Schnelltests zur Mineralbestimmung im Gelände und im Labor

V/S/Ü  24310 Wintersemester 2002/2003
Prof. Dr. W. Franke          6 x Freitags 13:15 - 16:30  Beginn 25. 10. 2002
Geocampus Lankwitz,  Haus C , Grosser Seminarraum

Skripte steht als Diskette zur Verfügung, bzw. auf Anforderung per e-mail:
wafranke@chemie.fu-berlin.de

    Durch Schmelz- und Glüh-Reaktionen bei hohen Temperaturen lassen sich in Mineralen eine Reihe von Elementen nachweisen. Zur Erzeugung der Temperatur dient eine sogenannte Lötrohrflamme. Dabei wird mit einem Rohr mit feiner Öffnung ein Luftstrahl durch die Flamme einer Öl- oder Paraffin-Lampe geblasen. Je nach Haltung des Lötrohrs ( blow pipe) kann dabei eine Oxidationsflamme (Mit Luftüberschuss) oder Reduktionsflamme (Mit CO-Überschuss) erzeugt werden. –  Lötrohrprobierkunde - Blow pipe analysis

Erste schriftliche Erwähnung des Lötrohrs ca. 1670; die Erfindung ist aber mit Sicherheit sehr viel älter. Einige prähistorische Goldarbeiten aus Südamerika sind ohne Verwendung einer kleinen, heissen Stichflamme kaum zu  fertigen, Erwähnung von Blasebälgen bereits in der Bibel.
  Diese qualitativen chemischen Analyseverfahren wurden im 18. Jahrhundert insbesondere in Schweden (Cronstedt,  Bergman, Gahn, Berzelius) laufend verbessert und ausgebaut; dies hat die Entwicklung der Chemie zur Naturwissenschaft entscheidend beeinflusst. Im 19. Jahrhundert wurde das Verfahren  von Harkort, Brush, von Kobell, Plattner und Bunsen weiterentwickelt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden verstärkt nasschemische Verfahren hinzugefügt. Etwa um 1900 konnten gut geschulte und geübte Geologen und Chemiker mit diesen Methoden in kurzer Zeit ( 0,2 – 2 Stunden) eine komplette qualitative Analyse eines Minerals oder Hüttenprodukts erstellen. Benötigt wurden dabei Mineralmengen zwischen 0,1 und etwa 50 mg, es handelt sich also um eine Halbmikroanalyse! -   Insbesondere die Bestimmung von Gold und Silber wurde auch quantitativ mit hoher Genauigkeit ausgeführt. -   Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Methode durch viele nasschemische Tüpfelreaktionen ergänzt.( Feigl) Þ Spot tests

  Ab etwa 1960 wurde die Methode kaum noch im Studium behandelt; seit dieser Zeit stehen an den Hochschulen moderne physikalische Messverfahren zur Verfügung, die eine qualitative chemische Multielement-Analyse sehr schnell und sicher erledigen. (Rö.-Fluoreszenzanalyse, wellenlängendispersiv (RFA) bzw. energiedispersiv (EDAX) als Zusatz zu einem Rasterelektronenmikroskop), später ICP-Spektrometer. - Eine Bestimmung welches Mineral vorliegt, kann über die d-Werte und zugehörigen Intensitäten mit einem Rö.-Diffraktometer erfolgen. (Siehe hierzu den folgenden Abschnitt in Kleindruck.) Allerdings sind alle genannten Geräte sehr teuer (Je nach Ausstattung etwa 100.000 Euro und mehr!); vernünftige Ergebnisse werden nur von geschultem und eingearbeitetem Personal erzielt. Für Wartung und Betrieb sind pro Jahr mindestens etwa 3 bis 5 % der Investitionssumme zu veranschlagen. Die Geräte sind überdies stationär, tragbare Geräte kommen gerade jetzt auf den Markt, sie decken aber nicht das ganze Elementspektrum ab und sind ebenfalls extrem teuer.

  In vielen Arbeitsgruppen haben Studenten im Rahmen von Diplomarbeiten oder Dissertationen leider nur sehr beschränkten Zugang zu solchen Analysen. - Prospektionsfirmen haben meist keine eigenen Geräte und lassen solche Analysen von entsprechenden Laboratorien erledigen, sie haben pro Analyse etwa Summen zwischen 30,- und 500,- € zu zahlen.

  Kenntnisse in der alten Lötrohranalyse können Studierenden der Geologie deshalb sowohl im Rahmen von Studienabschlussarbeiten, als auch bei einer möglichen zukünftigen Prospektionstätigkeit von Nutzen sein.

  Das Blasen in das Lötrohr erfolgt mit der Wangenmuskulatur, nicht mit der Lunge! Blasen Sie ihre Backen auf (Pausbacke) und atmen sie dann mit aufgeblasenen Backen weiter regelmässig ein und aus, dies schafft praktisch jeder Mensch. Schwieriger wird es mit an die Lippen gepressten Mundstück auf diese Weise einen konstanten Luftstrom über mehrere Minuten aufrecht zu erhalten.

  Bequemer wird der Luftstrom durch eine handelsübliche Aquarienpumpe erzeugt, falls 220 V Wechselstrom zur Verfügung stehen. Gute Lötrohre haben eine Platinspitze (bzw. Edelstahl) mit einer lichten Öffnung von 0,4 – 0,7 mm Durchmesser. Als Flamme kommt in Betracht eine Spirituslampe, die mit einem Gemisch von 4 Teilen Brennspiritus mit 1 Teil Benzin gefüllt ist oder besser eine Paraffinlampe mit einem flachen Docht. Statt eines Lötrohrs kann eine dickere Kanüle einer Einmalspritze benutzt werden.

  Falls man sich auf die Erzeugung einer Oxidationsflamme beschränkt, kann man ein in Baumärkten erhältliches kleines Butangasgebläse benutzen. (Preise von 6 bis 80,-€) - Wir benutzen im Rahmen des Seminars solch ein Gerät. – Zusätzlich zu den obligaten Hilfsmitteln, nämlich Hammer, Lupe, Strichtafel, Magnet und Ritzstahl werden einige Chemikalien und Gerätschaften benötigt. (Liste siehe Seite 15)
Die zu testende Substanz muss meist sehr fein gepulvert werden. Grobzerkleinerung mit Hammer auf Stahlunterlage ( Um das Wegspringen von Substanz zu vermeiden in dünne Plastikfolie oder Papier wickeln) – Feinzerkleinerung im kleinen Achatmörser, Stahlmörser oder Porzellanmörser – Ausschütten auf Glanzpapier ( Illustrierte!), klopfen und mit kleinem Pinsel sammeln und sortieren. Sehr oft kann genug Substanz mit einer Nagelfeile oder Diamantfeile gewonnen werden.

Leicht durchzuführen sind insbesondere:

-    Erhitzen im einseitig geschlossenem Glasrohr
-    Erhitzen im offenen Glasrohr ( Röstrohr ): Es lassen sich so recht sicher in Sulfiden
-    nachweisen : As, Sb, S, Hg, Bi,  Se und Te.  
-    Phosphorsalzperle
-    Boraxperle
-    Erhitzen auf Kohle (mit und ohne Soda-Zusatz)
-    Nachweis von Phosphor mit Magnesium

    Seit dem 18. Jahrhundert werden traditionell in der Erdkruste und in Meteoriten vorkommende feste, kristallisierte Verbindungen mit einem eigenen Namen versehen. Über die Anerkennung als neues Mineral entscheidet die "Commission on New Minerals and Mineral Names" der International Mineralogical Association ( IMA ). -  Gegenwärtig sind etwa 3600 Minerale bekannt, bzw. anerkannt. Eine Liste der anerkannten Minerale wird  herausgegeben von "The Mineralogical Record" POB 35565 Tuscon, AZ 85740 USA, bearbeitet von Michael Fleischer unter dem Namen "Glossary of Mineral Species", Preis ca. 25 US $. Letzte Auflage 1992

   Nur eine begrenzte Anzahl von Mineralen, etwa 200, lassen sich allein aufgrund äußerer Kennzeichen mit einiger Sicherheit bestimmen, jedenfalls sofern man einen im Rahmen des Studiums vertretbaren Lernaufwand zugrunde legt. ( Äußere Kennzeichen sind Farbe, Form, Spaltbarkeit Härte, Strichfarbe, Glanz, Verhalten gegenüber Magneten, eventuell auffallend niedrige oder hohe Dichte ).
   
In Zweifelsfällen müssen physikalische und/oder chemische Untersuchungen gemacht werden. Voraussetzung für alle weiteren Bestimmungen ist in jedem Fall, daß Sie einigermaßen sicher sind, das zu bestimmende Mineral isoliert zu haben, d. h. es sollte sich nicht um ein Gemisch von mehreren Mineralen handeln !

Schnell und preiswert ist dann die Bestimmung der Licht / Doppelbrechung, falls das Mineral durchsichtig ist. Die Methode haben Sie in "Polarisationsmikroskopie I" erlernt.
Geeignetes Nachschlagwerk : W.E. Tröger "Optische Bestimmung der gesteinsbildenden Minerale"
Teil 1 Bestimmungstabellen Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1982.   (Siehe FB-Bibliothek)
Noch einfacher ist die Bestimmung mit dem Edelsteinrefraktometer, es muss aber mind. 1 Quadratmillimeter einer glatten Fläche vorhanden sein.

In den meisten Fällen sollten Sie bei Ihrem jetzigen Kenntnisstand in der Lage sein festzustellen, zu welcher Gruppe von Mineralen das zu bestimmende Stück zählt.
( Sulfide - Karbonate - Silikate - Oxide/Hydroxide - Phosphate - Sulfate usw. ).
Die Dichte kann bei Mineralkörnern relativ einfach nach der Schwimm / Sink - Methode bestimmt werden, falls die Dichte niedriger als 2,9 liegt, und ein kleines Pyknometer und eine Waage zur Verfügung steht.( Na-polywolframatlsg. ).
Sind mindestens 0,1 cm3 des reinen Minerals vorhanden, so kann die Dichte bestimmt werden, falls ein Pyknometer und eine Waage mit 1 mg Ablesung zur Verfügung steht und die Substanz nicht wasserlöslich oder porös ist.

Eindeutig kann jedes Mineral aufgrund seines Rö.-Pulverdiagramms identifiziert werden. Das Rö.-Pulverdiagramm ist eine nach Größe geordnete Statistik der Netzebenenabstände ( d-Werte ). Jedem d-Wert ist dabei eine relative Intensität zugeordnet.
Der d-Wert, also die Lage des Schwerpunktes des Peaks, hängt nur von der Gitterkonstanten aO , bO , cO , den Winkeln *, * und * und vom Millerschen Index hkl der jeweiligen Netzebene ab. Ob ein d-Wert überhaupt auftritt, wird durch die Symmetrie des Gitters bestimmt.
Die relative Intensität ist dagegen von vielen Faktoren abhängig. ( Streuvermögen der Gitterbausteine in der Netzebene, Aufnahmebedingungen usw. ). Insbesondere werden die Intensitäten durch Vorzugsorientierungen der Kristalle im Pulver stark beeinflußt !
Hieraus folgt : Bei der Identifikation von Mineralen anhand von Rö.-Pulverdiagrammen kommt es vor allem auf die Linienlage an, die Intensitäten spielen nur größenordnungsmäßig eine Rolle.
Die d-Werte und Intensitäten von etwa 2700 Mineralen sind im  "Mineral Powder Diffraction File - Data Book" zusammengefaßt, herausgegeben vom International Centre for Diffraction Data, 1601 Park Lane, Swarthmore, PA 19081, USA.
Es gibt auch ein Search Manual, geordnet nach chemischer Zusammensetzung, bzw. nach den Linien mit der stärksten Intensität.
Die Bücher werden ca. alle 5 Jahre ergänzt und sind sehr teuer ( ca. 1200,-US$ ), es gibt den File auch auf Datenträgern für PC-Anwendung.
Beachten Sie bitte :

1. Es ist sehr wichtig, daß das Präparat möglichst nur ein Mineral enthält, schließlich wissen Sie sonst nicht welche Linie zu welchem Mineral gehört. ( Ausnahme : Das zweite Mineral ist genau bekannt, z.B. Quarz, dann beachten Sie nur die Linien, die nicht dem Quarz zugeordnet werden können ).

2. Zahlreiche Minerale sind Mischkristalle ( Feldspäte, Pyroxene, Amphibole ), hier können die Reflexe in Abhängigkeit von der Zusammensetzung etwas ihre Lage ändern.

3. Es ist sehr schwierig ein Mineral anhand des Rö.-Diagramms zu bestimmen, falls sonst überhaupt nichts über die Substanz bekannt ist. In diesen Fällen müssen Sie wenigstens eine qualitative chemische Analyse vornehmen. - Am einfachsten ist eine entsprechende Analyse per Rö.-Fluoreszenz-Analyse.   
( RFA, bzw. EDAX ). Dabei ist zu beachten, daß meist die Elemente mit Ordnungszahlen unter 11 ( Na ) nicht erfaßt werden. ( D.h. Li, Be, B, C, N und F ! ). Hinweise auf die Zusammensetzung erhalten Sie auch durch die hier behandelten Schnelltests!

Als Normalfall gilt : Das Mineral wird isoliert, die Bestimmung anhand äußerer Kennzeichen und Eigenschaften, wie Farbe, Glanz, Spaltbarkeit, Dichte, Strichfarbe, Härte, Morphologie, Löslichkeit, Ätzverhalten u.a. erlaubt jedoch keine eindeutige Zuordnung, sondern es verbleiben auch nach qualitativer Analyse mehrere Möglichkeiten. In diesem Fall ist es sinnvoll zur Entscheidung ein Rö.-Pulverdiagramm anzufertigen.

Beachten Sie in Hinblick auf spätere Berufstätigkeit die zu zahlenden Preise bei kommerziellen Labors:
Rö.-Pulverdiagramm mit Auswertung ab ca. 100,- Euro.
Qualitative Analyse mit RFA oder EDAX ab ca. 50,-Euro

Meurig P. Jones „Applied Mineralogy - A quantitave approach“ Graham&Trotman 1987
ISBN 0 86010 511 3 - (Mit guten Übersichtstabellen der häufigsten 200 Minerale)

Zum Überblick welche Minerale es gibt, ist in deutscher Sprache immer noch am besten geeignet „Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie“ Ferdinand Enke Verlag Stuttgart 16. Auflage 1980 (leider nicht mehr im Handel)

Erhitzen im einseitig geschlossenen Rohr

     Wenig Substanz wird fein gepulvert in einem sehr kleinen Reagenzglas oder einseitig zugeschmolzenem Glasrohr erhitzt. Zuerst vorsichtig erhitzen, dann stärker; Das Rohr etwas neigen (30° – 40° ) um Rücklauf von Kondensat zu vermeiden. (Rohr oben mit hölzerner Wäscheklammer halten, eventuell Wattebausch oben einsetzen)
-    Wasserabgabe bei kristallwasserhaltigen Substanzen oder Zeolithen. – Tonminerale geben Zwischenschichtwasser bei niederenTemperaturen ab, OH-Gruppen werden erst bei 800° - 900°C zersetzt! (Zeolithe sind nicht mit Stahl ritzbar!)

-    Dekrepitieren (Knistern): Zerplatzen von fluid-inclusions, zuweilen bei Fluorit, Schwerspat, Calcit.


-    Sublimat : heiss: braun-gelb, kalt gelb: Schwefel / schwarz-glänzend + ev.graue Kristalle
      Þ Arsen / Ist S+As vorhanden, so entsteht ein gelblichrotes Sublimat /  S+Sb ergibt ein
      braun-rotes Sublimat. – Sublimate enstehen hier nur, wenn pro zweiwertiges Kation zwei
      Atome S, As, bzw. Sb vorliegen (z.B. Rotgültigerz, Bournonit, Enargit)

Durch nasses pH-Papier , bzw. Braunsteinpapier auf SO2 prüfen!
(Braunsteinpapier erhält man durch Tränken von weissem Filterpapier mit Kaliumpermanganatlösung und anschliessendem Trocknen.- Notfalls wiederholen um deutlich durch MnO2 gefärbtes Papier zu erhalten.- Im nassen Zustand wird das Papier durch SO2 entfärbt, da das Mn(IV)-Oxid zu  Mn(II)sulfat reduziert wird)

Erhitzung im offenen Rohr (Röstrohr) Wichtigste Prüfung bei Sulfidmineralen!

     Als Röstrohr wird ein Glasrohr von mind. 12 cm Länge mit einem Innendurchmesser von 6 - 9 mm benutzt, zweckmäßigerweise wird das Rohr bei etwa 1/3 der Länge um etwa 30° abgebogen. Eine geringe Menge der Substanz wird grobgepulvert und im Knick deponiert. Es wird zuerst schwach, dann stärker erhitzt. (Wenn keine Reaktion erfolgt Þ mit feingepulvertem Mineral wiederholen.)

Sulfide werden zu SO2 und Oxiden oxydiert, das SO2 erkennt man am Geruch und an der Verfärbung von nassem pH-Papier, bzw. der Entfärbung von nassem Braunsteinpapier im Rohr. Reagenzpapierstreifen nass machen und halb oben einschieben, andere Hälfte nach unten umknicken. Es dürfen keine Wassertropfen ins Rohr laufen, sonst springt das Glas beim Erhitzen!)

Arsenide ergeben ein sich rings im Rohr absetzendes weisses Sublimat , das sich durch Erwärmen des Rohrs an dieser Stelle weitertreiben läßt. Vorsicht: As2O3 ist sehr giftig!!

Antimonhaltige Sulfide ergeben einen weissen Rauch, der sich aber meist weiter im Rohr hinzieht und sich vorwiegend unten absetzt. Erklärung: Sb2O3 ist flüchtig und kann mit der
Flamme weitergetrieben werden, weitere Erhitzung führt aber stets zur Weiteroxydation zu Sb2O4, dies ist nicht mehr flüchtig und erscheint im heißen Zustand als gelblichweiß.

Bei Anwesenheit von Bi (Wismut ) kann ein sehr geringes weisses Sublimat von Wismutsulfat auftreten, schmilzt beim weiteren Erhitzen zu braunen Tröpfchen, die nach Erkalten gelb erscheinen. Kein sicherer Nachweis!

Bei zu starkem Erhitzen von Sulfiden, die viel Pb enthalten, kann ein geringes weisses Sublimat von PbSO4 auftreten, meist sitzt dann um die Probe herum gelbes geschmolzenes PbO. Kein sicherer Nachweis!

Hg-Gehalt ergibt graue Quecksilbertröpfchen oder einen Metallspiegel

Tellur gibt ein weisses Sublimat von TeO2 , das beim Erhitzen nicht flüchtig ist, sondern zu Tropfen schmilzt.
Se-Gehalte erkennt man an einem Geruch nach fauligem Rettich.(Giftig)  

     Viele Nebengruppenelemente können an der Färbung der Phosphorsalzperle, bzw. Boraxperle erkannt werden. Die Phosphorsalzperle erfordert etwas mehr Substanz zur Färbung als die Boraxperle. – Borax löst auch Silikate zu einem klaren Glas auf, dagegen werden Silikate durch das Natriummetaphosphat zwar zersetzt, die Kieselsäure wird aber nicht gelöst; mit der Lupe kann man dann ungelöste Kieselsäure als sogenanntes Kieselsäureskelett erkennen.
Dies dient als Nachweis für Silikate. Dabei ist jedoch auf folgendes zu achten: Falls man die Perle mehrmals abkühlen lässt und dann wieder erhitzt, kann es bei viel gelöster Probesubstanz zur Kristallisation von gebildeten Phosphaten kommen, auch dann erscheint die Perle trüb! Ausserdem kann bei Zeolithen und Gruppensilikaten das SiO2 so fein verteilt sein, dass es auch mit Lupe nicht erkennbar ist!

    Früher wurde die Perle in einer Öse am Platindraht geschmolzen, wenn man dann die Färbung im reduzierten Zustand prüfen wollte, musste man die Perle vom Draht entfernen und auf Kohle weiterarbeiten, um eine Beschädigung des Platindrahts durch Legierung mit entstehenden Metallen (Cu, Ni) zu vermeiden. Billiger sind sogenannte Magnesiastäbchen die heute aus einem Gemisch aus Hoch-Cordierit und Spinell bestehen.

      Man taucht ein Magnesiastäbchen in NaNH4HPO4 oder in NaPO3-Pulver und schmilzt zu einer klaren Perle in der Flamme auf. Durch Berührung der sehr fein gepulverten, zu analysierenden Substanz mit der erkalteten Perle wird etwas hängenbleiben, es wird erneut aufgeschmolzen und die Färbung (heiß und kalt zuweilen unterschiedlich) registriert.

Sulfide müssen zuerst völlig durch Erhitzen unter Luftzutritt in Oxyde umgewandelt werden!!
(Abrösten auf der Magnesiarinne – Die erhaltenen Oxide müssen matt aussehen – Manche As-haltigen Sulfide lassen sich nur schwer abrösten, da sie schmelzen. Die Abröstung wird erleichtert durch Mischung des Minerals mit Graphit. – Cu-haltigen Sulfiden kann man nach Vorglühen etwas Ammoniumkarbonat zusetzen, beim nochmaligen Glühen verflüchtigt sich Schwefel als Ammoniumsulfat. – Vorsicht beim Abrösten da die entstehenden Gase giftig sind!! – Abzug oder im Freien arbeiten.)

Element  Farbe heiß                  Farbe kalt
Ti            gelblich                farblos-gelblich
V            dunkelgelb                gelb
Cr            rötlich                    smaragd-grün
Mn            amethystfarben            dito
Fe            gelbrot                    farblos-grünlichgelb
Co            blau                    blau
Ni            rötlichbraun                rötlichgelb
Cu            grün                    himmelblau
Mo            gelbgrün                farblos-gelbgrün
W            gelb                    farblos-gelb

Dies sind die Farben der Phosphorsalzperle in der oxydierenden Flamme. Gut nachzuweisen sind insbesondere Co, Cu und Cr. Liegen mehrere färbende Elemente nebeneinander vor, so sind die Färbungen oft nicht mehr typisch.

    Borax ist Natriumtetraborat Na4B2O7, die Boraxperle wird ganz analog hergestellt, einige Färbungen sind anders als bei der Phosphatperle. Ein Überblick auch zu der Färbung im reduzierten Zustand gibt die Tabelle nach Plattner. (Wird im Seminar verteilt)
Kommt viel Ni neben Co vor, so ist die Perle rotbraun. Wenn man eine Boraxperle neu auf Kohle erzeugt und etwas Zinn zusetzt, wird das Ni reduziert und die blaue Co-Färbung wird sichtbar.

Schmelzung auf Kohle mit Soda, bzw. Soda + Kaliumoxalat

    Auf der Holzkohle wird eine flache Vertiefung eingeschabt. Die Probesubstanz wird mit etwa der doppelten Menge wasserfreier Soda oder dem Gemisch Soda/Kaliumoxalat gemischt, angefeuchtet und mit dem Spatel in die Vertiefung gedrückt. Nun wird langsam möglichst mit der Reduktionsflamme erhitzt. ( Sodaschmelze allein wird von der Kohle aufgesogen. – Durch die Soda wird die Reduktion  durch die Kohle ermöglicht; ein wirksameres Reduktionsmittel ist das Kaliumoxalat – Insbesondere Zinnoxid kann nur mit Kaliumoxalat zu metallischem Zinn reduziert werden. - )

1.    Nur Metall, kein Beschlag:
Graue, magnetische Metallflitter: Fe, Ni, Co
Graues Metall, unmagnetisch: W
Dehnbare Metallkörner: Au, Ag, Sn ( Zinn ergibt nach längerem Erhitzen einen weissen, dicht um das Korn sitzenden Beschlag. – Ag erzeugt in der Oxidationsflamme einen dunkelroten Beschlag von Silberoxid, der auf Kohle meist nicht sichtbar ist; er färbt aber u.U. einen vorhandenen weissen Beschlag von z.B. ZnO rot!)

2.    Metall und Beschlag:
Weisse, spröde Metallkugel und weisser Beschlag: Sb
Rötlichweisses, sprödes Metall und zitronengelber Beschlag, der die Flamme nicht blau färbt: Bi ( wird mit einem Gemisch von KJ+S erhitzt rot, da sich Wismutjodid bildet)
Graue duktile Metallkugeln und gelber Beschlag, der die Flamme blau färbt: Pb
Graue Metallflitter, unmagnetisch und ein weisser Beschlag, der beim Berühren mit einer reduzierenden Flamme blau wird: Mo
Weisse, duktile Metallkugeln, ein Beschlag erscheint erst nach längerer Erhitzung mit der Oxidationsflamme: Sn (Sublimat nicht flüchtig!)

3.    Nur Beschlag, kein Metall:
Beschlag ist weiss, nicht flüchtig, in der Wärme gelb: Zn (Beschlag wird mit Kobaltnitratlösung
betupft nach dem Glühen grün: Rinmanns Grün)
Beschlag ist braun mit gelbem Rand: Cd (Irisierende Farben = Pfauenauge)
Beschlag ist grau-weiss, sehr flüchtig, Geruch nach Knoblauch: As
( Se erzeugt grauen, flüchtigen Beschlag mit rotem Rand und Geruch nach faulendem Rettich – Te einen weissen, flüchtigen Beschlag mit rotbrauner bis graubrauner Kante.)

Selektiver Nachweis von Phosphor. (In Phosphaten)

   In einem engen, einseitig geschlossenem Glasrohr wird ein kleiner Streifen von metallischem Magnesium mit wenig Substanz plaziert. Die Stelle wird stark erhitzt bis das Mg verbrennt. Dann wird das Glas zerdrückt und mit einem Tropfen Wasser versetzt. Es tritt ein knoblauchartiger Geruch (Karbidgeruch.) auf.  In der Hitze reagiert PO4 mit dem Mg zu Mg3P2 Magnesiumphosphid, dies reagiert mit Wasser zu PH3 - Phosphorwasserstoff. Sehr giftig.

Selektiver Nachweis von Chrom, bzw. Mangan mit Soda-Salpeter-Schmelze

Die Substanz wird mit etwa der 6fachen Menge eines Gemischs aus etwa gleichen Teilen von wasserfreier Soda und Kalisalpeter auf einer Magnesiarinne geschmolzen. (Achtung: Niemals Sulfide  mit Salpeter schmelzen, Gefahr der Verpuffung oder Explosion!)

Cr . Es bilden sich gelbe Chromate (+ Wasser+Säure+PerboratÞgeht über blau in grün über)

Mn: Es bilden sich grüne Manganate (MnVI-Verbindung)
        ( Löst sich in Wasser mit grüner Farbe, mit Essig angesäuert wird die Lösung rot wegen
           Permanganatbildung, es bildet sich ein Braunsteinniederschlag, dann entfärbt sich die Lösung unter
           weiterer Braunsteinbildung.)

Beide Nachweise sind sehr empfindlich!

Selektiver Nachweis von Schwefel in Sulfaten (Heparprobe)

Ein Teil Substanz wird mit drei Teilen Soda und etwas Holzkohlepulver gemischt, angefeuchtet und auf Holzkohle möglichst mit reduzierender Flamme geschmolzen. Bei Anwesenheit von S bildet sich Natriumsulfid, das die Masse gelb färbt; mit etwas Wasser auf ein blankes Silberblech oder eine blanke Silbermünze gebracht Þ schwarzer Belag von Silbersulfid.

Flammenfärbung

    Eine Färbung der nichtleuchtenden Famme (Oxidationsflamme) ergeben alle Alkalimetalle, sowie die Chloride von Ca, Sr, Ba, aber auch Kupferchlorid (azurblau), Kupferoxid (grün), Bor (grün), Molybdänoxide (gelblich-grün), Arsen (fahlblau), Antimon (fahlgrün), Blei (blau), Phosphorsäure färbt fahl-blaugrün. Bleiphosphate ergeben auf Kohle eine blaue Flamme mit grünem Rand.
Ausführung: ( Flammenfärbung immer im abgeschatteten Raum beobachten!)

    Fein gepulverte Substanz auf Uhrglas mit etwas HCl versetzen, Magnesiastäbchen eintauchen und Glühen. (Magnesiastäbchen vorher ausglühen bis keine Gelbfärbung durch Natrium mehr eintritt!)
-    Es kann auch die gröber gepulverte Substanz oder Splitter davon auf der Magnesiarinne mit conc. Schwefelsäure befeuchtet werden, dann Glühen.
Rote Flamme: Li (karminrot), Sr (purpurrot), Ca (gelblichrot)

Violette Flamme : K, (Die Flammenfärbung von Rubidium und Cäsium ist ganz ähnlich, Unterscheidung nur mit Spektroskop möglich!)

Blaue Flamme: Kupferchlorid, Arsen, Selen und Blei.

Grüne Flamme: Ba ( grün mit Stich ins Gelbe), B  - aber auch CuO, Molybdän, Antimon, Phosphorsäure und das sehr seltene Thallium

Billigspektroskope bestehen nur aus der fotografischen Replikation eines Strichgitters plus Schlitz in einer Pappröhre! (Wards Natural Science New York/USA  customerservice@wardsci.com)

Selektiver Nachweis von Bor durch Flammenfärbung

- Die Substanz wird mit KHSO4 im Reagenzglas geschmolzen. Nach dem Abkühlen wird mit etwas conc. Schwefelsäure (oder  KHSO4+ einige Tropfen Wasser) und Methanol versetzt, erhitzen und die Dämpfe entzünden. Bei Anwesenheit von Bor bildet sich Borsäuretrimethylester, der bei der Verbrennung die Flamme grün färbt.

- Mineralpulver mit CaF2 + NH4HSO4 mischen und auf dem Rand einer Magnesiarinne vorsichtig an die Flamme bringen. Es entsteht BF3, das die Flamme nur kurz grün färbt.

 Selektiver Nachweis von Zinnstein in Schlämmrückständen von Seifen

Die Probe wird auf ein Zinkblech gebracht, mit Filterpapier von überschüssigem Wasser befreit und einige Tropfen verdünnte HCl zugesetzt.- Zinnstein wird reduziert, die Körner überziehen sich mit grauweissem Zinn. (Lupe)
(Prospektionsfirmen benutzen hierfür ca. 9 mm dicke flache Schalen aus gegossenem Zink mit ca. 40 mm Durchmesser.)

Eine erst Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelte Methode ist die
 Ammoniumhypophosphit-Schmelze  (NH4H2PO2). Praktisch handelt es sich um einen reduzierenden Phosphorsäureaufschluss.

     Es werden ca. 50 mg sehr fein gepulverte Substanz mit etwa 1 g Ammoniumhypophosphit gemischt und in einer kleinen Porzellanschale aufgeschmolzen bis sich eine klare Schmelze gebildet hat. Achtung: Dabei treten dicke, weisse Dämpfe von Phosphorpentoxid und u.U. auch Phosphorwasserstoff auf - Sehr giftig und ätzend.- Unbedingt unter Abzug oder im Freien arbeiten (Windrichtung beachten!)

Die Schmelze ist wasserlöslich, eventuell tritt ein weisser Bodenkörper auf.
1.    Die heisse Schmelze ist  blau: Co / W / Ti
-    Schmelze wird beim Abkühlen rosa :  Co
-    Nach dem Abkühlen etwas Wasser auf die kalte Schmelze geben, es tritt eine violette Farbe auf : W
-    Die Schmelze wird bei Wasserzusatz blass-rosa , mit Wasserstoffsuperoxid orange-rote
-    Färbung des Wassers: Ti

2.    Die abgekühlte Schmelze ist grün: V/ Cr / U
-    Vanadium färbt die heisse Schmelze rötlich, beim Abkühlen geht die Farbe über gelblich in grün über. Eine dünne Schicht Wasser auf der Schmelze wird  ebenfalls blass-grün,  auf Zusatz von Wasserstoffsuperoxid tritt eine blasse rosa Färbung auf.     
-    + Wasser und Ammoniumcarbonat (basische Reaktion), dann plus Wasserstoffsuperoxid Þ gelb-orange Färbung : Uran
-    Das grünliche Wasser auf der Schmelze bleibt auch auf Zusatz von Wasserstoffsuperoxid
-    Grün: Chrom

3.    Die Schmelze ist rötlich-braun: Mo  (Funktioniert nicht mit Molybdänglanz!)

4.   Die Schmelze ist farblos: Mn / Nb
-    Etwas concentrierte Salpetersäure zusetzen, verkochen Þ violett: Mangan
-    Weisser Bodenkörper : Etwas conc. HCl zusetzen, + Zinnfolie, Kochen Þ Blaufärbung : Niob (Zusammen mit Niob kommt meist Tantal vor!)
Tellur wird zu winzigen metallischen Kügelchen reduziert, nach 2 – 3 Minuten schmelzen treten weinrote Aureolen um die Kügelchen auf.  Auf Wasserzusatz wird die Farbe schwarz.
Dunkle Färbungen in schwarz bis braun werden auch verursacht durch As, Sb, Bi, Sn, Pb, Se, Cu und Ag!

    Wenn man Sulfide mit Zink + HCl kocht entsteht stets etwas Schwefelwasserstoff der feuchtes Bleiazetatpapier schwärzt.  = Test auf Sulfide

Nachweis von Fluor

Substanz mit Phosphorsalz mischen und in einem neuen Reagenzglas schmelzen, schräghalten, Watte im oberen Drittel wegen Wasserabgabe. Das Glas wird angeätzt, im oberen Teil wird amorphes SiO2 ausgeschieden. Am besten zu erkennen nach dem Ausspülen mit Wasser. Reagenzglas verwerfen.-
Andere Möglichkeit: 0,5 ml conc. Schwefelsäure +  sehr wenig Kaliumchromat in einem neuen Reagenzglas zum Sieden erhitzen, das Destillat läuft gleichmässig zurück! Nach Zusatz
einer Spur einer F-haltigen Substanz laufen nur Tropfen zurück!

Nachweis von Si: Erhitzen von Substanz + Fluorit (5:1) + conc Schwefelsäure im Tablettenrohr aus Kunststoff auf dem Wasserbad. Loch im Deckel mit nassem schwarzen Stoff abdecken. 3 SiF4 + 2 H2O = SiO2 + 2 H2SiF6 . Die ausgeschiedene Kieselsäure färbt den Stoff weiss!  Test versagt bei hohen Gehalten an Bor + wenn zuviel  Fluorit benutzt wird, es bildet sich dann nur  Fluoborsäure, bzw. Fluokieselsäure!

Nachweis von Cl:  Erhitzen mit KHSO4 im Reagenzglas, es entweicht HCl = Mit NH4OH
entstehen weisse Nebel. Filterpapierstreifen mit Ammoniaklösung tränken und oben über die Öffnung halten.  - Test versagt bei AgCl. - Bromide ,bzw. Jodide bilden unter diesen Bedingungen elementares Brom, bzw. Jod.

Nachweis von Ti:   Pulver mit sechsfacher Menge von Soda auf Kohle schmelzen, dann in conc. HCl lösen. Kochen, filtern, Filtrat mit wenig Sn oder Zn kochen: Eine Violettfärbung zeigt Ti an, am besten zu sehen nach dem Abkühlen.(Probe muss mindestens 3% TiO2 haben!)

- Probenpulver mit KHSO4 schmelzen, in kaltem Wasser lösen, etwas NaNH4HPO4 zusetzen, dann Wasserstoffsuperoxid. Gelbfärbung zeigt Ti an.- Bei Gegenwart von V wird die Lösung rot. Bei Zusatz von NaF verschwindet die Gelbfärbung des Ti, die rote Farbe der V-Verbindung bleibt.

Nachweis von Uran  

    Boraxperlen, die U enthalten leuchten im UV-Licht intensiv grün. Noch empfindlicher sind NaF-Perlen, die im UV-Licht gelb-grün aufleuchten. Allerdings müssen NaF-Perlen am Pt-Draht erzeugt werden. UV-Quelle : Geldscheinprüfer

    Fast alle Uranminerale, die sechswertiges Uran als Uranylion UO22+ enthalten, sind in 10% Ammoniumcarbonatlösung unter Gelbfärbung löslich. Minerale mit vierwertigem U (Pechblende, Uranitit, Coffinit, Brannerit) lösen sich langsam in einem Gemisch von Wasserstoffsuperoxid + Ammoniumcarbonat.

Nachweis von Vanadium

    Alle Vanadate lösen sich in heisser conc. HCl. Dabei entsteht Chlor nach der Gleichung
V2O5 +6 HCl = 2 VOCl3 +3 H2O + Cl2  Das Chlor erzeugt eine Blaufärbung auf einem feuchten Kaliumjodid-Stärke-Papier, das über das Reagenzglas gehalten wird. Die Lösung färbt sich hellblau und wird beim Verdünnen mit Wasser grün.

Nachweis von Wolfram

    Scheelit CaWO4 und Stolzit PbWO4 lösen sich in conc. HCl, es bildet sich ein gelber Niederschlag von WO3. Es wird etwas Zinn zugefügt und erneut gekocht Þ Blaufärbung.
Beim weiteren Kochen tritt manchmal eine braune Färbung auf. -
    Zum Nachweis in Wolframit oder Columbiten und Tantaliten muss das Pulver mit KOH auf einem Teelöffel aus Edelstahl geschmolzen werden (404°C). Vorsicht-Schutzbrille tragen- Erst nach völliger Abkühlung in einigen Tropfen Wasser lösen. Einen Tropfen dieser Lösung auf Filterpapier geben, Papier umdrehen und 1 Tropfen conc. HCl auftropfen, dann einen Tropfen salzsaurer Zinnchloridlösung Þ Blaufärbung

Nachweis von Ni
    Pulver mit NH4Cl/NH4NO3 ( 1 : 2,5) in kleinem Reagenzglas schmelzen, nach Abkühlung
in etwas verdünntem NH4OH lösen. Einen Tropfen dieser Lösung auf Dimethylglyoxim-Papier geben. In eine Lösung von Ammoniumcarbonat eintauchen. Rotfärbung.

Unlösliche Sulfate z.B. Baryt oder Coelestin gehen beim Schmelzen mit Soda in die Karbonate und Natriumsulfat über  BaSO4 + Na2CO3 = BaCO3 + Na2SO4
Mit Wasser das Natriumsulfat lösen, filtrieren, + HCl + Bariumchlorid= weisser Niederschlag zeigt Sulfat an. / Den ausgewaschenen Rückstand in HCl lösen, Flammenfärbung testen.

Fast alle Cu-Minerale, mit Ausnahme der Sulfide, Cu-Oxide und Cu-Metall, lösen sich in einer Ammoniumcarbonatlösung + NH4OH mehr oder weniger schnell auf, die Lösung wird dabei dunkelblau.

CO3  Karbonate schäumen beim Behandeln mit heisser HCl, ein Tropfen von Ca(OH)2 -Lösung wird weiss-trüb. An Glasstab über Reagenzglas halten.

 

    Eine Methode die vorwiegend in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts im chemischen Labor mit Hilfe des Bunsenbrenners praktiziert wurde ist das Kohlesodastäbchen:
(War praktisch als Ersatz der Erhitzung auf Kohle mit Soda vor dem Lötrohr gedacht)
Ein Holzstäbchen (Schaschlikstäbchen oder Zahnstocher) wird mit geschmolzener Kristallsoda Na2CO3 10 H2O überzogen. Der vordere Teil des Stäbchens wird in der Oxidationsflamme verkohlt. Eine sehr geringe Menge der Probe (ca. 1 mg) wird mit der gleichen Menge geschmolzener Soda zu einer Paste verrührt und an das verkohlte Ende gebracht. Nun erhitzt man in der Reduktionsflamme so lange bis Schmelze eintritt. Dann wird das Stäbchen schnell aus der Flamme gezogen, das verkohlte Ende abgebrochen, im Mörser zerrieben und mit wenig Wasser versetzt. Das Natriumcarbonat löst sich, die Kohle kann weggeschlämmt werden, es bleiben gebildete Metalle zurück.
-    Magnetische Flitter : Fe, Ni, Co
-    Weiches Korn : Pb , Sn , Ag
-    Sprödes Korn : Bi , Sb
-    Rote Metallflitter : Cu
-    Braunes schweres Pulver (Mn3O4) : Mn
-    Graugrüne Masse (Cr2O3) : Cr                
-    Die Reaktionen auf Mn und Cr sind nicht  gut zu erkennen! Anschliessend  Soda/Salpeter-Schmelze!
Zur Charakterisierung magnetischer Flitter können diese auf einen Streifen Filterpapier gebracht werden, dann mit einem Tropfen conc. Salpetersäure gelöst werden. Mit einem Tropfen HCl  Þ braun (Fe) , grün (Ni), blau (Co) – Weitere Identifizierung : + Ammoniak + Dimethylglyoxim (Tschugaeffs Ni-Reagenz) Þ Rotfärbung.

Prüfung mit Kobaltsolution

Kobaltsolution ist eine 5 – 10% Lösung von Kobaltnitrat. – Sie kennen das Reagenz, bei der Meigenschen Probe wird Calciumkarbonat damit gekocht; Aragonit färbt sich rosa, Calcit bleibt weiss.
In der klassischen Lötrohrprobierkunde wurde es benutzt, um weisse Oxide näher zu charakterisieren. Die Anwendung ist etwas problematisch:  Zuviel Kobaltlösung ergibt schwarzes CoO, eine zu geringe Menge Lösung ergibt zu blasse Farben, eine zu niedrige Temperatur beim Durchglühen erzeugt nur eine graue Färbung.
Die weisse Substanz muss extrem fein gepulvert sein, sie wird feucht als dünner Film auf die Kohle gestrichen, getrocknet, dann vom Rand her mit einem Tropfen der Kobaltlösung benetzt. Nach dem Trocknen gut durchglühen , die Farbe erst nach dem völligen Erkalten bei Tageslicht beurteilen! Weisse Beschläge auf Kohle (ZnO oder SnO2) können sofort behandelt werden. – Karbonate können auch als kleines Stück auf Kohle behandelt werden, erst stark erhitzen, um CO2 ganz oder teilweise zu vertreiben. Lösung erst nach Abkühlen zusetzen. Dann erneut stark glühen.
ZnO  ergibt eine gelblich-grüne Färbung (Rinmanns Grün)
SnO2 ergibt eine blaugrüne Färbung.
Al-Oxide, bzw. –Hydroxide  ergeben eine mattblaue Färbung (Thénards Blau)
MgO wird fleischrot, bei Gegenwart von Phosphat oder Arsenat violett.
Kieselsäure (etwa Kieselsinter) führt bei sehr starkem Glühen zu einem blauen Glas!
Bariumoxid  wird braunrot, SrO und CaO dagegen werden grau. – Titanoxid (Rutil) gibt eine gelbgrüne Farbe,
und Zirkonoxid (Baddeleyit) ein schmutziges violett.
Die zu prüfende Substanz muss im gepulvertem Zustand weiss, allenfalls schwach gelblich sein!
Es kann auch eine Lösung, die keine färbenden Kationen enthält, geprüft werden: Filtrierpapier tränken, trocknen,  Co-Lösung  auftropfen, verbrennen. Zn-Gehalte geben eine grüne Asche.
(Wegen der vielen Fehlermöglichkeiten wurden diese Prüfungen auf Al, bzw. Zn früher von Chemiestudenten als Thénards Bluff und Reinfalls Grün bezeichnet.) 

Prüfung auf Schmelzbarkeit

    Gute Lehrbücher der Mineralogie enthalten auch Angaben zur leichten oder schwierigen Schmelzbarkeit des Minerals. Bis zu Temperaturen von etwa 1200°C kann die Prüfung auf Kohle oder der Magnesiarinne vorgenommen werden. Ursprünglich prüfte man einen sehr kleinen, scharfkantigen Splitter, der mit einer Pinzette mit Platinspitzen gehalten wurde, mit der Spitze der Oxydationsflamme. Nur Sulfide wurden auf einer Unterlage geprüft. Eine Skala wurde durch v. Kobell eingeführt. 1. Antimonit schmilzt schon an der Kerzenflamme oder Streichholz 2. Natrolith schmilzt leicht vorm Lötrohr 3. Almandin schmilzt gerade noch vorm Lötrohr und 4. Aktinolith die Kanten lassen sich leicht vorm Lötrohr rundschmelzen .Bis Grad 3 lässt sich die Probe auch auf Kohle oder der Magnesiarinne ausführen. Der Test bis Grad 3 lässt sich auch mit einer Edelstahlpinzette ausführen und kann insbesondere bei Sulfiden und Silikaten hilfreich bei der Bestimmung sein.

Alte Methode zur näheren Charakterisierung von Metalloxiden

    Metalloxide setzen sich mit Natriumthiosulfat (Fixiersalz) beim Schmelzen im geschlossenen Rohr (Reagenzglas) zu Metallsulfiden um. Ein geringer Zusatz von Oxalsäure beschleunigt den Eintritt der Reaktion. Manchmal treten auch Sublimate auf.
Beim Erhitzen  entsteht wegen des Kristallwassergehalts viel Wasser: Rohr schräg halten und Wasser durch Wattebausch aufsaugen!
Beurteilt wird die Färbung des entstandenen Sulfids:
Weiss: Zn   /   Rot: Sb    /   Gelb: Cd (warm rot), As   /     Grün: Mn, Cr    /     Braun: Mo und Sn

Bei Gegenwart von Fe, Ni, Co, Cu, Pb oder Bi tritt Schwarzfärbung ein, die alle anderen Farben überdeckt.!!

Bemerkungen zum Thema Gold

Gold gehört zu den seltensten Elementen, der  mittlere Au-Gehalt der Erdkrustengesteine liegt bei 5 ppb. – „Gute“Erze enthalten bis 10 ppm! (Z.B. Witwatersrand/RSA) Goldnutzung seit ca. 10.000 Jahren. Bislang geförderte Gesamtmenge wird auf ca. 114.000 t geschätzt. – Derzeit werden pro Jahr ca. 1000 t  gefördert, davon gehen ca. 10% in die Elektronikindustrie, mit steigender Tendenz. Als Ersatzmaterial kommt nur Palladium in Betracht. -  Weitere Nutzung in der Dentaltechnik, über 70% geht in die Schmuckherstellung, bzw. dienen als Wertanlage.         -   Dichte 19,32. – (Nur Osmium  hat eine höhere Dichte)  - Schmelzpunkt 1063°C
        Vorkommen: Fast ausschliesslich als Element, es gibt einige Telluride ohne praktische Bedeutung. Wesentlich sind drei  Typen: 1. In Sulfidmineralen (Pyrit, Kupferkies, Arsenkies) 2. Goldquarzgänge in der Ganggefolgschaft saurer Plutonite und 3. Seifen (Aus der Verwitterung von 1+2 entstanden)
Gewinnung: Durch Waschen der Seifen, bzw. der extrem fein zerkleinerten Quarze, dabei Schwierigkeiten die Korngrössen im mittleren und unteren silt-Bereich zu erfassen.  Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde versucht aus der Feintrübe (slime) das Gold durch Amalgamieren zu entfernen, dabei wurde das Hg aus dem Amalgam  später abdestilliert und so rezykliert. Seit Mitte der 90er Jahre des 19. Jahrhunderts wird hierfür die Cyanidlaugung angewendet; Verbrauch ca. 150 g NaCN pro Tonne Gestein beim klassischen Verfahren. Es gibt zahlreiche moderne Varianten der Cyanidlaugerei, idealerweise  sollte in den Ablaugen das Cyanid über das Cyanat bis zum Karbonat oxydiert werden. Dies ist möglich, oft sparen aber die Konzerne bei den Investitions- und Betriebskosten!!  -  Bei  der Aufarbeitung von Kiesabbränden wird manchmal auch die selektive Auflösung von Au mit Chlorwasser eingesetzt, dabei werden Fe-oxide nicht angegriffen.
Speziell in Südamerika und auf den Phillippinen gibt es in grossem Umfang  wilden Bergbau auf Au in Seifen.
Dabei wird der gewonnene Goldstaub meist vor dem Verkauf mit Hg  amalgamiert und dann mit der Lötlampe das Hg vertrieben, um so prüffähige Nuggets zu erzeugen.  Auf diese Weise werden weltweit ca. 500 t Hg pro a
freigesetzt.!!  Der Quecksilberdampf wird im Boden und in Gewässern in erheblichen Umfang in noch giftigere
quecksilberorganische Verbindungen umgesetzt ( Dimethylquecksilber) – Anreicherung in der Nahrungskette besonders in Fischen und Schalentieren!!
Elementares Gold enthält oft einige Prozent Silber und Spuren von anderen Metallen. Erkennung des Goldgehalts an der Farbe eines Strichs auf einer schwarzen Unterlage (Probierstein: Basalt oder schwarzer Kieselschiefer) im Farbvergleich mit Legierungen bekannten Gehalts.

Nachweis von Spuren von metallischem Gold in gerösteten Pyrit, bzw. Schlämmrückständen:
1.        Der Pyrit wird auf der Magnesiarinne oder im Tontiegelchen abgeröstet, mit etwas Ammoniumcarbonat versetzt und nochmals abgeröstet. Nun wird etwa die fünffache Menge eines Gemischs aus 1 Teil Ammoniumchlorid und 2,5 Teilen Ammoniumnitrat zugesetzt, gut vermischt und geschmolzen. Nach dem Abkühlen wird etwas conc. HCl zugesetzt und ein Tropfen der Lösung auf weisses Filtrierpapier gebracht. Mit einem Tropfen von Zinn(II)chlorid-Lösung tritt eine rote bis rotviolette Färbung auf. - Kolloidales Gold – Cassius´scher Goldpurpur.  (Grenzkonzentration 10 ppb, d.h. 1 : 100 Millionen)
(Es kann auch nach der unter 2. beschriebenen Methode gearbeitet werden)

2.        In Schlämmrückständen von Goldseifen aus der Waschschüssel kann  metallisches Gold selektiv durch Chlorwasser gelöst werden. – Man benutzt zweckmässigerweise ein weithalsiges Glasgefäss dessen Deckel  man innen durch geschmolzenes Kerzenwachs oder Paraffin gegen Korrosion gesichert hat. – Bei kleinen Mengen: Kleines Becherglas + Uhrglas. - Der Schlämmrückstand wird ins Lösegefäss übergespült, 10 min sedimentieren lassen, Wasser vorsichtig abgiessen.  Nun wird etwa  2 ml  Natriumhypochlorit-Lösung zugesetzt, dann etwa 6 ml Salzsäure, sofort den Deckel lose auflegen. (Statt NaClO kann auch Chlorkalk benutzt werden.!)
Achtung, es bildet sich elementares Chlor, sehr ätzend, unbedingt unter gut ziehendem Abzug oder im Gelände im Freien arbeiten (Windrichtung beachten!)
Wenn die Gasentwicklung aufgehört hat, bei aufgesetztem Deckel umschwenken zur Durchmischung, eventuell etwas Wasser zugeben. Nach 10 – 20 min etwas  Flüssigkeit entnehmen, pH-Wert prüfen, muss sauer reagieren. Vorsichtig kochen bis kein Geruch nach Chlor oder Hypochlorit mehr auftritt!!  Auf Zusatz von Zinn(II)chlorid-Lösung färbt sich die Lösung rot bis rotviolett, bei geringen Mengen blauviolett.

Natriumhypochloritlösung  wird als Bleich-, Reinigungs-  und Desinfektionslösung unter verschiedenen Handelsnamen in Drogerien angeboten ( Dan Klorix , Biff Schimmelentferner usw.)  Achten sie auf den Warnhinweis auf dem Etikett: Nicht zusammen mit Entkalkern verwenden. Unter Inhaltstoffe sollte angegeben sein: Natriumhypochlorit, bzw. sodium hypochlorite. – Statt Salzsäure kann auch verdünnte Schwefelsäure (Batteriesäure) + etwas Natriumchlorid verwendet werden. – Durch Zusatz von einer Spur NaBr oder KBr wird die Reaktion beschleunigt, es tritt dann neben Chlor auch etwas Brom auf.
-    Die Reaktion ist sehr empfindlich, die Grenzkonzentration liegt bei ca. 10 ppb! Technische Salzsäure enthält zuweilen schon genug Gold.  Blindprobe machen! -  Der Sand deutscher Flüsse enthält  1 – 10 ppb Au!!

Treiben von Gold und Silber

     Geschmolzenes Blei ist ein ausgezeichnetes Lösungsmittel für viele Metalle, insbesondere für Au und Ag. Wird eine kleine Menge der Pb-Legierung (ca. 100 mg) mit einer Oxydationsflamme behandelt, so oxydiert das Pb zu PbO; das Au, bzw.Ag oder die Au-Ag-Legierung bleibt als massives Korn zurück. Die Oxydation wird zweckmässigerweise unterhalb der Schmelztemperatur des Goldes durchgeführt. Wenn alles Pb oxydiert ist erstarrt das Au, dabei wird die Schmelzwärme frei und das Goldkorn (Regulus) wird dabei heisser als die Umgebung und leuchtet schwach auf; dies wird der „Blick“ genannt.  -  Um das gebildete PbO aufzusaugen, wird das Treiben auf einer Unterlage von Knochenasche vorgenommen. (Kupelle) Das Verfahren ist mindestens seit dem Mittelalter bekannt und wurde verwendet um Ag aus PbS zu gewinnen, bzw. Kupfer und andere Metalle aus Au-Ag-Legierungen zu entfernen. Die Oxide dieser Metalle gehen dabei ins PbO, die sogenannte Bleiglätte. Das Verfahren könnte benutzt werden, um Goldstaub in Goldkörner zu verwandeln; private Goldwäscher benutzen zu diesem Zweck heute Quecksilber, dies führt immer wieder zur Verseuchung ganzer Landstriche mit Hg!! Das Blei ist überdies billiger als Quecksilber, allerdings muss es frei von Zinn sein, Lötzinn würde zwar das Au lösen, dann aber zu pulverförmigen Zinnoxid verbrennen. Blei aus alten Bleiakkus ist mindestens weniger geeignet, denn es enthält einige % Antimon! -  Blei/Gold-Legierungen sind in bestimmten Konzentrationsbereichen extrem spröde, also Vorsicht beim Umsetzen von noch nicht völlig abgetriebenen Reguli auf eine neue Unterlage von Knochenasche! - Besser sog. Ansieden: Erhitzen der Bleilegierung mit Borax mit der Oxidationsflamme in einer Tonschale.

Trennung von Au und Ag

    Durch die oben beschriebene Schmelzung mit Blei  und das Treiben des Bleis können Sie Au+Ag von anderen  unedleren Metallen trennen. (Pt-Metalle bleiben dabei beim Au-Ag !) – Zur  Abtrennung des Ag gibt es zwei Methoden:
    Bereits im alten Ägypten wurde das Ag durch Schmelzen unter weitgehendem Luftabschluss mit NaCl in AgCl  übergeführt. Dazu wird die Au-Legierung dünn  gehämmert, in einem kleinen Tontiegel wird eine Schicht von Ziegelmehl (gepulverter Blumentopf!) aufgebracht, darauf kommt NaCl und das Au-Blech , dann wieder eine Schicht von NaCl + Ziegelmehl, schliesslich wird mit einer Schicht von feuchtem Ton verschlossen. Nach dem Trocknen wird stark geglüht. – Nach dem Abkühlen wird das Ganze  zerschlagen, das Gold bleibt zurück. Das gebildete AgCl wird vom Ziegelmehl aufgesogen.  Zur Rückgewinnung des Ag  die gesamten Keramikreste pulvern und mit Natriumthiosulfatlösung behandeln. Filtrieren, waschen, aus dem Filtrat kann  das Ag durch Zn-Blech gefällt werden!
    Das Verfahren wird seit Beginn des 19. Jahrhunderts nicht mehr angewendet. Statt dessen wird die Au/Ag-Legierung mit conc. HNO3 gekocht, dabei wird nur das Ag gelöst. Diese  Scheidungsmethode funktioniert aber nur, wenn die Legierung stark silberhaltig ist. Man muss daher sicherheitshalber vor der Scheidung die Goldlegierung mit etwa der 2,5 fachen Menge von reinem Silber legieren! – Aus der Silbernitratlösung kann das Ag mit Zink ausgefällt werden.

Gewichtsbestimmung von geschmolzenen Körnern von Au, bzw. Ag.

Bei Körnern bis zu 0,9 mm Durchmesser kann das Gewicht mit hoher Genauigkeit aus dem Durchmesser bestimmt werden. Hierzu dient das Kornmass nach Plattner, es besteht aus zwei zueinander geneigten Geraden, die sich bei einer Länge von 156 mm von ihrem Schnittpunkt auf eine Breite von o,9 mm öffnen. Die ganze Länge dieses Keils ist in 50 Teile zu je 3,12 mm linear geteilt. Links steht eine Nummerierung von o bis 50, rechts das Gewicht des Ag-Korns, das gerade zwischen die Schenkel passt. Bei Gold muss diese Gewichtsangabe mit dem Faktor 2,136 multipliziert werden. Dieses Kornmass wurde auf Elfenbein geritzt verwendet, meist genügt aber schon ein gedruckter Massstab. (Die geringe Abplattung der Körner ist beim Massstab bereits berücksichtigt) – Messbereich bis zu 3,5 mg Ag, bzw. 7,5 mg Au.

Literatur

Martin Henglein „Lötrohrprobierkunde – Mineraldiagnose mit Lötrohr u. Tüpfelreaktionen“
Sammlung Göschen – Band 483  (DIN A 6  Gewicht 40g !!) Nur noch antiquarisch erhältlich!

H. Pape "Leitfaden zur Bestimmung von Erzen und mineralischen Rohstoffen"
Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart 1977.   - Preis ca. 18,- Euro
( Enthält Anleitung zu chemischen Vorproben und Bestimmungsschlüssel für Erze ).

Viele nützliche Hinweise / Anfärbemethoden für Karbonate / Trennverfahren / Löslichkeit in Säuren und Laugen  finden sich auch in dem Buch.
Paul Ney "Gesteinsaufbereitung im Labor"   Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart 1986 Preis ca.11,- Euro

Detaillierte Angaben zum Treiben von Au und Ag finden sich in
H. Moesta „Erze und Metalle - ihre Kulturgeschichte im Experiment“ Springer-Verlag Berlin Heidelberg New York 1983

A.    Köhler  „Das Bestimmen der Minerale“  Springerverlag Wien 1949 (Nur antiquarisch erhältlich)

H. von Philipsborn  „Tafeln zum Bestimmen der Minerale nach äußeren Kennzeichen“
Schweizerbarthsche Verlagsbuchhandlung 1953  (Nur antiquarisch erhältlich)

Karl Friedrich Plattner  „Probierkunst mit dem Lötrohre“ bearbeitet von F. Kolbeck
Verlag Johann Ambrosius Barth/Leipzig 1907 7. Auflage  (Kaum noch antiquarisch zu beschaffen!)

Materialliste

(Best.Nr. und Preise beziehen sich auf den Katalog 2001 der Fa. Carl Roth GmbH&Co. 76185 Karlsruhe
Schoemperlenstr. 1 – 5 / e-mail: Carl.Roth@t-online.de / fax 0721-5606-149 / Tel 0800/5699 000 oder der
Fa. Dr. F. Krantz , Fraunhoferstr.7 , 53121 Bonn Tel. 228-98865-0 / fax 0228-98865-20+23
e-mail: krantz@t-online.de
                           
Butangebläse  -  bzw. Lötrohr ( ev. mit Aquarienpumpe) + Paraffinlampe (ev.Spirituslampe )
(z. B. Butanmikrohorizontalbrenner  GB 2001Roth-Best.Nr. 0386.1  56,-Euro)
Billigere Ausführungen 4 bis 8 € in Baumärkten oder über Pollin Electronic GmbH  www.pollin.de
Magnesiarinnen (Roth-Best.Nr. 6537.1  25 Stück 11,-Euro)
Magnesiastäbchen (Roth-Best.Nr. 6543.1 25 Stück 11,-Euro)

Tonschälchen können aus Töpferton selbst gefertigt werden, (Über ping pong Ball formen.) 2 Tage an Luft, dann im Backofen oder Trockenschrank trocknen und schliesslich etwa bis 1000°C erhitzen. – Eventuell können auch dünnwandige Porzellanscherben einer alten Teetasse oder Untertasse verwendet werden.  – Ausprobieren ob das Material beim Erhitzen springt!

Spitze Pinzette + normale Pinzette, möglichst Edelstahl  - Kleine Schere – etwas Schleifpapier (fein + mittel, am besten Nassschleifpapier) – Holzwäscheklammer – Spatel - Nagelfeile
Sehr kleine Reagenzgläser – 2-3 mittelgrosse Reagenzgläser mit Korkstopfen
passende Glasröhren (möglichst fertig zugeschnitten für Röstrohre, geschlossene Rohre, Phosphorteströhrchen +  Ampullenschneider)

Einige dünne Glasröhren, ev. zur Spitze ausgezogen, zum tropfenweise dosieren.
Glanzpapier von  Postkartengrösse,  Illustriertenpapier reicht, dünne Plastik- oder Haushaltfolie, Etiketten,
Tesafilm, etwas Alufolie, Teelicht.
Kleiner Glastrichter ( oder Plastik) + weisses Filtrierpapier  –
Zur Gewinnung von feinem Mineralstaub ist eine Diamantfeile sehr gut geeignet (Krantz-Best.Nr. W 54 - Preis 11,-Euro!) aber eine gute Nagelfeile mit Saphir tut es auch!
Holzkohle (Rechteckige Stücke , mindestens 30 x 40 mm, mind . 15 mm dick.  (Krantz-Best.Nr. I/270 –10 Stück 110x45x15 mm  ca. 15,- Euro)
– Kann auch durch Einkneten von Holzkohlepulver in dicken Stärkekleister, einstreichen in Pappformen oder Freihand formen und trocknen hergestellt werden. – Hilfsweise kann eine selbst hergestellte kleine Platte aus Gips benutzt werden,  vor Gebrauch mit Kerzenflamme mit  Russ überziehen - In diesem Fall muss die Substanz
im Gemisch mit Holzkohlepulver eingesetzt werden!

Stabmagnet, 45 mm lang ,6 mm Durchm., spitz (Krantz-Best.Nr. I/240 ca. 5,- Euro)
Stahlmörser (  z.B. 15 mm Pistill, 250 g Gewicht – Krantz-Best.Nr. I/260 ca. 70,- Euro – Billiger und sehr viel leichter ist ein Selbstbau aus gehärteten Stahlstangen mit  Führungshülse!! = DIN 9845 Führungshülse + DIN 9861 Schneidstempel
Kleiner Porzellanmörser  mit Pistill (40 mm Durchmesser Gr. ooo z.B. Roth-Best.Nr. 1566.1 +1569.1-ca. 11,-Euro) – Ein kleiner Achatmörser ist besser, kostet aber ca. 50,- bis 70,- Euro!
2 kleine Bechergläser,  Uhrglas. – Ag-Blech oder Silbermünze

Chemikalien 

( Meist wird pro Test nur etwa eine Messerspitze Substanz benötigt, schleppen Sie nicht unnötig viel Substanz mit; meist genügen 4  -  6 ml Substanz.)

Feste Substanzen
NaPO3  oder  Phosphorsalz (NaNH4PO4)    -    Borax (wasserfrei)   -   Soda(trocken)
Neutrales Kaliumoxalat    -   KHSO4   -   Magnesium (als Band)    -   Zinn (möglichst Folie)
Soda/Kalisalpeter ( 5:3)  -  SnCl2   -   Na-Perborat ( statt Wasserstoffsuperoxid)   -  Zn-Blech
Ammoniumcarbonat  -  NH4NO3/NH4Cl  (2,5:1)  -  Ammoniumhypophosphit  -  Watte
-  pH-Papier - KJ/Stärke-Papier - Bleiazetatpapier - KOH -
Braunsteinpapier  -  Natriumthiosulfat  -   Dimethylglyoxim  -  Kobaltnitrat  -   Chlorkalk

Flüssigkeiten
Salzsäure ( conc. HCl ist ca. 30% = 10 normal) (Zur Karbonatprüfung wird 10% HCl empfohlen)
Schwefelsäure conc. und verdünnt
Salpetersäure conc. - Verd. NH4OH      -    H2O2 ca. 10% ( oder eine Lösung von Perborat/ hilfsweise ein Krümel einer Tablette Kukident in wenig Wasser lösen.)
Methanol  -   Essigsäure  -  Brennspiritus  -  Kobaltnitratlösung  -  Destilliertes Wasser

Achtung: Vorsicht bei der Aufbewahrung und insbesondere beim Transport von Flüssigkeiten! Niemals Behälter benutzen, die für Getränke benutzt werden (Colaflaschen usw.)!!
Konzentrierte Schwefelsäure, conc. Salpetersäure und conc. Salzsäure sollten möglichst nur in Glasflaschen mit eingeschliffenem Glasstöpsel und stationär benutzt werden.. Bei allen anderen Flüssigkeiten kleine Plastikflaschen mit Schraubverschluss (ca. 30 ml) verwenden, vorher mit Wasser auf Dichtigkeit prüfen!- Gut geeignet, aber teuer sind die für 10% HCl bestimmten Salzsäurefläschchen der Fa. Krantz (Krantz-Best.Nr. I/222 a 1,50 Euro)  - Zum Transport, z.B. im Auto sollten die auf Dichtigkeit geprüften Fläschchen in einen Plastikbeutel gewickelt werden, mit Tesa sichern, dann in eine kleine Blechbüchse mit Absorbermaterial einpacken. ( Kieselgel oder Windel mit Superabsorber, z.B. Pampers)

Die Transportbestimmungen verbieten das Mitführen von ätzenden Flüssigkeiten in Bus, Bahn oder Flugzeug. Beachten Sie das insbesondere bei Flugreisen, bei Kontrollen können Sie erheblichen Ärger bekommen. –
Ausweg:
Auch in „fernen“ Ländern bekommen Sie an fast jeder Tankstelle destilliertes Wasser und Batteriesäure, d.h. eine ca. 3,7 molare Schwefelsäure (30%).  Durch vorsichtiges Eindampfen im Reagenzglas  unter ständigen Schütteln lässt sich eine conc. Schwefelsäure gewinnen ; aufhören wenn weisse Dämpfe auftreten.

Durch Auflösen von 4,3 g Natriumchlorid in 10 ml Batteriesäure + 10 ml Wasser erhalten Sie eine 4 normale HCl (15%), die für fast alle Zwecke wie conc. HCl verwendet werden kann. (Vor der Reise an einem Reagenzglas durch einen Filzstiftstrich  10 ml markieren)
Ebenso erhalten Sie durch Auflösen von 6,1 g Ammoniumnitrat in 10 ml Batteriesäure eine etwa 7 normale Salpetersäure.
Ammoniakwasser NH4OH erhalten Sie durch Auflösen von 2 g NH4Cl und 1,4 g NaOH in 10 ml Wasser. (Substanzen vor der Reise abwiegen und einzeln in Plastik verschweisst mitnehmen!)
Zur Prüfung von Karbonaten ist auch eine Lösung von Citronensäure in gewöhnlichem Wasser hinreichend!

Hinweise zur Arbeitssicherheit

Die beschriebenen Tests sind chemische Reaktionen, dabei können giftige Gase oder Dämpfe
entstehen ( Schwefeldioxid, As2O3, Hg, P2O5, PH3 u.a.). Sorgen Sie also dafür, dass diese Dämpfe abziehen können, ohne das Sie etwas davon einatmen! Bei Beachtung dieser Massnahme besteht keine Gefahr, da es sich um eine Mikromethode handelt, also nur extrem geringe Mengen giftiger Stoffe entstehen.
Besondere Vorsicht beim Schmelzen von Nitraten (Salpeter, Ammoniumnitrat), bzw. Perborat oder Na2O2. Diese Substanzen sind Oxidationsmittel, beim Zusammenschmelzen mit einem Reduktionsmittel, etwa Sulfiden, Kohle oder Kaliumoxalat, tritt spätestens nach Bildung der Schmelze eine explosionsartige Verbrennung auf!  -
Bei einem Test, den Sie nicht bereits oft ausgeführt haben, sollten Sie zum Schutz eine Brille tragen ! – Flüssigkeiten auf der Haut sofort mit viel Wasser abspülen!
 Falls ihr Arbeitstisch schützenswert ist, sollten Sie als Unterlage ein Blech oder eine Lage Papier+Alufolie benutzen!

Wenn eine Reaktion nicht funktioniert, gibt es mehrere Fehlermöglichkeiten:
-    Die Substanz war nicht fein genug gepulvert.
-    Substanz und Reagenz waren nicht gut genug gemischt.(Aufschluss unvollständig!)
-    Die Temperatur war zu niedrig, bzw. die Schmelzdauer zu kurz.

Tüpfelanalyse

    Hierbei wird der zu untersuchende Stoff in eine lösliche Form gebracht (Aufschluss), der Lösung wird eine meist organische Chemikalie zugesetzt, die eine typische Färbung hervorruft. Da leider viele der benutzten org. Chemikalien mit mehreren Kationen Farbkomplexe bilden, müssen oft noch zur Ausfällung oder Komplexierung störender Ionen ein oder mehrere andere Stoffe zugesetzt werden.  Will man alle nachzuweisenden Elemente erfassen, so müssen zusätzlich zu den bislang beschriebenen Chemikalien insgesamt etwa 40  andere Chemikalien vorrätig sein! (Davon etwa 20 organische Farbstoffe, die meist als sehr verdünnte Lösungen angewandt werden.)
Einen Überblick über diese Methode samt zugehörigen „Rezepten“ gibt das auf Seite 12 dieser Skripte zitierte Buch von H. Pape. Das Buch enthält auch einen Bestimmungsschlüssel für Erze.
Die dort beschriebenen Aufschlüsse auf der Tüpfelplatte fordern oft ein Aufschmelzen auf der Platte, dies führt oft zum Springen der Platte. Besser ist der Aufschluss auf dem Porzellanscherben, dem Tonschälchen oder der Magnesiarinne durchzuführen!
In der Regel wird nur etwa 0,1 – 1 mg Untersuchungssubstanz benötigt.

Die Tüpfelmethode kann trotz der beschriebenen Umstände in speziellen Fällen sehr nützlich sein; nämlich dann, wenn Sie im Rahmen einer Arbeit oder eines Geländeaufenthalts immer wieder sicher ein oder mehrere Elemente nachzuweisen haben.
Vorteile der spot tests : Es werden nur ein oder wenige Tropfen der Analysenlösung benötigt! = Stark vereinfachte Methoden der Filtration! (Nähere Erklärungen im Seminar)

Kommerzielle Schnelltests      -       Teststäbchen
    Auf der Basis von Farbreaktionen bei Normaltemperatur bietet die Industrie heute eine Reihe von fest auf Papierstreifen aufgebrachten Reagentien zum Nachweis von bestimmten Ionen in wässrigen Lösungen an. Die meisten Tests dieser Art funktionieren halbquantitativ, d.h. es wird angezeigt, dass ein bestimmter Konzentrationsbereich des nachzuweisenden Stoffs vorliegt. – Die erfassten Konzentrationsbereiche liegen meist im Bereich von 1 bis 500 ppm . – Die Methode ist bequem und meist hinreichend zur Untersuchung von Grundwasser, Vorflutern, technischen Abwässern, Galvanikbädern, u.ä. - Der Preis pro Stäbchen liegt bei  0,2 bis 0,40 €, allerdings werden nur Packungen á 100 Stück abgegeben.

Quantitative Schnellanalyse

Für genauere Analysen bietet die Industrie Test-Kits auf Basis kolorimetrischer Bestimmungen an. Dabei wird das Wasser oder eine Aufschlusslösung mit einem fertig dosierten Reagenz gemischt und die Farbtiefe der Lösung mit einer gedruckten Farbskala verglichen. Andere Verfahren arbeiten mit einem tragbaren, batteriebetriebenen Photometer.
  Der Preis pro Analyse liegt bei 0,30 bis ca. 0,80 €;  die Farbskala kostet einmalig pro Element ca. 30,- €. Für das tragbare Photometer einschl. PC-Adapter zum Übertragen der Daten auf ein Laptop müssen ca. 700,- € investiert werden.

Der wichtigste Anbieter in der EU ist die Firma Merck Eurolab GmbH, Postfach, D-64261 Darmstadt – e-mail : info@merckeurolab.de  bzw. hotline@merckeurolab.de  - fax 06151-722000
 bzw. 06151-3333 - Tel 06151-723000 Bei vernünftig formulierter Anfrage erhalten Sie hier kostenlos Prospektmaterial und aktuelle Preislisten.

Hinweise zur vernünftigen Benutzung von Schnelltests und Vorproben

Wer die vorstehend besprochenen Reaktionen ohne Nachdenken auf beliebige Minerale oder  gar Mineral- bzw. Stoffgemische anwendet, wird nicht viel Erfolg dabei haben. Sie sollten, insbesondere unter den Bedingungen der Prospektion im Gelände, zuerst alle Erkenntnisse auswerten, die Sie aufgrund des in „Allgemeine und Spezielle Mineralogie I“ erworbenen Wissens gewinnen können. Insbesondere sollten Sie wissen, ob es sich um ein isoliertes Mineral oder ein Mineralgemisch handelt. In der Regel ergeben sich daraus Vermutungen auf darin möglicherweise enthaltene Elemente. Zuerst sollten Sie dann gezielt diese Vermutungen durch entsprechende Tests überprüfen.

Oft genügt ein Aufschluss des Minerals, also eine Überführung in eine lösliche Verbindung; anschliessend kann das Element durch Reagenzzusatz und Farbreaktion nachgewiesen werden.

Aufschlussmethoden:

-Schmelzen mit Ammoniumnitrat/Ammoniumchlorid   bei ca. 140 – 200°C (Sogenanntes 
 festes Königswasser) / Überführung in Chloride, bzw. Nitrate.

-Schmelzen mit KHSO4 bei ca. 210 – 300°C / Überführung in die Sulfate

-Schmelzen mit Ammoniumhypophosphit  (Reduzierender Aufschluss bei 130 – 300°C)
 Überführung in Phosphate

-    Manche Stoffe, insbesondere Silikate und einige Oxide, müssen zuerst mit Soda ( bei ca. 850 – 900°C ) oder mit Borax ( 750 – 800° C ) aufgeschmolzen werden. Anschliessend wird diese Schmelze in Säure gelöst.

Schmelzen mit NaOH/KOH auf einem Teelöffel aus Edelstahl (170 - 322°C) . Überführung in
Alkali-Silikate, -aluminate.

Einige Stoffe lassen sich so nicht lösen, z. B. Niob + Tantaloxid, aber isolieren. ( Bei Nb, Ta z.B. dann Prüfung mit Sn+HCl !)  Auch Zinnstein SnO2 löst sich so kaum, kann aber durch Reduktion auf Kohle mit
K-oxalat leicht identifiziert werden.

Phosphate sind fast immer ritzbar, da die Härte nur bei sehr wenigen Vertretern 5,5 übersteigt. /Wichtige Ausnahmen sind Amblygonit Li,Na Al(OH,F)PO4 mit H=6, Türkis und Blauspat/
Phosphate sind in heisser conc. Schwefelsäure löslich, sofern nicht Ba, bzw. Sr oder Pb enthalten sind! Nur einige Vertreter lösen sich in HCl, siehe Ramdohr.

(HINWEIS zur Prospektion:  Stahlnadeln mit Härte 6 und ca 5,5 besorgen und in Korken gesteckt mitnehmen! Vorher an bekannten Mineralen probieren.)

Nb + Ta-Erze  in Pegmatiten sind meist schwarz bis grauschwarz, meist mit bräunlichem Strich, frische xx haben meist H=6, Glieder mit U,Th,SEE etwa 5.- Neben Nb, Ta und Fe meist Mn, oft Ti, manche Minerale mit viel Y oder Ce, Ca. - Nicht mit Hämatit verwechseln! -  Zahlreiche Mineralnamen, siehe Ramdohr.
Diese u.a. Minerale finden sich auch abgerollt in Schwermetallseifen, oft zusammen mit Zinnstein. Dort auch einige Ta-reiche,  hellere Minerale, die teils Sb, bzw. Bi enthalten, teils Al +/- Na,K führen
Gut in heisser conc. Schwefelsäure löslich sind nur die Minerale mit viel Y, SEE, Ca oder U! – Alle Nb/Ta-Minerale reagieren mit KHSO4-Schmelze, dann mit verd. Säure auskochen, Nb+Ta bleiben als helle Oxide zurück.

Bemerkungen zum Thema Prospektion (M. Boikat SS 2000 )

Firmen : Juniors finanzieren sich aus Wagniskapital, kleine Firmen ,mehrere Hundert Firmen!, oft von kurzer Lebensdauer, bevorzugen bekannte Rohstoffe wie Gold, Diamanten oder Stoffe die im Moment knapp sind als Ziel, fast immer nur Prospektion, dann Verkauf an grössere Firmen, die sogenannten Seniors

Seniors haben eine ausreichende Kapitaldecke, besitzen produzierende Minen mit laufenden Einkünften (cash flow), sind oft über Beteiligungen miteinander wirtschaftlich verbunden, operieren aber selbständig. Systematische und  besser vorbereitete u. geophysikalisch unterstützte Prospektion, langfristigere Planung, aber geringere Risikobereitschaft. International nur etwa ein Dutzend Firmen, am bekanntesten De Beers und Rio Tinto. Firmensitze sind meist konzentriert in Toronto, Vancouver, Denver, Perth oder London. (Dort auch die meisten Juniors.)
Es gibt noch einige Bergbaukonzerne, die vorwiegend regional tätig und mehrheitlich in Staatsbesitz sind, bzw. waren.
Voraussetzung für eine Bewerbung sind gute Englischkenntnisse und möglichst eine weitere verbreitete Fremdsprache, (Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Russisch) – Einstellungen bei seniors praktisch nur über Empfehlungen, bei juniors sehr viel einfacher, aber am besten über persönliche Vorstellung.
Einstellung erfolgt bei juniors fast immer nur für eine (klimaabhängige) Saison, ohne soziale Absicherung wie Kranken-, bzw. Renten-Versicherung.
Nur grosse Firmen sind in der Lage einen Tiefbau oder grossen Tagebau samt Aufbereitungsanlage zu erstellen, diese Anlage muss dann aber für ca. 20 Jahre produzieren.
Folgerung: Seniors sind an kleinen Lagerstätten wie z.B. vielen  Pegmatiten nicht interessiert!

 Literatur: Lagerstättenkundliches Wörterbuchder deutschen Sprache
                   (Englisch, Französisch, Italienisch,Russisch,Spanisch)
GDMB – Bundesanstalt f. Geowissenschaften und Rohstoffe, Hannover
ISBN 3-9805924—0

Anthony M. Evans „ Introduction to Mineral Exploration“  1995
Blackwell science  , ISBN 0-632-02427-5

Petrascheck Lagerstättenlehre   Schweizerbarthsche Verlagsbuchhandlung
ISBN 3510651502

Feigl F.  Spot tests  Elsevier Publishing Company 1954