<< , hoch , Titelseite , Inhaltsverzeichnis

2.6 Welt und Technik

Zum Schluß noch eine kurze Betrachtung dessen, wie sich die Technik der Welt bemächtigt hat. Der Mensch versuchte im naturmechanischen Weltbild sich die Natur zu unterwerfen, jetzt hat sich daraus eine eigene Welt entwickelt, die er nicht mehr durchschaut, die ihn größtenteils beherrscht: das technische Weltbild. Es lassen sich zwei Extrempositionen mit einer Reihe von Zwischenstufen charakterisieren. Auf der einen Seite der Erfinder, der Schöpfer, der das technische Weltbild erweitert, die Technik beherrscht. Er schafft das Werkzeug für die Aktivität anderer, er selbst bedient seine Erfindungen nicht. Somit entzieht er sich der bloßen Leistung, er steht gleichsam am Rande, das Technische nutzend ohne sich ihm zu unterwerfen.

Auf der anderen Seite stehen die Sklaven der technischen Welt, die ihr gehorchen müssen, in sie eingebunden sind. Für sie bleibt Leistung ohne Kunst, das Fehlen von Qualitäten.

In den Zwischenstufen steckt letztlich immer der Versuch, sich ein Bewußtsein für das übergeordnete Ganze zu schaffen und zu erhalten, die Dimension zu erkennen, die über das Technische hinausgeht und unter der man selbst und auch die technische Welt eingeordnet ist. So ist es möglich, indirekt zu Erfahrung von Qualitativem, von Sinn und Zweck zu gelangen. Der Kontrast zur entqualifizierten, technischen Welt macht solche Erfahrungen um so intensiver.

Es ist auffällig, daß die Haltungen gegenüber dem Technischen sehr polarisiert sind. Es wird verachtet oder bewundert. Jedoch sollte weder vergessen werden, daß das Technische eine Voraussetzung unseres Lebens geworden ist, noch, daß Fragen nach Sinn, Zweck und übergeordneten Zusammenhängen vom technischen Weltbild nicht beantwortet werden. Hier zeigt sich, daß auch das technische nur aspektischen Charakter besitzt.


<< , hoch , Titelseite , Inhaltsverzeichnis