte zu ausländischen Wissenschaftlern oder Studenten haben oder sogar eine Zeit lang im Ausland studieren. Wissenschaftliche Ergebnisse werden so gut wie gar nicht mehr in deutscher Sprache publiziert, mancherorts finden sogar hiesige Lehrveranstaltungen schon in englischer Sprache statt. Auch in den Laborpraktika können Sie auf Assistenten treffen, die ganz prima ihre eigene Heimatsprache, ziemlich gut Englisch - aber kein Wort Deutsch sprechen.

Mathematikkenntnisse

Selbst wenn Sie an der Schule einen Leistungskurs Mathematik belegen, werden Sie für das Chemiestudium noch mehr Mathematikkenntnisse erwerben müssen: Differentialrechnung, Integralrechnung, Vektorrechnung, Matritzen, Determinanten - es gibt kaum etwas, was Sie nicht benötigen! In das Chemiestudium ist allerdings eine Mathematikausbildung integriert. Wer aber zu wenig Vorkenntnisse hat, der hat daran ganz schön zu knabbern.

Interesse an Chemie

Sie sollten ein "seriöses" Interesse an Chemie haben. Wenn es Ihnen nur auf schöne Effekte ankommt, sind Sie falsch - und werden das Studium nicht lange durchhalten. Sie sollte Freude am Ausprobieren und Experimentieren haben und dabei viel, viel Beharrungsvermögen aufbringen können, wenn Versuche nicht (gleich) den gewünschten Erfolg bringen.

Soft-Skills

Mit einem akademischen Abschluss erhalten Sie Jobs, in denen Führungs-, Team- und Kommunikationsfähigkeit, ferner Einfühlungsvermögen, Ausgeglichenheit und Motivationsfähigkeit wichtig sind. Sie müssen sich beizeiten darüber im Klaren sein, ob sie über die genannten Fähigkeiten verfügen, denn im Studium spielen diese leider kaum eine Rolle. Manch Absolvent erlebt deshalb trotz guter Noten bei der Bewerbung eine völlige Bauchlandung! Firmen wenden heutzutage ausgeklügelte Verfahren an, um die "soft skills" ihrer Bewerber auszuloten, um teure Fehlbesetzungen zu vermeiden. Dabei werden auch immer mehr elektronische Verfahren eingesetzt. Vorteile hat, wer im Lebenslauf Tätigkeiten angeben kann, die auf derartige Fähigkeiten schließen lassen, wie zum Beispiel als Trainer in einem Sportverein.

Lehramt

Für Lehrer sind Fremdsprachenkenntnisse und Mathematikkentnisse nicht ganz so wichtig. Was einen guten Lehrer auszeichnet, wissen Sie selbst aus Ihrer Schulzeit, bzw. können es sich ausmalen: Lehrern muss es Spaß machen, Schüler zu unterrichten - und zwar selbst dann, wenn manche Schüler das Fach nicht mögen oder Eltern "Schwierigkeiten machen". Gute Lehrer stumpfen im Laufe der ca 35 Berufsjahre nicht ab. Lehrer müssen das "gewisse Etwas" mitbringen, was man nicht in der Universität erwirbt. Die Ausbildung zum Lehrer ist ein vollwertiges Studium und nicht einfach nur die "Bonsai-Variante" des "richtigen" Chemiestudiums. Wechseln Sie nicht aus Not in das Lehramtsstudium, nur weil Ihnen die Fachwissenschaft zu schwer ist!

Noch ein Wort an das Gewissen

Bedenken Sie, dass ein Chemiestudium sehr teuer ist. Wenn man ehrlich rechnet - und das bedeutet zum Beispiel auch Berücksichtigung der teuren Laborunterhaltskosten, Professoren- und Assistentengehälter inkl. notwendiger Pensionsrückstellungen, so muss die Gesellschaft für jede(n) Chemiestudenten/in etwa 150.000,- Euro berappen! Im Falle des Studienabbruchs ist dieses Geld "in den Schornstein" geschrieben!